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Interview: D-Flame (1/1) News

„Oberkrass und heißer als vorher!“ D-Flame über die Arbeit an der neuen Platte, diverse Spielplätze und eine kleine Insel in der Karibik.

„Yes all good music lovers, we bring to you inna dancehall reggae stylee!” So springt es einem auf der Promo zu D-Flames aktuellen Album „Unaufhaltsam“ förmlich entgegen. Fasten your seatbelts, please! Denn es gibt Neues von Flame und das wirklich nicht zu knapp!

Ein nahezu apokalyptisches Intro dröhnt aus den Lautsprechern! „ Unaufhaltsam, Album Nummer Drei!“ Es klingt geradeso, als würden die Grundmauern Babylons ins Wanken geraten. Nach seinem Debut mit „Basstard“ 2000 und der gerappten Autobiographie „ Daniel X- eine schwarze deutsche Geschichte“ aus dem letzten Jahr ist der nächste Streich des Frankfurters mit dem unverkennlichen Bass nun ausschließlich dem Reggae/ Dancehall gewidmet. Man kann gespannt sein, also ab in die Hansestadt zu eastwest, denn dort gibt die Flamme Auskunft über den jüngsten Longplayer. Nach intensivem Konsum der snippets steht schon im Vorfeld fest: „Sie macht mich glücklich“ und „Mama Africa“ waren nur die Spitze des Eisbergs, die man jetzt von D-Flame in Sachen reggae music zu hören kriegt. Wer glauben könnte, dass dies wieder nur der Versuch eines Künstlers ist, auf den momentan stark angesagten Reggae-Zug aufzuspringen, liegt leider absolut daneben. Denn der Frankfurter zählt zu den ganz wenigen, die den ersten deutschen Dancehall zu Tage brachten. Vielleicht erinnert sich ja noch der eine oder andere soundbwoy an die erste Selection aus dem Hause Germaican, den Arena riddim, zu dem D-Flame seine „Mörderbraut beisteuerte oder den „Racer“ von rootdown records, auf dem er so einigen Dances erklärte, wer „Freund oder Feind“ ist. Sein erster Longplayer „Basstard“ kombinierte dann bereits geschickt Reggae und Hip Hop, irritierte seinerzeit jedoch noch so manchen Hörer, sei es aus dem Hip Hop oder Reggae Lager.

„Im ersten Album „Basstard“ hat sich ja schon angekündigt, dass ich neben Hip Hop auch ein echter Reggae-Freak bin und zu den Leuten gehöre, die jede Musik, die ihnen gefällt und auf die sie Bock haben, einfach machen. Die Idee zu dem neuen Album kam eigentlich schon auf der Tour zu „Basstard“, weil ich dort gesehen hab, wie die Leute auch auf die Dancehall Sachen abgegangen sind und was für ein positives feedback zurückkam. Nach „Daniel X“ stand dann definitiv fest, dass die nächste Platte auf jeden Fall in Richtung Reggae/ Dancehall gehen wird. Hier hast du im Vergleich zum Hip Hop noch mal einen ganz anderen Rahmen, in dem du dich bewegen kannst. Bei Dancehall Tunes geht man live auch noch mal ganz anders ab. Ich vergleich das immer gerne mit einem zweiten Spielplatz, auf den man gerne geht und sich so richtig austoben kann.“ (D-Flame)

Mit tatkräftiger Unterstützung der deutsch/jamaikanischen KP Crew, Flames Backing Band und zahlreicher namhafter Produzenten gelingt dem Frankfurter eine Platte, die absolut vielfältig und ausgereift daherkommt. Produziert wurden die Tunes neben D-Flame und der KP Crew unter anderem von Germaican´s Pionear und angesagten jamaikanischen producern wie Don Corleon oder der mentally disturbed crew von Ward 21. Aufgenommen wurde in Deutschland und Jamaika, so dass auch einige jamaikanische artists ihren Weg auf die Platte gefunden haben. Den letzten Schliff erhielt das Vinyl/CD nach kleineren Umwegen dann letztendlich im Babylon Center in Flames Heimatstadt Frankfurt. Bei alten Bekannten kann man sagen, denn hier wurden bereits vor 10 Jahren die „Asiatic Warriors“ abgemischt.
„Im Februar hab´ ich ungefähr angefangen für die neue Platte zu schreiben und dann so gegen März die ersten riddims in Frankfurt auf MPC vorproduziert. Im April ging´s dann nach Hamburg. Nach zwei Wochen Quarantäne mit der KP Crew waren dann etwa 8 tracks so weit fertig. Die Vorbereitungen waren eigentlich relativ kurz, weil der Vibe einfach da war und die Sachen einen guten Flow hatten. Dazu kam noch ein Tune vom Pionear von Germaican, den ich schon so lange kenn´ und der einfach mit auf die Platte musste. Ward 21 hab´ich vor drei Jahren auf dem Splash kennengelernt und bin absoluter Fan. Da war es sehr cool, dass ich auf Jamaica noch die Möglichkeit hatte, den neuen „Kashmir“ Riddim zu voicen. Absolut positiv überrascht war ich von der Zusammenarbeit mit Sizzla für „Da righteous cause“. Es gibt ja viele Vorurteile bezüglich seiner Person, aber die Aufnahmen waren einfach total relaxt und ich habe ihn als einen sehr netten und klugen Menschen erlebt.“ (D-Flame)

