| Bekannt geworden sind Harris und sein Partner Dean durch die Spezializtz, die HipHop Crew, die durch ihre Styles Ende der 90er ganz Deutschland in Aufregung versetzte. Danach wurde es aber ruhiger um den als Rapper bekannten Berliner, der die Sängerin Bintia heiratete. Als DJ's tourt er jetzt unter dem Namen Babbasoundz durch die Clubs, und fast ganz nebenbei erschien sein erstes Solo-Album "Dirty Harry". Wir unterhielten uns darüber in der Kölner Ringdisco Apollo...
Bumbanet: Was hat es mit deinem Album „Dirty Harry“ auf sich?
Harris: Mein Album „Dirty Harry“ beinhaltet viele geile Club Slammer, Partytracks bis zum umkippen, und auch ein, zwei chillige Tracks, die ein bisschen Privates preisgeben. Ich habe versucht, nicht so viel Privates auf die Platte zu packen, weil ich denke, das machen genug andere Leute. Deshalb habe ich mich der Sache, der ich mich sowieso die ganze Zeit in den letzten Jahren gewidmet habe, Party, angenommen. Das sind jetzt 15 Tracks, von denen ein, zwei ein bisschen smoother sind. Ein Track ist mit Immo, einer mit meiner Frau Bintia, wo sie auf Französisch singt, aber eigentlich sind da auch nur die Beats ein bisschen langsamer, ansonsten sind das auch coole Partytracks. Daneben habe ich mit Derezon, DJ Rocky und Beathoavenz, meinen DJ Partners Smolface und Perez. Das Album ist zum Lachen da, extrem viel lachen, und halt Party und tanzen. Es ist auf jeden Fall ein sehr positives Album, ich rede nicht über die Probleme in der Welt oder private Probleme, sondern ich erzähle Stories aus dem Club.
Bumbanet: Dein erstes Solo-Release war „Grundkurs“, gab es danach auch noch Sachen von dir?
Harris: Nach „Grundkurs“, was auf dem Def Jam Sampler drauf war, hatte ich einen Track auf dem Plattenpapzt Album, der Song hieß „Das kann laut werden“ und kam auch als Single mit Video raus. Dann gab es auf dem GBZ Connectz Sampler seinen Solo-Track, der hieß „HARRIS“.
Bumbanet: Aber das waren nur die ganzen Sampler-Geschichten?
Harris: Ja, genau. „Grundkurs“ war damals für die Leute, die GBZ etwas falsch verstanden haben. Speziell auch mich. Ich war ja dann verheiratet, und viele Leute haben mich einfach anders gesehen, als ich wirklich war. „Grundkurs“ war okay, um dieses Statement dann mal zu legen, aber das hat dann auch gereicht. Es ging nur darum zu sagen, dass man nicht 7 Tage die Woche 24 Stunden lang rumprollen kann, sondern dass das Wochenende dazu da ist und man unter der Woche halt scheffeln muss. Nur vom Party machen kommt die Kohle nicht.
Bumbanet: Wie kam es denn dann von den Spezializtz Sachen und dem „Grundkurs“ zu dem reinen Party Ding jetzt?
Harris: Ich war eigentlich immer schon mehr auf Party. Durch das Auflegen, durchs DJing, bin ich auch erst zum Rappen gekommen. Der Rapper Harris ist im Club entsprungen. Ich hab in einem Ami Laden Instrumentals aufgelegt und dazu gerappt und dann sind die Leute angekommen und haben gesagt, boah geil. So hab ich angefangen mit Dean zu rappen, und wenn wir zusammen machen, dann sind das auch Sachen die uns Beide verbinden. Dean würde alleine auch andere Sachen machen. Jetzt macht er ja auch mehr Reggae, weil es ihm mehr liegt. Mir liegt es mehr Party zu machen, da kann ich mich ausleben. Das merkt ein bisschen ja auch auf den Spezializtz Alben. Ich rede nicht so gerne über Privates, ich bin zwar ein offener Typ, aber über das Private muss ich nicht reden. Deshalb halt ein Party Album.
Bumbanet: Das war also schon immer dein Ziel, ein Solo Party-Album zu machen?
Harris: Solo wollte ich auf jeden Fall schon immer was machen, aber ich hatte jetzt nicht im Kopf, dass das unbedingt ein Partyalbum werden müsste. Es hat sich einfach so entwickelt, jeder Track, den ich gemacht hab, war Party. Ich mach einfach das, was kommt.
Bumbanet: „Grundkurs“ ist schon ziemlich lange her, lag es auch daran, dass Def Jam dicht gemacht hat, dass es jetzt so lange bis zu einem neuen Release gedauert hat?
Harris: Ne, auf keinen Fall. Dass Def Jam dicht gemacht hat, hat Dean und mich gar nicht gekratzt. Wir sind ja schon vorher weggegangen, weil wir mit der Politik, die diese Plattenfirma gehegt hat, nicht mehr klarkamen. Und danach habe ich mich dem GBZ Connectz Sampler gewidmet, das war eine Arbeit von anderthalb Jahren. So hatte ich dann auch gar keine Zeit, selber viele Tracks zu machen. Die Zeit, die hatte, hab ich dann für kleinere Projekt genutzt, wie E-OFF zum Beispiel.
Bumbanet: Ist es denn das Gleiche, ohne große Plattenfirma im Rücken zu arbeiten?
Harris: Im Prinzip ist es das Gleiche. Aber man hat durch mehr Kohle natürlich auch mehr Möglichkeiten. Wenn du ne Single wie „Grundkurs“ hast, gehst du einfach hin, und sagst, bringt das mal raus. Du musst dir keinen Kopf um den Rest machen, der Track ist da und wird gepresst. Jetzt muss man sich selber um alles kümmern, selber gute Preise für Anzeigen raushandeln. Und soviel Geld hat man nun mal nicht, man muss sehen wie man das alles zusammenbringt. Es ist auf jeden Fall anders, man muss sehr genau überlegen, wie man seine eigene Kohle einsetzt. Man muss halt mehr aufpassen. Der Rest ist natürlich gleich, du machst Musik wie du sie gerade fühlst, daran ändert sich nichts.
Bumbanet: Die Produzenten auf deinem Album waren jetzt die DJ’s, die du schon erwähnt hast?
Harris: Ja, DJ Rocky, Smolface, Derezon, DJ Saez. Den größten Teil davon haben Rocky und Beathoavenz gemacht. Ansonsten gibt es ja nicht so viele Features auf dem Album. Ich bin nicht so ein Name-Dropping Man, ich könnte wenn ich wollte, aber es geht ja um mich.
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