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Interview: Snapcase (1/2) News

Seit über einem Jahrzehnt gehören Snapcase jetzt zu den wichtigsten Bands der Hardcore Szene. Das wird sich auch mit ihrem neuen, fünften Album "End Transmission" nicht ändern, das im Vergleich zum Vorgänger "Designs For Automotion" eine neue Richtung einschlägt. Darüber, über die Szene und über die Zukunft unterhielten wir uns mit Frontmann Daryl Taberski...

Bumbanet: Mit eurem neuen Album „End Transmission“ habt ihr einen großen Schritt nach vorne gemacht und eine neue Richtung eingeschlagen, wie kam es dazu?

Snapcase: Wir wollten schon immer bei jedem Album etwas neues machen, es ging immer um eine Veränderung und Fortschritt. Diesmal wollten wir ein Album machen, das düsterer klingt und vielseitiger ist, kreativer und interessanter. Wir wollten mit „End Transmission“ Emotionen und verschiedene Stimmungen erzeugen. Und ich denke, das ist uns auch gut gelungen, wir haben so viele Sachen anders gemacht, mit einem anderen Produzenten zusammengearbeitet, mehr Zeit im Studio verbracht und uns auch mehr Zeit für das Songwriting genommen. Das Album ist auch deshalb anders, weil es anders entstanden ist.

Bumbanet: Gab es denn einen Plan oder eine Vision für dieses Album?

Snapcase: Nicht wirklich. Als wir mit dem Album angefangen hatten, gab es noch keinen Plan. Die Ideen haben sich dann mit der Zeit angesammelt und sind immer mehr geworden. Das Album hat sich also im Entstehungsprozess so entwickelt.

Bumbanet: Waren es denn diesmal andere Sachen, die euch beeinflusst haben?

Snapcase: Ja, auf jeden Fall. Aber es ist schwer zu sagen, was genau das war. Wir alle Fünf sind am Songwriting beteiligt und wir hören alle verschiedene Musik. Das ist auf jeden Fall ein Grund dafür, dass das Album auch eine Nummer interessanter geworden ist, weil die Einflüsse aus allen Richtungen kamen.

Bumbanet: Gibt es denn bestimmte Bands, die euch besonders beeinflusst haben?

Snapcase: Es gibt Bands, die wir schon immer gehört haben, Quicksand, Fugazi, Sick of it all, Helmet, Far, die hatten bestimmt einen Einfluss auf uns.

Bumbanet: Wie geht es dir mit dem Schreiben von den Texten, musst du dafür in einer bestimmten Umgebung oder Stimmung sein?

Snapcase: Ich muss auf jeden Fall alleine sein, es darf keine Ablenkung geben. Es ist jedoch auch schwer, sich einfach hinzusetzen und zu sagen, ich schreibe jetzt einen Text. Das funktioniert nur selten. Die meisten Ideen sammeln sich in meinem Kopf bei irgendwelchen Aktivitäten an, zum Beispiel wenn ich Auto fahre oder wenn ich laufe. Die Dinge schreibe ich dann auf, wenn ich alleine bin, insofern ich mich dann noch daran erinnern kann. Aber meistens funktioniert das.

Bumbanet: Man kann euch als progressive Band einstufen, was ist deiner Meinung nach, was das ausmacht?

Snapcase: Das hat sicherlich verschiedene Gründe. Einerseits versuchen wir immer innovativ zu sein, wenn auch nur dezent, andererseits imitieren wir anderen Bands nicht direkt. Wir versuchen neue und andere Sachen zu machen. Unsere Roots liegen im Hardcore und das ist wahrscheinlich der Hauptgrund, weshalb wir als progressiv gelten. Der Sound im Hardcore ist sehr eng eingegrenzt, wenn man da nur ganz leicht abweicht fällt man schon aus der Reihe. Deshalb denke ich, dass diese Einstufung nur richtig ist, wenn man uns wirklich mit straightem Hardcore vergleicht.

Bumbanet: War denn der Druck für euch jetzt hoch, nachdem eure letzten Alben so erfolgreich waren?

Snapcase: Wir in der Band denken darüber nicht so viel nach. Ich denke bei „Designs For Automotion“ waren wir etwas besorgt und haben uns darüber Gedanken gemacht, eine Platte zu machen, die mehr akzeptiert wird. Dabei waren wir auf jeden Fall zu vorsichtig, haben zu sehr auf die sichere Seite gesetzt, das weiß ich jetzt. Deshalb sind wir diesmal auch anders an die Sache herangegangen und haben uns keine Gedanken darüber gemacht, ob das Album jetzt erfolgreich wird oder nicht. Wir haben diesmal weniger nachgedacht und dafür unserer Kreativität freien Lauf gelassen.

Bumbanet: Was bedeutet denn Erfolg für euch?

Snapcase: Erfolg bedeutet für uns, ein Album zu schreiben, mit dem wir glücklich sind, wo wir Songs haben, die aufregend sind und bei denen wir uns freuen auf die Bühne zu gehen und zu spielen. Wenn du einfach auf die Bühne gehst, nicht darüber nachdenkst was du machst und alles einfach natürlich aus dir herauskommt.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
Bumbanet, Victory

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