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Auch
wenn es die Band 4Lyn unter anderem Namen schon lange gibt, der
Durchbruch kam letztenendes schnell und direkt mit ihrem Debüt
Album setzten sich die Hamburger an eine Spitzenposition in der
deutschen New Metal Liga, und vor allem behaupteten sie sich gegen
die zahlreiche Kritik aus dem Medien Lager. Das Ergebnis ist "Neon"
und ließ nicht lange auf sich warten. Wir sprachen in Köln
mit Sänger Braz und Bassist Deee, die beide gut gelaunt über
das neue Album, Hamburg und die Zusammenarbeit mit Afu-Ra berichteten...
Bumbanet: Beginnen wir mit eurem neuen Album Neon,
war es so, dass ihr damit am Debüt ansetzen wolltet, oder wolltet
ihr etwas völlig Neues machen?
Deee: Es gab nicht die Idee, in dem Stil weiterzumachen, mit dem
wir aufgehört haben. Wir sind wegen unserem neuen Gitarristen
ja auch eine komplett neue Fraktion. Mit Rene haben wir viele neue
Einflüsse bekommen, was uns auch dazu gebracht hat, umzudenken
und auf sein Gitarrenspiel einzugehen. Das hört man auf jeden
Fall ganz gewaltig und deshalb ist Neon für mich
auch kein Nachfolger und kein zweiter Teil. Das Album ist eigenständiger,
und hat mehr Konzept und mehr Linie. Daran hört man auch, dass
es in einem kurzen Zeitraum entstanden ist.
Bumbanet: Der Haupteinfluss war also euer neuer Gitarrist?
Deee: Er war auf jeden Fall mit ausschlaggebend für den etwas
anderen Stil, weil das Gitarrenspiel eines der prägendsten
Elemente in der Musik ist. Zum anderen haben sich aber auch andere
Sachen verändert, so singt Braz viel, bzw. mehr. Und natürlich
hat sich jeder von uns an seinem Instrument ein Stück weiterentwickelt,
das fließt auch ein. Man hört bei Neon die
Entwicklung, wir waren viel live unterwegs, auch das verändert
das Zusammenspiel in der Band.
Bumbanet: Wie entstehen denn die Songs bei euch, ist es einer,
der die Ideen vorgibt, oder wie läuft das?
Deee: Meistens ist es so, dass wir zusammen im Proberaum jammen.
Ansonsten ist es so, dass einem zuhause vielleicht eine Idee für
einen Riff einfällt und man die dann einbringt. Die Songs entstehen
aber auf jeden Fall immer ein gemeinsamer Arbeit, man fügt
die Ideen zusammen und arrangiert die Songs. Beim Songwriting stoßen
bei uns immer viele individuelle Meinungen aufeinander, jeder will
seinen Kopf durchsetzen, und irgendwann finden wir dann einen Mittelweg.
Manchmal geht dieser Prozess schneller, manchmal langsamer, zwei
Songs am Tag haben wir schon geschafft.
Bumbanet: Habt ihr den Titel Neon einfach so gewählt
oder steckt da mehr dahinter?
Deee: Der Titel sollte für uns etwas beinhalten was den Entstehungsprozess
der Songs wiedergibt. Zudem finde ich ist das einfach ein cooles
Wort. Wir hätten das Album auch Heizlüfter, Sparmarkt
um die Ecke oder Toaster nennen können. Das waren alles Sachen,
die uns in den sechs Wochen, in denen wir die Songs geschrieben
haben, begleitet haben. Und unser Proberaum ist ausschließlich
mit vier Neon Lampen beleuchtet. Von morgens bis abends hatten wir
in dieser Zeit nur dieses ekelhafte, grelle Neon Licht in der Fresse,
weil es in dem Bunker kein Tageslicht gab. Wir haben lange über
den Namen gegrübelt, wir haben auch an unsere Raumnummer gedacht.
Aber auf Neon sind wir hängen geblieben, weil das
einfach kurz, prägnant und ein geiles Wort ist.
Bumbanet: Wie sieht das bei dir Braz mit den Texten aus, gibt
es bestimmte Dinge wo du dir die Ideen herausholst?
Braz: Ich habe zwei richtig dicke Blackbooks, in die ich alle Battle
und Freestyle Flicks, die ich im Kopf habe, aufschreibe. Das kommt
daher, weil ich eigentlich vom HipHop komme. Mein absolut kreatives
Hoch ist immer morgens, so gegen 10 Uhr, da sammle ich immer sauviel
Ideen an. Deshalb sind die Bücher auch randvoll, und wenn ich
dann die musikalische Untermalung habe, setze ich meinen Text drauf.
So kommt es, dass die Texte auch schon mal ein bisschen älter
sind, aber Hauptsache die Emotionen stimmen und es passt. Diesmal
habe ich mein Ego herausgehalten, weil es einfach zu schwierig ist,
innerhalb kürzester Zeit ein Album zustande zu bringen, wenn
vier Egos aufeinander treffen. Ich habe einfach auf die Sachen gewartet,
welche die anderen gemacht haben, und dann darüber geflowt.
So bin ich auch zum Singen gekommen, weil viele Refrains waren einfach
zu schön, um darüber zu schreien oder zu rappen.
Bumbanet: Wie kam es überhaupt dazu, dass es jetzt so schnell
ging mit dem zweiten Album, es sind ja nur eineinviertel Jahre vergangen?
Braz: Der innere Wille und der Wunsch danach am Start zu bleiben.
Viele Bands touren zu einem Album zwei, drei Jahre lang. Unser erstes
Album war für unsere Verhältnisse sehr erfolgreich, wir
waren regelrecht überfahren, und deshalb wollten wir gleich
was nachlegen, solange das Eisen noch heiß ist. Ich finde
es auch öde wenn da lange nichts kommt.
Deee: Ansonsten wären wir vielleicht auch in der Versenkung
verschwunden und hätte es wieder aufs Neue probieren
müssen, hoch zu kommen.
Braz: Musik ist schnelllebig und da kannst du ganz schnell in Vergessenheit
geraten, wenn du nicht am Start bleibst. Und wir wollen am Start
bleiben, wir wollen weiterhin in einem so schönen Bus fahren,
wir wollen weiterhin Konzerte spielen, wir wollen weiterhin Leuten
eine gute Zeit bescheren. Wir haben auch schon genug zum alten Album
getourt, wir hatten uns teilweise schon geweigert aus dem Backstage
Raum herauszugehen, weil wir die alten Songs nicht mehr spielen
wollten, übertrieben ausgedrückt. Der Wille und Wunsch
war auf jeden Fall da etwas Neues zu machen.
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