| Nach „Kein Zufall“, „Grosses Kino“ und „Eins A“ steht mit „Gern geschehen“ nun das vierte Album der Münchener Crew Blumentopf in den Läden. Das Werk bietet gewohnt witzige und kritische Reime, die es in sich haben und Beats, die diesmal ein Stück weit ausgefallener als bei den Vorgängeralben klingen. Vor ihrem ausverkauften Tour-Gig in Berlin nahmen sie sich die Zeit, ein wenig über sich, ihre Pläne und ihre Ansichten zu sprechen.
Bumbanet: Wie ist das, wenn man sein viertes Album in der Hand hält, lässt die Euphorie von Mal zu Mal nach?
Roger: Nein. „Abhängen“, das erste Release, war natürlich das krasseste für uns. So etwas wirst du nie wieder erreichen können. Wie das erste Mal halt so ist. Es ist aber immer geil, eine Platte fertig zu machen. Die Arbeit hört halt erst auf, wenn die Platte wirklich da ist. Bumbanet: „Danke Bush“, Holunder´s Statement zum letzten Irak-Krieg, war schon auf der Juice-CD-Beilage und von eurer Homepage runterzuladen. Warum habt ihr den Track auch nochmal aufs Album gepackt?
Holunder: Wir haben es quasi als Bonus-Track auf das Album getan. Als mp3 hat der Track eine komische Qualität und auf Platte war er sowieso nicht zu haben. Für mich ist das ein Ding, was sich noch nicht erledigt hat. Es ist ja auch nicht so, dass es von unserer Seite 2 Millionen Mal runtergeladen wurde und es eh schon jeder kannte. Viele Leute haben es auch erst auf dem Album gehört. Bumbanet: Es gab eine Fülle von deutschsprachigen Raptracks zu diesem Thema, zum Kosovo-Einsatz hatten die MCs hierzulande wenig zu sagen.
Holunder: Ich glaube, dass es nicht so einfach ist, zu der Thematik Kosovo-Einsatz einen Dreieinhalb-Minuten-Track zu schreiben, wo man sagt, der bringt es auf den Punkt. Natürlich, du musst dir immer einen Aspekt rausgreifen, aber bei dem Irak-Ding war es für mich als Zuschauer vollkommen offensichtlich, dass man von vorne bis hinten belogen worden ist. Es wurden ohne Ende Tatsachen verdreht und die Öffentlichkeit getäuscht. Da denkst du doch: Jeder sieht, dass alle verarscht werden und trotzdem passiert es. Du sitzt da und musst dich furchtbar aufregen. Der Kosovo-Einsatz war auch nicht UN-gedeckt, aber da kann ich nicht so eine klare Position beziehen. Es ist nicht so einfach, dass in einen Song zu packen, oder sagen wir es so: Ich hätte es nicht wirklich gekonnt.
Roger: Da musst du den Rest dann gar nicht fragen, das ist das Problem bei uns.
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