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Bumbanet:
Dein Ein Albums Namens Bernd hat nicht die besten Kritiken
bekommen, warst du selber mit der Platte zufrieden?
MC Rene: Im Vergleich zum neuen Album ist das natürlich ein
Unterschied wie Tag und Nacht. Aber das war einfach eine andere
Zeit. Damals wollte ich ein Album machen, wo ich in zehn Jahren
einfach Wow sagen kann. Auch wenn sich das Album nicht fett verkauft
hat, ich wollte das einfach machen. Klar war aber, dass das nächste
Album ganz anders werden würde. Dafür steht auch Improversum,
dass man immer wieder auf's neue überrascht wird, und nicht
weiß, was als nächstes kommt. Diesmal musste ich den
Leuten was beweisen, wenn auch mir nicht mehr selber. Jetzt hab
ich das getan und mir damit die Basis geschaffen in Zukunft noch
freier zu sein.
Bumbanet: Wer steckt denn genau hinter Improversum?
MC Rene: Das ist der Django, u.a. ist er auch mein Manager, kreativer
Mentor und Regisseur der ganzen Sache. Außerdem haben wir
noch mehrere R'n'B Sängerinnen und Produzenten. Ultraman und
Hustler Durben, sowie ein paar andere Leute. Improversum ist wie
ein Netzwerk in verschiedenen Städten, Musiker, Trommler und
Bassisten, gehören dazu, Supporter, einfach Leute die down
mit uns sind.
Bumbanet: Du hast auch schon VIVA Mixery Deluxe angesprochen,
ist der Track Namenlose MC's eine Abrechnung mit dieser
Zeit?
MC Rene: Ja klar. Wenn man irgendwo aufhört, muss man auch
Resümee ziehen, die Abrechnung schreiben. Darum geht es in
dem Track Namenlose MC's. Allerdings geht es auch um
Talente, um die Leute, die was zu sagen, aber keine Plattform dafür
haben. Und davon gibt es viele. Darum hat Improversum natürlich
auch Interesse, solche Talente zu finden und die mit aufzubauen.
Wir brauchen frische, neue Leute. Mein Album ist ja auch von absoluten
No-Names produziert, das muss man sich mal vorstellen. Da ist kein
Thomilla, kein Tomekk, kein Tropf, das sind alles unsere eigenen
Leute. Und ich finde, gerade vor dem Background dass die niemand
kennt, es unglaublich, was die geleistet haben. Das ist Improversum,
wir nehmen viele Leute, die niemand kennt und bauen die zusammen.
Wir machen alles selber, das Artwork zum Beispiel. Bei dem Song
Pump Up den Shit muss auch das Cover und das Video dazupassen.
Früher war MC Rene immer sehr verspielt, da wusste man nie,
wo geht er eigentlich hin, und jetzt haben wir eine klare Linie
gefunden. Wenn man das Cover sieht, sieht man ein Mephisto Symbol,
meinen Kopf. Alle denken, der ist jetzt böse, aber nein, das
ist nur ein anderes Gesicht von MC Rene. Die Leute, die mich live
kennen, kennen das Gesicht auch. Im Bezug auf Namenlose MC's
fordern wir auch alle Leute auf, uns Demos zu schicken. Gerade auch
Frauen, Sängerinnen. Wir machen R'n'B, HipHop, Pop, Funk, das
ist nicht auf eine Sparte begrenzt. Und Fernsehen machen wir auch.
Improversum ist sehr vielseitig, wie eine Community, die Leute pusht.
Bumbanet: Wenn du jetzt zurückblickst auf die Mixery Zeit,
bist du da zufrieden wie alles gelaufen ist?
MC Rene: Ja, schon. Natürlich habe ich viele Leute interviewt,
die mich hätten interviewen sollen. Ich lebe ja nicht in einer
rosaroten Welt. Aber insgesamt würde ich alles nochmal so machen.
Denn auch diesen Sachen habe ich auch gelernt, das hat mich geprägt
zu dem was ich heute bin. Die ganzen Leute, die immer meckern, die
wissen gar nicht wie es ist. Ich habe in der langen Zeit, in der
ich als MC am Start bin, gelernt mit Druck und der Öffentlichkeit
umzugehen. Aber das war ein Entwicklungsprozess und dabei hat mir
Mixery geholfen. Gerade dass ich in die Situation gedrängt
wurde, wo die Leute gesagt haben: Oh man ist der jetzt kommerziell,
der ist im Fernsehen... Keiner von denen würde diesen Druck,
dem ich da ausgesetzt war, aushalten, die würden alle daran
zerbrechen. In dieser Situation zeigt sich sich wirklich, wer es
drauf hat und wer dann nur aufgibt. Und das hört man auch auf
meinem Album, da hört man, dass ich immer am Start bin, dass
ich nicht aufgebe. Das darf man nicht mit Enttäuschung oder
Frust verwechseln, denn dann hätte ich nie ein Album gemacht,
wäre das mein Motiv. Es geht darum den Leuten zu zeigen, dass
ich hier bin, dass ich viel durchgemacht habe, aber immer weitergehen
werde. Die Leute, die sich darauf ausruhen, nur zu meckern
im Internet sieht man das ja viel würden nie die Kraft
haben so einen Weg zu gehen, mit all den richtigen Kompromissen,
die du machen musst, und den Kompromissen, die du nicht zu machen
hast. Das ist immer eine Gradwanderung.
Bumbanet: Der Mixery Battle wurde ja immer kritisiert wegen
seinen Inhalten und seinem Niveau, wie siehst du das?
MC Rene: Ja, das war schon immer so eine Sache. Ich meine, ich
bin selbst MC und das war teilweise echt grottenschlecht. Aber ich
sehe das eher als Freakshow. Die Leute sollen das nicht so ernst
nehmen. Wer immer meckert und sagt, dass er viel besser rappt, soll
doch hinkommen. Ansonsten sollen die doch für ihre Homies weiterrappen,
wenn sie sich zu schade dafür sind. Der Mixery Battle ist einfach
eine super Möglichkeit sich zu präsentieren und wenn man
gut ist wird man unter den Schlechten herausstechen. Dieser Chance
muss man sich bewusst sein. Letztendlich regen sich die Leute darüber
auf und gucken es trotzdem weiter, was soll ich dazu noch sagen!
Ich war auch nicht immer der Meinung, dass der oder der MC gewonnen
hat, ich hätte teilweise auch anders entschieden. Aber das
Publikum hat entschieden und das hat den MC bekommen, den es verdient
hat. Es ist einfach lustig, wie sich das entwickelt hat. Oft wurde
es ja dann auch unfreiwillig komisch, manche Leute haben sich das
nur angeguckt, um sich kaputt zu lachen. Es war halt nicht gut aber
es ist gut, dass es sowas gibt.
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