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So
langsam fassen die Ami Pop-Punker New Found Glory auch bei uns Fuß,
ihr neues Album "Sticks and Stones" ist dabei ein wichtiger
Schritt. Bei unserem Interview mit der Band im Kölner Prime
Club, der an diesem Abend allerdings enttäuschend schlecht
besucht war, was aber wahrscheinlich auch daran lag dass die Band
an gleicher Stelle erst wenige Monate zuvor gespielt hatte, sprachen
wir über das Werk, den US Punk Hype und ihre Touren in Europa...
Bumbanet: Euer neues Album Sticks and Stones ist
jetzt draussen, was sind die entscheidenden Veränderungen im
Vergleich zum Vorgänger?
New Found Glory: Wir haben seit der letzten Platte sehr viel getourt
und dadurch auch viel gelernt, wir sind gereift und unser Songwriting
auch. Wenn man jeden Abend zusammen spielt, lernt man sich gut kennen,
und mittlerweile wissen wir, wie jeder Einzelne von uns an die Musik
herangeht. Von den zwei Jahren seit dem letzten Album handelt das
neue Werk auch, es geht um die Sachen, die wir unterwegs erlebt
haben, allerdings auch um ältere Sachen, Beziehungen und so.
Die Texte sind also im Vergleich viel reifer geworden. Und unsere
Musik hat sich auch bisher immer etwas von Platte zu Platte verändert.
Wir haben immer ein paar langsame, ein paar Midtempo und ein paar
schnelle Songs. Am Anfang hatten wir 20 Songs für Sticks
and Stones und am Ende sind wir bei 12 Songs angekommen, den
12 Besten.
Bumbanet: Hattet ihr denn von Anfang an einen festen Plan für
das Album?
New Found Glory: Wir hatten wieder den gleichen Produzenten wie
beim letzten Album und was wir von Anfang an wollten, war ein härterer
Gitarren-Sound. Immer wenn wir die Songs vom letzten Self-titled
Album live gespielt haben, klangen sie viel härter als auf
der Platte. Deshalb war dies unser Hauptziel für Sticks
and Stones und ich denke wir haben das geschafft.
Bumbanet: Gab es denn diesmal andere Einflüsse, habt ihr
vielleicht andere Musik gehört?
New Found Glory: Im Grunde hören wir alle immer noch die gleiche
Musik. Chad schreibt den größten Teil der Musik und er
hört auch Musik aus allen Richtungen, von Björk bis Hatebreed.
Jeder von uns hat seinen eigenen Musikgeschmack, im Kern hören
wir alle das Gleiche, aber dann hat jeder noch seine eigenen Favoriten.
Pop zum Beispiel, ich mag Britney Spears, außerdem 80s
Metal, Poisen The Well, Korn... Trotzdem finden wir immer irgendwie
einen gemeinsamen Nenner.
Bumbanet:
Wie würdet ihr euch eigentlich selber einordnen, als Punkrock
oder Pop-Punk, oder...?
New Found Glory: Ich würde sagen Pop-Punk, weil das am einfachsten
ist. Es ist aber schwierig Bands einzuordnen, was ist denn jetzt
Punk? Rancid, Green Day oder Blink? Als kleine Band wird man immer
direkt mit denen verglichen, weil es so einfacher ist, den Leuten
zu erklären, was das für eine Band ist. Chad hat als er
jünger war Hardcore gehört und er wurde immer gefragt,
was das ist. Er hat dann gesagt, das ist sowas wie Rage against
the machine, damit die Leute das verstehen, auch wenn die ja gar
kein Hardcore sind. Und zu uns würde ich halt Pop-Punk sagen,
weil wir ein bisschen poppy klingen, andere Leute würden vielleicht
Emo sagen, weil unsere Texte emotional sind, aber das ist nicht
meine Meinung. Da sind wir noch eher RocknRoll.
Bumbanet: Bist du denn glücklich darüber, dass Pop-Punk
mit Blink 182 und Sum 41 in den Staaten so ein großer Hype
geworden ist?
New Found Glory: Ich finde das großartig. Als ich angefangen
habe Gitarre zu spielen und eine Band gründen wollte, sah ich
die ganzen großen Metal Bands bei Headbangers Ball auf MTV.
Damals wollte ich unbedingt in einer Metal Band spielen, in den
Punkrock bin ich erst zufällig hineingeraten. Und das sind
ja zwei verschiedene Sachen, bei Punk geht es um die Ethik, bei
Metal darum so groß wie möglich zu werden. Und diesen
Metal Background habe ich immer noch. Wir haben ja auch klein angefangen,
es kamen nur sehr wenige Leute zu unseren Shows, aber die haben
das dann immer weiter erzählt und so kamen immer mehr. Das
ist der Schneeball-Effekt. Wenn eine Band populär ist, gibt
es auch einen Grund dafür. Wenn ich das Radio anschalte und
Sum 41 höre, finde ich das gut, besser als wenn da nur Jennifer
Lopez oder Mariah Carey laufen würde. Das Problem ist nur,
dass viele Kids nur Blink 182 und Sum 41 kennen, aber nicht die
ganzen Bands, die ähnliche Musik machen. Aber genau durch diese
Bands werden die Kids zum Punk gebracht, dadurch dass sie Blink
hören werden sie sich irgendwann auch für den Rest interessieren.
Insofern finde ich diesen Hype sehr gut.
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