„Unaufhaltsam“ ist der Name der mittlerweile dritten LP und hält schon nach erstem Genuss, was sie verspricht. 100 % Reggae and Dancehall! Die riddims rollen ungebändigt voran und werden sicherlich noch die eine oder andere Welle schlagen. Ob auf minimalistischen Hardcore Tunes wie „Du kennst mich nicht“ und „Paranoia“ oder mitreißenden Modern Roots Nummern wie „Unaufhaltsam“ und „City Jam“; D-Flame zeigt, dass er mit vollem Herzen bei der Sache ist. Stilistische Ausgewogenheit dominiert das neueste Werk und besticht - neben dem unsagbar satten Sound der Produktion- natürlich vor allem durch die tiefe Stimme, mit dem das Frankfurter Bass–Urgestein die heimischen Boxen zum Beben bringt.
Nicht genug gewürdigt werden kann aber auch die Arbeit der KP-Crew, die auf den rootslastigen Produktionen des Albums für einen lebendigen und tighten Sound sorgen.

Mit der Backing Band um Bassist Keith ´Roughhouse´Powell, Jr., Arenor ´Da Dominator´ Anuku (Guit), Leo ´The Lion´ Murphy (dr) und Dennis ´Jagwaar´ Singh an den Keyboards hat Flame definitiv erstklassige Musiker um sich scharen können.

Der LP-Opener „ Stopp!“ ist Namensgeber und zugleich Titel-Track der demnächst herauskommenden ersten Selection. Produziert wurde der Riddim von Flame selbst und erscheint als 7“ bei Germaican Records in Leipzig, die CD bei Downbeat/Wea. Weitere Versions kommen von keinen geringeren als Ce´cile, Chico, Spectacular und Alley Cat.

„Alley Cat hab´ ich auf Jamaica eigentlich mehr oder weniger zufällig vorm Studio getroffen. Ich bin früher sehr auf seine Tunes abgefahren, darum hab´ ich ihn gleich gefragt, ob er was auf dem Riddim machen würde. Spectacular und Chico kenn´ ich persönlich schon länger. Ce´cile hab´ ich mehr oder weniger dem Lanny von Germaican zu verdanken, weil er ja auch schon auf dem „Cure-Riddim“ was mit ihr gemacht hatte. Wir haben ja für die Platte auch auf Jamaica aufgenommen, und was da einfach immer wieder total beeindruckt, ist das enorme musikalische Potential, was du findest. An jeder Ecke singt oder chattet einer, überall hörst du Musik. Man muss einfach auch dem Vorurteil entgegentreten, dass du als Besucher auf Jamaica nicht gern gesehen bist. Wenn man mit den richtigen Leuten da ist, ist man schnell kein Tourist mehr. Das ist klar, aber auch wenn du dich in den Dances bewegst und die Leuten sehen, dass du ihre Musik liebst und dafür extra von so weit her gekommen bist, dann wirst du eigentlich immer sehr freundlich und mit offenen Armen empfangen. Das ist das schöne an Jamaica. Ich kann wirklich jedem, der Reggae und Dancehall liebt und dies auch von Herzen tut, nur empfehlen: Fliegt nach Jamaica, und ihr werdet eine wunderschöne Zeit haben!“
(D-Flame).

D-Flames „Stopp“ Selection erscheint am 22. September als 7“ bei Germaican records, die CD bei Wea. Das Album „ Unaufhaltsam“ steht am 13. Oktober in den Läden. Watch out!

www.d-flame.de
www.germaica.net
www.eastwest.de

Autor:
Claas “Waynah” Wegener
Photos:
Eastwest

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