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Interview: 4Lyn (1/3) News

Auch wenn es die Band 4Lyn unter anderem Namen schon lange gibt, der Durchbruch kam letztenendes schnell und direkt mit ihrem Debüt Album setzten sich die Hamburger an eine Spitzenposition in der deutschen New Metal Liga, und vor allem behaupteten sie sich gegen die zahlreiche Kritik aus dem Medien Lager. Das Ergebnis ist "Neon" und ließ nicht lange auf sich warten. Wir sprachen in Köln mit Sänger Braz und Bassist Deee, die beide gut gelaunt über das neue Album, Hamburg und die Zusammenarbeit mit Afu-Ra berichteten...

Bumbanet: Beginnen wir mit eurem neuen Album „Neon“, war es so, dass ihr damit am Debüt ansetzen wolltet, oder wolltet ihr etwas völlig Neues machen?

Deee: Es gab nicht die Idee, in dem Stil weiterzumachen, mit dem wir aufgehört haben. Wir sind wegen unserem neuen Gitarristen ja auch eine komplett neue Fraktion. Mit Rene haben wir viele neue Einflüsse bekommen, was uns auch dazu gebracht hat, umzudenken und auf sein Gitarrenspiel einzugehen. Das hört man auf jeden Fall ganz gewaltig und deshalb ist „Neon“ für mich auch kein Nachfolger und kein zweiter Teil. Das Album ist eigenständiger, und hat mehr Konzept und mehr Linie. Daran hört man auch, dass es in einem kurzen Zeitraum entstanden ist.

Bumbanet: Der Haupteinfluss war also euer neuer Gitarrist?

Deee: Er war auf jeden Fall mit ausschlaggebend für den etwas anderen Stil, weil das Gitarrenspiel eines der prägendsten Elemente in der Musik ist. Zum anderen haben sich aber auch andere Sachen verändert, so singt Braz viel, bzw. mehr. Und natürlich hat sich jeder von uns an seinem Instrument ein Stück weiterentwickelt, das fließt auch ein. Man hört bei „Neon“ die Entwicklung, wir waren viel live unterwegs, auch das verändert das Zusammenspiel in der Band.

Bumbanet: Wie entstehen denn die Songs bei euch, ist es einer, der die Ideen vorgibt, oder wie läuft das?

Deee: Meistens ist es so, dass wir zusammen im Proberaum jammen. Ansonsten ist es so, dass einem zuhause vielleicht eine Idee für einen Riff einfällt und man die dann einbringt. Die Songs entstehen aber auf jeden Fall immer ein gemeinsamer Arbeit, man fügt die Ideen zusammen und arrangiert die Songs. Beim Songwriting stoßen bei uns immer viele individuelle Meinungen aufeinander, jeder will seinen Kopf durchsetzen, und irgendwann finden wir dann einen Mittelweg. Manchmal geht dieser Prozess schneller, manchmal langsamer, zwei Songs am Tag haben wir schon geschafft.

Bumbanet: Habt ihr den Titel „Neon“ einfach so gewählt oder steckt da mehr dahinter?

Deee: Der Titel sollte für uns etwas beinhalten was den Entstehungsprozess der Songs wiedergibt. Zudem finde ich ist das einfach ein cooles Wort. Wir hätten das Album auch Heizlüfter, Sparmarkt um die Ecke oder Toaster nennen können. Das waren alles Sachen, die uns in den sechs Wochen, in denen wir die Songs geschrieben haben, begleitet haben. Und unser Proberaum ist ausschließlich mit vier Neon Lampen beleuchtet. Von morgens bis abends hatten wir in dieser Zeit nur dieses ekelhafte, grelle Neon Licht in der Fresse, weil es in dem Bunker kein Tageslicht gab. Wir haben lange über den Namen gegrübelt, wir haben auch an unsere Raumnummer gedacht. Aber auf „Neon“ sind wir hängen geblieben, weil das einfach kurz, prägnant und ein geiles Wort ist.

Bumbanet: Wie sieht das bei dir Braz mit den Texten aus, gibt es bestimmte Dinge wo du dir die Ideen herausholst?

Braz: Ich habe zwei richtig dicke Blackbooks, in die ich alle Battle und Freestyle Flicks, die ich im Kopf habe, aufschreibe. Das kommt daher, weil ich eigentlich vom HipHop komme. Mein absolut kreatives Hoch ist immer morgens, so gegen 10 Uhr, da sammle ich immer sauviel Ideen an. Deshalb sind die Bücher auch randvoll, und wenn ich dann die musikalische Untermalung habe, setze ich meinen Text drauf. So kommt es, dass die Texte auch schon mal ein bisschen älter sind, aber Hauptsache die Emotionen stimmen und es passt. Diesmal habe ich mein Ego herausgehalten, weil es einfach zu schwierig ist, innerhalb kürzester Zeit ein Album zustande zu bringen, wenn vier Egos aufeinander treffen. Ich habe einfach auf die Sachen gewartet, welche die anderen gemacht haben, und dann darüber geflowt. So bin ich auch zum Singen gekommen, weil viele Refrains waren einfach zu schön, um darüber zu schreien oder zu rappen.

Bumbanet: Wie kam es überhaupt dazu, dass es jetzt so schnell ging mit dem zweiten Album, es sind ja nur eineinviertel Jahre vergangen?

Braz: Der innere Wille und der Wunsch danach am Start zu bleiben. Viele Bands touren zu einem Album zwei, drei Jahre lang. Unser erstes Album war für unsere Verhältnisse sehr erfolgreich, wir waren regelrecht überfahren, und deshalb wollten wir gleich was nachlegen, solange das Eisen noch heiß ist. Ich finde es auch öde wenn da lange nichts kommt.

Deee: Ansonsten wären wir vielleicht auch in der Versenkung verschwunden und hätte es wieder auf’s Neue probieren müssen, hoch zu kommen.

Braz: Musik ist schnelllebig und da kannst du ganz schnell in Vergessenheit geraten, wenn du nicht am Start bleibst. Und wir wollen am Start bleiben, wir wollen weiterhin in einem so schönen Bus fahren, wir wollen weiterhin Konzerte spielen, wir wollen weiterhin Leuten eine gute Zeit bescheren. Wir haben auch schon genug zum alten Album getourt, wir hatten uns teilweise schon geweigert aus dem Backstage Raum herauszugehen, weil wir die alten Songs nicht mehr spielen wollten, übertrieben ausgedrückt. Der Wille und Wunsch war auf jeden Fall da etwas Neues zu machen.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
Bumbanet, Motor

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