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Bumbanet: Beginnen wir mit eurem Split, wieso kam es dazu, was waren die Gründe? Funky Chris: Das hat sich halt so ergeben, dass der Lange zu der Zeit, in der wir das Album gemacht haben, ein Problem damit hatte, dass wir das Album zu einem bestimmten Zeitpunkt rausbringen müssen. Als Termin stand (und steht) der 12.3.2001 und so musste das ganze Material auch zu einer bestimmten Zeit fertig sein. Und gerade Texte schreiben ist eine Sache, die nicht gezwungen kommen darf. Man muss halt aus freien Stücken heraus schreiben und die Gefühle dafür haben. Aber der Lange konnte oder wollte das zu diesem Zeitpunkt nicht so. Wir hatten damals schon über die Hälfte fertig, als es zeitlich langsam eng wurde. So hat es sich dann ergeben, dass sich der Lange wieder anderen Sachen gewidmet hat und Doze und ich das Album fertig gemacht haben. Denn wenn man so ein Album anfängt, dann möchte man das natürlich auch fertig machen, schon alleine für sich, um eine Sache zu Ende zu bringen. Wir haben uns dann zusammengesetzt und darüber gesprochen. So haben wir uns dann darauf geeinigt, dass "Royal TS" das letzte Album von Too Strong ist, und Doze und ich im zusammengelegten Studio, Strong Island, mit anderen Produktionen mit anderen Künstlern weitermachen. Bumbanet: Ihr hattet ja auch schon immer gesagt, dass wenn einer von euch geht, Too Strong beendet ist. Hattet ihr jetzt trotzdem mal überlegt, weiterzumachen? PureDoze: Ne, das haben wir so gesagt, und wenn wir das gesagt haben, ist das auch so. Too Strong sind halt drei Elemente, Funky Chris, der Lange und ich, und wenn du da einen raus reißt, ist das nicht mehr Too Strong. Das hätten uns die Fans oder Hörer nicht abgenommen. Deshalb hat sich das Kapitel dann auch erledigt. Ich habe jetzt auch nicht vor eine Solo-Rap Karriere zu starten, aber da wir unsere Studios zusammengelegt haben, ist das für uns auch wieder ein Neustart. So haben wir jetzt auch ein viel breiteres Spektrum, was wir machen können. Es gibt ja nicht nur HipHop Musik. Klar, da liegt unser Herz, und es wird mit Sicherheit auch noch Veröffentlichungen in diesem Bereich geben, aber man kann sich auch anderen Sachen widmen. Ich habe schon immer gerne Elektro-Sachen gemacht, es gab ja auch auf jedem Too Strong Album ein Elektro-Stück. Und Chris hat auch schon mit Leuten zusammengearbeitet, die nicht gerade aus dem Underground HipHop Bereich kommen. Aber hauptsächlich bleiben wir natürlich bei HipHop Produktionen, das ist klar, aber sonst wird man mal sehen.
Doze: Wir haben im April 2000 mit dem ersten Track angefangen, das war "Immer noch", und da war auch noch alles in Ordnung. Es ging da noch richtig mit Enthusiasmus zur Sache. Aber nach und nach hat sich dann herauskristallisiert, dass der Lange Termine nicht wahrgenommen hat. Darauf hatten wir mit ihm darüber gesprochen und er hat uns von seinen Problemen erzählt, von wegen Schreibblockade und so. Aber das ist auch wirklich schwierig, wer selber mal Texte geschrieben hat, weiss das. Musik machen kann man auch nicht immer, wenn man sagt, ich muss jetzt das Ding fertig machen, dann funktionert das nicht. Und so war das dann, dass wir uns im August zu einem klärenden Gespräch zusammengesetzt haben, wo dann alles raus kam. Danach wußten wir dann, dass wir beide Gas geben können, und dann war das Album auch ruckzuck fertiggestellt. Chris: Der Lange hat halt wieder angefangen im graphischen Bereich zu arbeiten. Und wir haben quasi ein Jahr vorher gekündigt, um uns komplett der Musik zu widmen. Zeitlich ist das natürlich schwierig wenn man zwei Full-time Jobs hat. Wenn man ganz normal arbeiten geht und sich dann seinen Jahresurlaub für Auftritte freihalten muss, ist das schon anstrengend. Doze: Ich meine wir sind ein Jahr vorher auf ein Major-Label gegangen und deshalb war es uns ja auch möglich, den "normalen" Beruf zu kündigen, weil man dann die finanziellen Mittel hat, um endlich mal Musik zu machen. Genau das, was man die ganzen Jahre lang wollte. So konnten wir uns dann unseren Arbeitstag einteilen, du konntest z.B. um zehn Uhr aufstehen, immer dann, wenn du deine kreativste Phase hattest. Und ich fand das so eine sehr gute Arbeitsweise. Ich könnte mich ein Leben lang daran gewöhnen. Und ich denke auch nicht, dass das jetzt mit Too Strong gestorben ist. Das wird weitergehen, so oder so. Bumbanet: War es nicht ein anderes Gefühl, das Album jetzt fertig zumachen, wo man schon wußte, dass man sich auflöst? Chris: Grundsätzlich eigentlich nicht. Wir haben beim letzten Album insofern viel rumprobiert und jetzt bei diesem Album auch. Nur jetzt war es so, dass wir ohne Kompromisse den Underground-Hardcore-Funk verfolgt durchgezogen haben. Und als es klar war mit dem Langen, war das für uns auch ein Startschuß, weil man wußte, wo man dran ist. Wenn man untereinander nicht weiß, ob der andere jetzt wirklich möchte, ist man auch etwas gehindert. Aber es war ja sowieso schon über die Hälfte mit dem Langen fertig, das heißt, wir haben dann noch zwei Feature Tracks gemacht, einmal mit Onanon und einmal mit Die LP, und insofern ist es noch ein komplettes Too Strong Album. Es sind nur zwei Stücke, wo er jetzt direkt nicht dabei ist, aber dafür Features mit anderen Leuten drauf sind.
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