| Früher
da galten sie noch als richtige Underground Band, sie waren nur
in der Szene bekannten, rockten laut und hart und releasten auf
Hydra Head Records. Sie machten Musik zwischen Metal und Indie-Rock,
ihr erstes Album "Until Your Heart Stops" erschien 1998.
Spätestens mit "Jupiter" legten sie ihr altes Gewand
ab und präsentieren sich experimenteller und melodiebetonter,
im Kern blieben sie jedoch merklich die Alten. Mit der "Tides
Of Tomorrow" EP ging es dann 2002 steil bergauf und Cave In
signten bei BMG. Mit dem neuen Album "Antenna" wagt das
Bostoner Quartett jetzt den Spagat zwischen Underground und Mainstream.
Wir sprachen mit Sänger Stephen Brodsky…
Bumbanet: Erstmal Glückwunsch zu euren neuen Platte.
Werdet ihr die neuen Songs auch schon jetzt auf Tour spielen?
Cave In: Danke. Es wird gemischt sein, wir werden ältere Songs
spielen, Songs von der „Tides of Tomorrow EP“ und auch
neue Songs. Aber ich denke schon dass das Hauptgewicht auf dem neuen
Album liegen wird.
Bumbanet: Die Leute draußen kennen das neue Album
ja noch nicht, ist es also auch eine Tour um die neuen Songs zu
testen?
Cave In: Ja, das kann man schon sagen. Wir sind mit dem neuen Album
noch nicht getourt, wir haben nur mal ein paar einzelne Songs live
gespielt. Insofern ist das jetzt schon eine Test-Tour für „Antenna“.
Bumbanet: Was würdest du denn sagen sind die Hauptunterschiede
zwischen dem alten Album „Jupiter“ und „Antenna“?
Cave In: Ich würde das Songwriting ist stärker fokussiert
und auf Details ausgelegt. Einige der alten Songs waren nicht ganz
flüssig, haben nicht so ganz „geflowt“ wie sie
könnten, daran haben wir jetzt gearbeitet. Wir hatten auch
mehr Zeit um die Songs zu schreiben. In den neuen Songs ist eine
direktere Linie, der Groove zieht sich durch die ganzen Songs. Die
Aufnahme auf dem neuen Album ist auch viel mehr Hi-Fi als es bisher
der Fall war. Das sind denke ich die Hauptunterschiede. Wir hatten
ja auch ein größere Budget und viel Zeit auf Tour.
Bumbanet: Musikalisch habt ihr euch seit euren ersten Releases
auf Hydra Head verändert, gab es hierfür Gründe?
Cave In: Ich glaube nicht dass es dafür einen bestimmten Grund
gab. Es war einfach eine Entwicklung in der wir uns vom Metal wegbewegt
haben. Wir haben einfach das gemacht was wir wollten. Schließlich
machen wir auch schon lange Musik und wir sind älter geworden,
erwachsener. Man findet sich selbst und entdeckt neue Stile für
sich. Es war also kein Prozess der über Nacht abgelaufen ist,
sondern ein Prozess der von vielen Dingen beeinflusst wurde.
Bumbanet: Genannt habt ihr das neue Album „Antenna“,
hat das eine tiefere Bedeutung?
Cave In: „Antenna“ sendet bestimmte Informationen,
die wir als Musiker an die Leute bringen wollen. Wir senden als
kreative Menschen unsere Inspirationen, die wir gesammelt haben,
über unsere Musik an die Fans.
Bumbanet: Mit eurem neuen Album seid ihr bei einem Major,
BMG, gelandet, warum dieser Wechsel?
Cave In: Das war natürlich eine große Frage für
uns. Normalerweise sind ja Major-Labels tabu und die Bands wollen
alles im Underground halten. Aber wir waren ja nicht von Anfang
an bei einem Major. Wir haben bei Indie-Labels viele Platten herausgebracht
und auch lange Zeit Erfahrungen gesammelt. Aber auch dort macht
man schlechte Erfahrungen und viele Leute versuchen einen zu beeinflussen.
Wir wollten uns auf unsere Musik konzentrieren und diese zu unserem
Hauptjob machen, und nur bei einem Major haben wir die Chance die
ganze Zeit Musik zu machen, und wir müssen uns nicht mehr um
Nebenjobs kümmern. Ich denke wir sind so jetzt viel glücklicher
als im Restaurant zu arbeiten.
Bumbanet: Wir würdet ihr eigentlich selbst eure Musik
beschreiben, könnt ihr das?
Cave In: Gibt es dafür einen Namen? Ich sage immer eine Psychedelic-Rock-Band.
Das ist auch sehr allgemein, aber genauer kann ich das wirklich
nicht einordnen.
Bumbanet: Was sind denn eure Einflüsse?
Cave In: Das ist bei jedem von uns vier anders. Hauptsächlich
ist es auch älteres Zeug. Ich persönlich mag Keith Richards
sehr gerne, The Rolling Stones. Es ist wirklich schwer zu sagen,
Nirvana könnte ich vielleicht noch aufzählen, aber es
sind so viele Bands, das kann ich hier jetzt so nicht sagen. Wir
versuchen natürlich unseren eigenen Style zu spielen, Cave
In, aber natürlich kopiert man immer etwas von den Bands die
man mag. Es ist wie ein Filter, unten heraus kommt unsere Musik.
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