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Interview: Millencolin (1/2) News

Über die History von Millencolin muss man wirklich keine Worte mehr verlieren. Millionen verkaufter Alben weltweit, tausende von Konzerten, die vier Schweden waren die Skatepunk Heros der 90er. Soll aber nicht heißen, dass es die Band in diesem Jahrtausend langsamer angehen lässt. Mit "Home From Home" haben sie das beste Album bisher in die Welt gesetzt, das sich allerdings stärker am Alternative Sound orientiert. In Köln sprachen wir mit Gitarrist Erik Ohlsson, der auch die ganzen Fäden im Hintergrund zieht...

Bumbanet: Beginnen wir mit eurem neuen Album „Home From Home“, für was steht der Titel genau?

Millencolin: Der Titel steht für unsere Musik, die für uns ein zweites Zuhause darstellt. Wenn wir auf Tour sind fühlen wir uns durch unsere Musik immer heimisch. Die Band ist für uns wie eine Familie.

Bumbanet: Ihr habt einen neuen Producer für das Album gewählt, Lou Giordano, warum?

Millencolin: Brett Gurewitz von Bad Religion hat ja unser letztes Album „Pennybridge Pioneers“ produziert, aber er ist halt nicht dieser typische Producer. Es war gut für uns mit ihm zu arbeiten, eine wichtige Erfahrung, aber der Wechsel jetzt war auch gut. Brett ist natürlich ein Idol für uns und es war eine Ehre für uns mit ihm in den Westbeach Studios in Californien zu arbeiten. Das war aber eine einmalige Sache, wir wollten nicht wieder das Gleiche machen. Auf Lou Giordano sind wir hauptsächlich gestoßen, weil er auch das Samiam Album produziert hat.

Bumbanet: Wie groß war denn der Einfluss vom Producer auf das Album, spielt das eine wichtige Rolle?

Millencolin: Auf den Sound hatte er natürlich schon einen großen Einfluss, aber er hat nichts an den Songs geändert. Er hat uns nicht gesagt was wir zu tun haben. Lou hat sich um den Sound gekümmert und hatte auch gerade bei den Vocals gute Ideen. Wir sind auch nicht die Band, die zu einem Producer geht und sagt: Hey, mach dass diese Platte gut klingt. Unsere eigenen Ideen sind am wichtigsten und Mathias produziert auch selber.

Bumbanet: Gab es denn diesmal grundsätzliche Unterschiede bei der Aufnahme?

Millencolin: Nicht wirklich, wobei man in einem anderen Studio immer anders arbeitet. Vor der eigentlichen Aufnahme haben wir eine Pre-Production gemacht, das heißt wir haben jeden Song in wechselndem Tempo ausprobiert und geguckt in welcher Geschwindigkeit es am besten klingt. Ich denke das war eine sehr gute Idee. Auf den letzten Alben fand ich immer manche Songs zu schnell oder zu langsam. Ansonsten war es so, dass wir zuerst die Drums, dann die Gitarren und am Schluss den Gesang aufgenommen haben.

Bumbanet: Zwei Songs („Kemp“ und „Black Eye“) auf dem Album hattet ihr vorher schon, aber habt sie nochmal neu aufgenommen, warum?

Millencolin: Die Songs waren vorher B-Seiten und nicht viele Leute haben sie zu hören bekommen. Wir fanden beide Songs aber sehr gut, bis auf einzelne Details. So hat Nikola bei „Kemp“ den Text nochmal neu geschrieben und außerdem wollten wir einen neuen, besseren Sound.

Bumbanet: Auf dem Album ist auch der Song „Afghan“, war es für euch wichtig auch einen politischen Song zu haben?

Millencolin: Es war einfach so unfassbar verrückt, was passiert ist. Lou ist aus New York, und der Tag, an dem er bei uns ankam, war der 11. September. Und so hatte das auch einen Einfluss auf die Aufnahmen, da auch ein Fernseher im Studio war. Wir hatten zu der Zeit Angst, es könnte einen 3. Weltkrieg geben. Es war eine große Tragödie.

Bumbanet: Eure Einflüsse kommen von überall her, was ist überall zum Beispiel?

Millencolin: Nikola hört z.B. viel Beatles, aber ich glaube nicht, dass die jetzt eine große Inspiration für ihn sind, abgesehen davon dass sie großartige Vocal Melodien haben. Dann ist z.B. Manu Chao ein Einfluss und viel härteres Zeug wie die Foo Fighters. Die haben wahrscheinlich den größten Einfluss auf unseren Sound. Für mich bleibt die größte Inspiration aber Rancid. Aber Reggae höre ich auch. Immer wenn ein Song speziell klingt steckt auch ein spezieller Einfluss dahinter. Aus was für einer Art Musik dieser Einfluss kommt spielt keine Rolle.

Bumbanet: Denkt ihr über euren großen weltweiten Erfolg nach, macht ihr euch Gedanken über die Gründe dafür?

Millencolin: Das ist so schwer zu sagen. Wir versuchen einfach mit dem glücklich zu sein, was wir erreicht haben. Für uns ist es die Hauptsache, dass die Leute unsere Musik mögen. Wir haben kein Ziel wie eine bestimmte Anzahl Platten zu verkaufen oder auf MTV zu erscheinen. Unsere Homepage ist mir z.B. wichtig, da sehe ich die Reaktionen der Leute, und diese Reaktionen geben uns neue Kraft. Das ist vielleicht auch der größte Einfluss für uns, dass die Leute mögen was wir machen.

Bumbanet: Gibt es denn keine bestimmten Pläne oder Ziele?

Millencolin: Wir wollen einfach immer bessere Songs schreiben, dabei geht es nicht um den Erfolg an sich. Viele Bands kümmern sich zu sehr um ihre Pläne, was genau sie wie machen wollen. Das machen wir nicht, in dieser Hinsicht setzen wir uns keine Ziele. Wir wollen einfach den coolen Vibe aufrecht erhalten, einfach mit dem glücklich zu sein was wir machen. Ich liebe das Touren und dabei viele neue Leute zu treffen.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
Burning Heart

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