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Interview: MC Rene (2/3) News

Bumbanet: Dein „Ein Albums Namens Bernd“ hat nicht die besten Kritiken bekommen, warst du selber mit der Platte zufrieden?

MC Rene: Im Vergleich zum neuen Album ist das natürlich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Aber das war einfach eine andere Zeit. Damals wollte ich ein Album machen, wo ich in zehn Jahren einfach Wow sagen kann. Auch wenn sich das Album nicht fett verkauft hat, ich wollte das einfach machen. Klar war aber, dass das nächste Album ganz anders werden würde. Dafür steht auch Improversum, dass man immer wieder auf's neue überrascht wird, und nicht weiß, was als nächstes kommt. Diesmal musste ich den Leuten was beweisen, wenn auch mir nicht mehr selber. Jetzt hab ich das getan und mir damit die Basis geschaffen in Zukunft noch freier zu sein.

Bumbanet: Wer steckt denn genau hinter Improversum?

MC Rene: Das ist der Django, u.a. ist er auch mein Manager, kreativer Mentor und Regisseur der ganzen Sache. Außerdem haben wir noch mehrere R'n'B Sängerinnen und Produzenten. Ultraman und Hustler Durben, sowie ein paar andere Leute. Improversum ist wie ein Netzwerk in verschiedenen Städten, Musiker, Trommler und Bassisten, gehören dazu, Supporter, einfach Leute die down mit uns sind.

Bumbanet: Du hast auch schon VIVA Mixery Deluxe angesprochen, ist der Track „Namenlose MC's“ eine Abrechnung mit dieser Zeit?

MC Rene: Ja klar. Wenn man irgendwo aufhört, muss man auch Resümee ziehen, die Abrechnung schreiben. Darum geht es in dem Track „Namenlose MC's“. Allerdings geht es auch um Talente, um die Leute, die was zu sagen, aber keine Plattform dafür haben. Und davon gibt es viele. Darum hat Improversum natürlich auch Interesse, solche Talente zu finden und die mit aufzubauen. Wir brauchen frische, neue Leute. Mein Album ist ja auch von absoluten No-Names produziert, das muss man sich mal vorstellen. Da ist kein Thomilla, kein Tomekk, kein Tropf, das sind alles unsere eigenen Leute. Und ich finde, gerade vor dem Background dass die niemand kennt, es unglaublich, was die geleistet haben. Das ist Improversum, wir nehmen viele Leute, die niemand kennt und bauen die zusammen. Wir machen alles selber, das Artwork zum Beispiel. Bei dem Song „Pump Up den Shit“ muss auch das Cover und das Video dazupassen. Früher war MC Rene immer sehr verspielt, da wusste man nie, wo geht er eigentlich hin, und jetzt haben wir eine klare Linie gefunden. Wenn man das Cover sieht, sieht man ein Mephisto Symbol, meinen Kopf. Alle denken, der ist jetzt böse, aber nein, das ist nur ein anderes Gesicht von MC Rene. Die Leute, die mich live kennen, kennen das Gesicht auch. Im Bezug auf „Namenlose MC's“ fordern wir auch alle Leute auf, uns Demos zu schicken. Gerade auch Frauen, Sängerinnen. Wir machen R'n'B, HipHop, Pop, Funk, das ist nicht auf eine Sparte begrenzt. Und Fernsehen machen wir auch. Improversum ist sehr vielseitig, wie eine Community, die Leute pusht.

Bumbanet: Wenn du jetzt zurückblickst auf die Mixery Zeit, bist du da zufrieden wie alles gelaufen ist?

MC Rene: Ja, schon. Natürlich habe ich viele Leute interviewt, die mich hätten interviewen sollen. Ich lebe ja nicht in einer rosaroten Welt. Aber insgesamt würde ich alles nochmal so machen. Denn auch diesen Sachen habe ich auch gelernt, das hat mich geprägt zu dem was ich heute bin. Die ganzen Leute, die immer meckern, die wissen gar nicht wie es ist. Ich habe in der langen Zeit, in der ich als MC am Start bin, gelernt mit Druck und der Öffentlichkeit umzugehen. Aber das war ein Entwicklungsprozess und dabei hat mir Mixery geholfen. Gerade dass ich in die Situation gedrängt wurde, wo die Leute gesagt haben: Oh man ist der jetzt kommerziell, der ist im Fernsehen... Keiner von denen würde diesen Druck, dem ich da ausgesetzt war, aushalten, die würden alle daran zerbrechen. In dieser Situation zeigt sich sich wirklich, wer es drauf hat und wer dann nur aufgibt. Und das hört man auch auf meinem Album, da hört man, dass ich immer am Start bin, dass ich nicht aufgebe. Das darf man nicht mit Enttäuschung oder Frust verwechseln, denn dann hätte ich nie ein Album gemacht, wäre das mein Motiv. Es geht darum den Leuten zu zeigen, dass ich hier bin, dass ich viel durchgemacht habe, aber immer weitergehen werde. Die Leute, die sich darauf ausruhen, nur zu meckern – im Internet sieht man das ja viel – würden nie die Kraft haben so einen Weg zu gehen, mit all den richtigen Kompromissen, die du machen musst, und den Kompromissen, die du nicht zu machen hast. Das ist immer eine Gradwanderung.

Bumbanet: Der Mixery Battle wurde ja immer kritisiert wegen seinen Inhalten und seinem Niveau, wie siehst du das?

MC Rene: Ja, das war schon immer so eine Sache. Ich meine, ich bin selbst MC und das war teilweise echt grottenschlecht. Aber ich sehe das eher als Freakshow. Die Leute sollen das nicht so ernst nehmen. Wer immer meckert und sagt, dass er viel besser rappt, soll doch hinkommen. Ansonsten sollen die doch für ihre Homies weiterrappen, wenn sie sich zu schade dafür sind. Der Mixery Battle ist einfach eine super Möglichkeit sich zu präsentieren und wenn man gut ist wird man unter den Schlechten herausstechen. Dieser Chance muss man sich bewusst sein. Letztendlich regen sich die Leute darüber auf und gucken es trotzdem weiter, was soll ich dazu noch sagen! Ich war auch nicht immer der Meinung, dass der oder der MC gewonnen hat, ich hätte teilweise auch anders entschieden. Aber das Publikum hat entschieden und das hat den MC bekommen, den es verdient hat. Es ist einfach lustig, wie sich das entwickelt hat. Oft wurde es ja dann auch unfreiwillig komisch, manche Leute haben sich das nur angeguckt, um sich kaputt zu lachen. Es war halt nicht gut aber es ist gut, dass es sowas gibt.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
MC Rene

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