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Feature: Filter (1/1) News

Personifiziertes American Cliché

Der dritte Schlag aus dem Hause Filter sorgte sowohl inhaltlich als auch auf den üblichen Promotouren für Furore, denn "The Amalgamut" scheint eine Hommage an die Staaten zu sein - die typisch amerikanische Spinnerei? Natürlich führt das zu Fragen und natürlich erklärt Richard Patrick, Kopf Herz und Gehirn Filters, sich gerne und ausgiebig in den Interviews. Leider nicht immer zu seinem Besten, denn er arbeitet dabei fleißig an dem Image eines strunzdummen ignoranten Ami der den Nahen Osten nicht von Asien unterscheiden kann. Dabei schwankt Richard Patrick - wie auch in seiner Musik - von einem extrem ins andere: Unverschämte Art bei Interviews und dreckig dummdreiste Antworten auf der einen Seite; glasklare Texte und feste Meinung auf der anderen.

Filter wurde von Patrick und Liesegang den mittleren 90ern gegründet und mit dem Debütalbum "Short Bus" rüttelten sie ordentlich am Rock Olymp. Ein Album, nicht in Schubladen oder gängige Stile zu pressen, genau zur richtigen Zeit. Als 1998 ihr Nachfolger "Title Of Record" erschien, entwickelte sich um Filter ein kolossaler Hype. Filter hatten sich postiert in allen erdenklichen Musikstilen wie Industrial, Metal, Rock und sogar Jungle Ansätze sind zeitweilig zu erahnen. Was immer man mag: Auf Filter - Alben wird man fündig. Das Werk wurde mit mehrfach Platin ausgezeichnet und hat exorbitante Verkaufszahlen weltweit verbuchen können.

Sicherlich vergrätzt man sich mit Arroganz auf der Bühne einige Fans - doch nach wie vor macht der, was er will. Gitarrist Geno Leonardo, Teil der Band seit "Titel Of Record", beschwichtigt und beruhigt und trägt so auch neben seinem musikalischen Teil zum Wohle Filters ein. Ex-Gitarrist und Mitbegründer Brian Liesegang hatte es da schon schwerer: Liesegang ging mit Schimpf und Schande vom Hof und wurde erst zögerlich wieder in den Inner Circle aufgenommen. Liesegang hatte nicht wie gewünschten kreativen Druck von Patricks Schultern genommen. Leonardo hingegen hat für "The Amalgamut" vier Stücke geschrieben, unter anderem "My Long Walk To Jail".

Ganze vier Jahre hat es gedauert, bis das mehrfach verschobene Album "The Amalgamut" die Nachfolge antreten konnte. "The Amalgamut" bedeutet im weitesten Sinne Melting Point Amerika oder auch Idiotie. Der feine erste Song, "You Walk Away" kommt druckvoll mit harte Rock daher: Charmante Akkustik Riffs und herber Gesang über krachenden Melodien. In "American Cliche" räumt Patrick gleich mal mit, nun denn, Klischees auf und benutzt dabei nicht nur lecker deftigen Sound, er brüllt sich die kleine Seele aus dem Leib, als gäb´s kein Morgen. Ganz besonders freuen sich Filter auf die Reaktionen zu "The Only Way Is The Wrong Way", der leicht poppig angehauchte Track. "Ich kann Millionen von 'Take A Picture'
- Titel schreiben. Aber ich glaube 'The Only Way Is The Wrong Way' ist was ganz besonderes. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen von Kritikern und Fans", so Richard.

Einen großen Spaß bietet "So I Quit", herrlich kontrolliertes Wutgeschrei und brachialer Sound. Insgesamt aber erkennt man eine Glattheit, die der Vorgänger "Title Of Record" nicht hatte. Routiniert und kontrolliert kommt das Album daher und lässt dabei leider die Eigenständigkeit und Innovation vermissen. Trotzdem ist das Album ein Muss und birgt durchaus Suchtpotential. Gegensätzlich wie Patrick selbst.

Der Berufs - Paranoide Patrick nimmt sich gerne, was er möchte. Symphatisch, zumal er auch nichts drauf gibt, was andere davon halten. "Erst als ich anfing nicht mehr darüber nachzudenken, was andere von mir halten, konnte ich wieder singen und mich dabei gut fühlen, ohne ein Sixpack leeren zu müssen", so Richard. Andererseits ist es anstrengend, einen unberechenbaren Gesprächspartner zu haben. Wenn ihm etwas nicht passt, entledigt er sich den anstrengenden Dingen und schreit gerne die absurdesten Dinge in Megaphone. Kann man das ernst nehmen? Oder versteckt Richard Patrick sich hier nur unter dem Schutzmantel der Schizophrenie - immerhin ist er da in die beste Lehre bei Mastermind Trent Reznor gegangen. So ganz wird sich das wohl nicht klären lassen, es bleibt der süß - bittere Beigeschmack. Doch fehlender Knigge hin oder her, Filter bleiben eine der wichtigsten U.S. Exporte und werden hoffentlich auch weiterhin die Welt mit ihren Songs beglücken.

Mehr Filter gibt´s bei den folgenden Links:

http://www.warnermusic.de/content/playMedia.jsp?mid=63029
http://www.warnermusic.de/content/playMedia.jsp?mid=63030
http://www.warnermusic.de/content/playMedia.jsp?mid=63031
http://www.warnermusic.de/content/playMedia.jsp?mid=63032
http://www.warnermusic.de/content/playMedia.jsp?mid=63033

Websites:

http://www.officialfilter.de (offizielle Deutsche)
http://www.wea.de/artist/2287/artist_bio/
http://www.officialfilter.com (international offiziell).

 

Autor:
Julia Eckebrecht
Photos:
WEA

Bumbanet Magazine

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