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Interview: Rise Against (1/1) News

Rise Against aus Chicago sind äußerlich gesehen eine ungewöhnliche Hardcore Band. Nicht nur weil Gitarrist Dan Precision eine Metal-Matte (mittlerweile Vergangenheit) und keine Straight-Edge Kurzhaar-Frisur trägt, auch weil Sänger Tim mit seinen Locken eher an eine Indie-Band erinnert. Man könnte auch noch weiter gehen; die Einflüsse des Quartetts liegen eher in der Punk Geschichte, Bad Religion Minor Threat oder die Bad Brains. Und nicht zuletzt stehen Rise Against mit ihrem Debütalbum „The Unraveling“ beim Punkrock Traditionslabel Fat Wreck Chords unter Vertrag.

Man könnte den Spieß aber auch umdrehen. Auch Sick of it all sind bei Fat Wreck, und mit denen zusammen rocken Rise Against die Bühnen dieser Welt. Dazu entstand die Band aus Teilen von 88 Fingers Louie, Dan und Bassist Joe spielten dort. Wie auch immer man diese Fakten zusammenfassen will, ob man Rise Against mehr dem Hardcore oder dem Punkrock zuordnen will, spielt das irgendwie keine Rolle, denn wie die genannten Labelkollegen oder auch Good Riddance, deren Sänger Russ ein paar Backup Vocals für das Album beisteuerte, sprechen Rise Against ein größeres Publikum an.

Anders sieht das die Band selber auch nicht. Fest steht für Tim, Dan, Joe und Drummer Brandon nur, dass auf jeden Fall ein gehöriger Anteil Punk in ihrer Musik steckt, aber ob man das Gesamte jetzt Melodic Hardcore oder whatever nennt, spielt doch keine Rolle. Dennoch sehen sich die Musiker aus Chicago hauptsächlich in Hardcore Szene, die man in in ihrer Heimatstadt vielleicht nicht unbedingt klein, aber rein im Underground verankert nennen kann. Werden Rise Against teilweise zu den Rettern ihrer heimischen Musik Szene ernannt, so halten sie aber nichts davon. Sie wollen nicht in die Position der Vorreiter und Antreiber gedrängt werden, sie sehen sich auf einem Level mit vielen Bands aus Chicago. Dennoch schafft es nicht jede Band zu Fat Wreck. Überhaupt war es verwunderlich, dass sie dort gesignt wurden. Fat Wreck glaubte fest an sie, denn zu diesem Zeitpunkt hatte die Band weder einen festen Drummer noch einen richtigen Song. Ein Demo hatten sie natürlich, aber ohne die Überredungskunst und den Einfluss der Freunde von Good Riddance, hätte es vielleicht nie einen Deal gegeben. Aber wie es auch immer gekommen ist, bei Fat Wreck sind Rise Against auf jeden Fall zufrieden, nicht nur weil sie sich gut unterstützt fühlen, sondern auch weil Fat Mike, den sie auch persönlich kennen, & die Fat Wrecker an dem Punkrock Grundgedanken festhalten. Das war ihrer Meinung nach bei Hopeless Records, der Heimat von 88 Fingers Louie, nicht immer so, und zudem hatten sie dort auch weniger Möglichkeiten für den weltweiten Vertrieb ihrer Platten. Viel hat sich – erstaunlicherweise – trotzdem nicht geändert. Der größte Unterschied zwischen den beiden Bands ist Sänger Tim, der den besonderen Style von Rise Against ausmacht. Geändert hat sich aber auf jeden Fall das Publikum. Abgesehen von den Unterschieden zwischen den Staaten und Europa, ist die Hardcore Szene offener geworden. Die Fans mischen sich mit Punk und Emo, die Trends wechseln häufiger, die Konkurrenz ist härter. Grundsätzlich finden sie das auch positiv, dass die Kids heute offener für verschiedene Bands sind. Mit ihren Texten stoßen Rise Against auch nicht ins klassische Hardcore Genre, die Themen sind aus dem Leben gegriffen, es geht um Persönliches, Gefühle und Beziehungen. Den großen Wurf konnten sie mit „The Unraveling“ aber noch nicht landen. Zwar gab es gute Kritiken in Fanzines überall auf der Welt, aber der Bekanntheitsgrad lässt aber noch zu wünschen übrig. Daran arbeitet die Band aber unentwegt, ohne Pause tourt man mit NOFX, Strung Out oder Snapcase in den USA. In Europa waren es Sick of it all, und von den Reaktionen der Leute auf die Shows waren die Chicago Guys wirklich begeistert. Obwohl kaum jemand die 16 Songs vom Album kannte, gingen die Leute ordentlich ab, und es wurde nicht nur einige Shirts und CD's verkauft, sondern mit Sicherheit auch viele neue Fans gewonnen.

Und wie es weitergeht? Bestimmte Pläne haben sie nicht, einfach weiterhin touren und Musik machen, ist das Ziel. Aber eins ist sicher: Im Oktober 2002 geht es ins Studio um mit Steve Evetts (Snapcase, Hatebreed, Sick of it all) das neue Album einzuspielen , das dann vorraussichtlich Anfang nächsten Jahres in den Läden stehen wird. Man sollte gespannt sein.

 

Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
Fatwreck, Rise Against

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