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Feature: Curse (1/3) News

Curse ist zurück! Nun, wirklich weg war er nie, aber mit seinem neuen Album "Innere Sicherheit" ist dem 24-jährigen Mindener ein Quantensprung in der deutschen HipHop Landschaft gelungen. Fast vier Jahre ist es her seit meinem letzten Interview mit ihm, vieles hat sich seit dem geändert. Curse jedoch scheint noch immer derselbe zu sein und irgendwie auch wieder nicht. Er wirkt entspannter und gelassener, man weiß nicht ganz ob das seine Natürlichkeit oder seine Professionalität ist. Äußerst redebereit wie immer ist er auf jeden Fall...

Bumbanet: Dein neues Album hast du „Innere Sicherheit“ genannt, diesen Titel kann man in mehrfacher Hinsicht deuten?

Curse: Genau so hab ich mir das auch gedacht. Hauptsächlich bezieht „Innere Sicherheit“ wirklich auf ein Gefühl, die Sicherheit um sich selbst. Mein letztes Album war ja sehr introvertiert, ich habe mich viel mit meiner Vergangenheit beschäftigt, und auch viele Sachen angesprochen, über die ich nachgedacht hatte. Aus diesem Prozess heraus ist eine gewisse Reife entstanden, ich habe mit meinem ganzen Leben einen Schritt gemacht und mit der Vergangenheit ein bisschen abgeschlossen. Ich schaue jetzt in die Zukunft, ich schaue sehr positiv in die Zukunft. Deshalb bin ich jetzt auch bereit neue Sachen zu machen, neue Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen. Das kann man aber auch nur mit der nötigen Sicherheit, seiner Basis machen. Aus diesem Grundgefühl ist das Album entstanden. Ich muss jetzt nicht mehr beweisen, dass ich der tollste Rapper bin. Auf der anderen Seite weist „Inneres Sicherheit“ auch auf die politische Seite hin. Es ist auch das erste Album von mir, bei dem ich sage, dass es in gewisser Weise politisch ist.

Bumbanet: Ging es dir dabei auch darum eine konkrete politische Stellung zu beziehen?

Curse: Es ist schwer das zu sagen. Ich würde sagen nein, denn ich sage auf dem Album nicht, dass man eine bestimmte Partei supporten oder wie die 68er sein soll. Es ist eher so, dass ich denke, dass 95 Prozent der Jugend in Deutschland Politik verdrossen sind, dazu zähle ich auch mich selber. Das liegt aber nicht daran, dass wir keine Meinung und keinen Plan haben, oder uns das nicht interessiert, sondern wir haben das Gefühl, dass das alles über unsere Köpfe hinweg passiert. Aus diesem Gefühl heraus hab ich halt geschrieben, die Probleme und Missstände in Politik wie auch im Sozialen, die ich persönlich sehe, habe ich aufgewiesen. Dabei habe ich versucht, nicht zu sagen alles ist scheiße, wir kotzen jetzt alle, sondern ich habe versucht positive Resonanz daraus zu ziehen, auch wenn das manchmal schwierig ist. Der Grundton ist bei mir: wenn euch die Sachen nicht passen, dann rafft euch auf, seid laut und sprecht die Scheiße an. So viele Menschen gehen jetzt wegen dem Krieg auf die Straße. Meine Message ist eher ein Aufruf zum Selbstbewusstsein und zur Eigenverantwortung, auch zur Eigeninitiative.

Bumbanet: Es ist also auch das bislang positivste Album von dir…

Curse: Auf jeden Fall. „Feuerwasser“ war sehr zerrissen, wie der Name auch schon sagt, positiv, negativ, Party, es war sehr gegensätzlich. „Von Innen Nach Aussen“ war dann sehr viel homogener, mehr zusammenpassend. Introvertiert und reflektierend. Das neue Album ist sehr viel offener, mehr positive Feelings ohne dass es lustig wäre. Ich sehe viele Dinge jetzt anders, sehe bestimmte Sachen anders, gehe anders durch mein Leben, und das äußert sich natürlich auch in meiner Musik. Das heißt aber nicht, dass das Album „smiley face“ wäre, sondern eher „uplifting“, das ist ein schönes Wort.

Bumbanet: War es denn konkret so, dass du gesagt hast, ich will jetzt ein positives Album machen, oder war es einfach dein Leben, dass du in den letzten Jahr geführt hast, der Grund der dahin geführt hat?

Curse: Man kann sich natürlich entscheiden. Man kann sich hinsetzen und sagen, ich schreibe nur über die Sachen die mich abfucken, oder umgekehrt. Mir war es wichtig ein Album zu machen, das zwar Probleme aufzeigt und nicht verleugnet, aber die Gesamtstimmung sollte positiv bleiben. Es sind natürlich auch persönliche Songs auf dem Album, Sachen die einen schlechten Ausgang haben. Aber gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig positiven Input zu haben. Wenn du das Radio oder den Fernseher einschaltest ist alles kacke. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Schulbildung schlecht. Es gibt immer mehr Ghettoisierung, Verfall der Gesellschaft. Deshalb finde ich es wichtig den Leuten positiven Input zu liefern, das was ich auch selber bekommen will. Ich mache immer ein Album, das ich auch selber gerne hören will.

Bumbanet: Du hast jetzt zum zweiten Mal selber produziert…

Curse: Ja, auf dem letzten Album auch schon. Den letzten Song „Schein Heilig“ hab ich gemacht. Auf dem neuen Album habe ich auch nur einen Song gemacht, die erste Single „Hand Hoch“. Ich habe zwar ein paar mehr Beats gemacht, aber mit denen hat sich das nicht so ergeben. Auf jeden Fall probiere ich viel selber aus.

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Autor:
Bumbanet
Photos:
Bumbanet, Jive

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