| Bumbanet:
Aber es geht euch nicht darum konkrete Statements in die Welt zu
setzen, z.b. eine politische Message?
Ill Nino: Nein, definitiv nicht. Wir haben nichts mit Religion
oder Politik zu tun. Deshalb wollen wir mit unserer Musik auch keine
Meinungen formen.
Bumbanet: Das letzte Album habt ihr noch selber produziert,
beim neuen Werk war Bob Marlette zuständig. Wieso habt ihr
es nicht wieder selbst gemacht?
Ill Nino: Bob Marlette wollte schon bei unserem ersten Album mit
uns arbeiten, also bevor wir überhaupt eine Platte draußen
hatten. Er hat unserer Band schon damals geholfen unseren speziellen
Sound zu finden. Wir waren offen für ihn und haben uns mit
ihm getroffen. Er konnte sich in unsere Band hineinversetzen, als
ob er selbst ein Mitglied wäre und nach außen gucken
würde. Nicht so wie andere Producer die von außen in
die Band reingucken. Deshalb war er einfach der Richtige für
uns. Dazu kommt dass er auch ein großartiger Songschreiber
und Musiker ist, wir hatten also auch großen Respekt vor ihm.
Bumbanet: Du hast dein eigenes Studio, habt ihr da auch
eure Sachen aufgenommen?
Ill Nino: Nein, ich nehme da nur Sachen für Freunde auf. Ich
habe dort Demos für Agnostic Front und Madball gemacht. Von
unserem ersten Album haben wir nur ein paar wenige Sachen in dem
Studio aufgenommen, aber das hatte nicht so gut funktioniert und
dann hat unser Drummer Dave Chavarri die Producer-Rolle übernommen.
Ich meine auf dem neuen Album war er immer noch an den Songs beteiligt.
Bumbanet: Wo du dein eigenes Studio hast übernimmst
du da nicht auch eine Art Producer-Rolle bei den Ill Nino Aufnahmen?
Ill Nino: Nein, mir reicht es da völlig einfach nur meinen
Bass zu spielen. Bei der Pre-Production haben wir zwar auch viel
in meinem Studio gemacht, als es dann aber an die Aufnahmen ging
habe ich es einfach nur genossen in einem anderen Studio zu sein
und mich nur auf mein Instrument konzentrieren zu müssen.
Bumbanet: Habt ihr denn auf dem neuen Album Gäste?
Ill Nino: Wir haben nur einen Gast auf einem Song, das ist der
Sänger Max Illidge von 40 Below Summer, einer Eastcoast New
York Band. Das kam aber auch nur daher, dass die gute Freunde von
uns sind und im Studio nebenan saßen. Cris hat einen Track
mit denen gemacht und dann hat er einen Track mit uns gemacht.
Bumbanet: Mit dem neuen Album kamen zwei neue Bandmitglieder
zu euch, Percussionist Danny Couto und Gitarrist Ahrue Luster, was
hat sich dadurch verändert?
Ill Nino: Klar verändern sich dadurch Dinge. Danny ist ein
guter Freund von uns und kam dann innerhalb von zwei Tagen. Er brachte
natürlich eigene Ideen mit, ein paar coole Rhythms. Danny hat
einfach einen ganz besonderen Style, und dieser passt perfekt zu
unserer Musik und bereichert sie. Bei Ahrue war das etwas anders,
unser alter Gitarrist Marc war noch bei acht Tracks dabei und erst
dann kam Ahrue. So hat er natürlich nicht mehr so viel zum
Album beigetragen, aber er hat sich von Anfang an direkt perfekt
in die Band eingepasst.
Bumbanet: Du hast schon erwähnt dass ihr alle am Songwriting
beteiligt seid, ist das nicht schwierig sechs Köpfe zusammenzubringen?
Ill Nino: Man denkt natürlich dass das schwierig ist, aber
es ist nicht so. Wir kennen uns alle mittlerweile gegenseitig sehr
gut und respektieren uns. Man kann zwar nie ausschließen dass
jemand verletzt wird, aber wir haben einen Weg gefunden unsere Arbeit
zu managen und aufzuteilen, jeder hat seinen Freiraum, steckt aber
auch mal zurück.
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