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Bumbanet:
Ich seid noch nicht oft in Deutschland gewesen, wie ist das für
euch hier zu spielen?
New Found Glory: Das ist irgendwie verrückt. Selbst in den
Staaten weißt du nicht, was dich zum Beispiel in Georgia erwartet,
obwohl du meinst, alles zu kennen. Es ist aufregend, so viele Orte
kennenzulernen. Ich war vorher noch nie in Deutschland und hatte
überhaupt keine Ahnung, was mich hier erwartet. Wenn du zuhause
sitzt denkst du nur darüber nach, was in deiner Stadt abgeht.
Aber jetzt haben wir Leute überall kennengelernt und fragt
sich deshalb schon, was die so in ihrer Stadt, ob Köln oder
London, machen. Das ist schon sehr cool.
Bumbanet: Habt ihr denn überhaupt Zeit euch die Städte
auch mal anzugucken?
New Found Glory: Viel Zeit haben wir nicht. Aber es gibt immer
etwas Freiraum, wenn wir in einer Stadt angekommen sind und auf
das Equipment und den Soundcheck warten. Dann laufen wir etwas herum,
gehen irgendwo essen und besuchen einen Plattenladen. Aber weit
weg vom Club kommt man wegen der knappen Zeit nie, wir haben ja
auch kein Auto, mit unserem Tourbus können wir natürlich
nicht herumfahren. Manchmal nehmen wir dann ein Taxi.
Bumbanet: In den Staaten seid ihr schon viel größer,
ist da nicht komisch hier vor kleinerem Publikum aufzutreten?
New Found Glory: In den Staaten haben wir uns ja auch langsam nach
oben gespielt, anfangs sind wir auch vor wenigen Leuten aufgetreten.
Für uns ist das selbstverständlich, wenn wir in ein fremdes
Land gehen, wo wir noch nie waren, müssen wir da von unten
wieder neu anfangen. Trotzdem ist es doch viel einfacher für
uns. In den Staaten kannte uns wirklich noch niemand, da kamen vielleicht
10 Leute, aber hier haben einige Leute schon von uns gehört
und es kamen direkt hunderte Leute zu unseren Konzerten. Und das
finden wir wirklich großartig. Außerdem ist es wirklich
gut, dass wir nochmal sehen, wie wir vor einigen Jahren angefangen
haben, dass sich das in gewisser Weise nochmal wiederholt. Wenn
du so groß wie Aerosmith bist, dann hat du eine ganz andere
Wahrnehmung, dann bekommst du sowas überhaupt nicht mehr mit.
Bumbanet:
Mal was anderes, seid ihr sportlich, vor allem was Skateboarding
und Snowboarding angeht?
New Found Glory: Jordan skatet ein bisschen. Ich kann das aber
überhaupt nicht. Als ich das mal probiert habe, bin ich sofort
gefallen und habe mit den Kopf aufgeschlagen. Wenn dann bin ich
eher fürs Snowboarding. Aber viel Zeit haben wir sowieso
nicht dafür, wir sind zu oft auf Tour.
Bumbanet: Was treibt ihr denn sonst so, wenn ihr mal frei habt?
New Found Glory: Ich will dann einfach nur bei meiner Frau sein,
mit meinem Hund spielen, in meinem Bett schlafen und in mein Klo
scheissen. Also all das, was ich nicht auf Tour machen kann. Nicht,
dass ich nicht gerne auf Tour wäre, aber irgendwann hast du
genug und dann ist es schön für zwei Wochen nach Hause
zu gehen und zu relaxen. Aber dann will man auch schon wieder auf
Tour.
Bumbanet: Gibt es Ziele, die ihr mit der Band habt?
New Found Glory: Als ich mit New Found Glory angefangen habe, hätte
ich niemals auch nur davon geträumt, dass wir so weit kommen
so viel Erfolg haben würden. Deshalb bin ich schon jetzt zufrieden.
Wir wollen einfach so weitermachen, Konzerte spielen und Platten
rausbringen, solange uns die Leute sehen wollen. Das Durchschnittsalter
von Bands ist drei Jahre, uns gibt es jetzt seit sechs Jahren. Ich
bin sehr dankbar für alles.
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