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Seit
über einem Jahrzehnt gehören Snapcase jetzt zu den wichtigsten
Bands der Hardcore Szene. Das wird sich auch mit ihrem neuen, fünften
Album "End Transmission" nicht ändern, das im Vergleich
zum Vorgänger "Designs For Automotion" eine neue
Richtung einschlägt. Darüber, über die Szene und
über die Zukunft unterhielten wir uns mit Frontmann Daryl Taberski...
Bumbanet: Mit eurem neuen Album End Transmission
habt ihr einen großen Schritt nach vorne gemacht und eine
neue Richtung eingeschlagen, wie kam es dazu?
Snapcase: Wir wollten schon immer bei jedem Album etwas neues machen,
es ging immer um eine Veränderung und Fortschritt. Diesmal
wollten wir ein Album machen, das düsterer klingt und vielseitiger
ist, kreativer und interessanter. Wir wollten mit End Transmission
Emotionen und verschiedene Stimmungen erzeugen. Und ich denke, das
ist uns auch gut gelungen, wir haben so viele Sachen anders gemacht,
mit einem anderen Produzenten zusammengearbeitet, mehr Zeit im Studio
verbracht und uns auch mehr Zeit für das Songwriting genommen.
Das Album ist auch deshalb anders, weil es anders entstanden ist.
Bumbanet: Gab es denn einen Plan oder eine Vision für dieses
Album?
Snapcase: Nicht wirklich. Als wir mit dem Album angefangen hatten,
gab es noch keinen Plan. Die Ideen haben sich dann mit der Zeit
angesammelt und sind immer mehr geworden. Das Album hat sich also
im Entstehungsprozess so entwickelt.
Bumbanet: Waren es denn diesmal andere Sachen, die euch beeinflusst
haben?
Snapcase: Ja, auf jeden Fall. Aber es ist schwer zu sagen, was
genau das war. Wir alle Fünf sind am Songwriting beteiligt
und wir hören alle verschiedene Musik. Das ist auf jeden Fall
ein Grund dafür, dass das Album auch eine Nummer interessanter
geworden ist, weil die Einflüsse aus allen Richtungen kamen.
Bumbanet: Gibt es denn bestimmte Bands, die euch besonders beeinflusst
haben?
Snapcase: Es gibt Bands, die wir schon immer gehört haben,
Quicksand, Fugazi, Sick of it all, Helmet, Far, die hatten bestimmt
einen Einfluss auf uns.
Bumbanet:
Wie geht es dir mit dem Schreiben von den Texten, musst du dafür
in einer bestimmten Umgebung oder Stimmung sein?
Snapcase: Ich muss auf jeden Fall alleine sein, es darf keine Ablenkung
geben. Es ist jedoch auch schwer, sich einfach hinzusetzen und zu
sagen, ich schreibe jetzt einen Text. Das funktioniert nur selten.
Die meisten Ideen sammeln sich in meinem Kopf bei irgendwelchen
Aktivitäten an, zum Beispiel wenn ich Auto fahre oder wenn
ich laufe. Die Dinge schreibe ich dann auf, wenn ich alleine bin,
insofern ich mich dann noch daran erinnern kann. Aber meistens funktioniert
das.
Bumbanet: Man kann euch als progressive Band einstufen, was
ist deiner Meinung nach, was das ausmacht?
Snapcase: Das hat sicherlich verschiedene Gründe. Einerseits
versuchen wir immer innovativ zu sein, wenn auch nur dezent, andererseits
imitieren wir anderen Bands nicht direkt. Wir versuchen neue und
andere Sachen zu machen. Unsere Roots liegen im Hardcore und das
ist wahrscheinlich der Hauptgrund, weshalb wir als progressiv gelten.
Der Sound im Hardcore ist sehr eng eingegrenzt, wenn man da nur
ganz leicht abweicht fällt man schon aus der Reihe. Deshalb
denke ich, dass diese Einstufung nur richtig ist, wenn man uns wirklich
mit straightem Hardcore vergleicht.
Bumbanet: War denn der Druck für euch jetzt hoch, nachdem
eure letzten Alben so erfolgreich waren?
Snapcase: Wir in der Band denken darüber nicht so viel nach.
Ich denke bei Designs For Automotion waren wir etwas
besorgt und haben uns darüber Gedanken gemacht, eine Platte
zu machen, die mehr akzeptiert wird. Dabei waren wir auf jeden Fall
zu vorsichtig, haben zu sehr auf die sichere Seite gesetzt, das
weiß ich jetzt. Deshalb sind wir diesmal auch anders an die
Sache herangegangen und haben uns keine Gedanken darüber gemacht,
ob das Album jetzt erfolgreich wird oder nicht. Wir haben diesmal
weniger nachgedacht und dafür unserer Kreativität freien
Lauf gelassen.
Bumbanet: Was bedeutet denn Erfolg für euch?
Snapcase: Erfolg bedeutet für uns, ein Album zu schreiben,
mit dem wir glücklich sind, wo wir Songs haben, die aufregend
sind und bei denen wir uns freuen auf die Bühne zu gehen und
zu spielen. Wenn du einfach auf die Bühne gehst, nicht darüber
nachdenkst was du machst und alles einfach natürlich aus dir
herauskommt.
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