Thumb
sind wieder da! Eine ganze lange Weile hat man ja gar nichts mehr
gehört von den Jungs aus dem Hause Thumb, und teilweise gingen
da auch schon die Gerüchte um, dass es die Band gar nicht mehr
gibt. Bis zu diesem Sommer. Denn kaum hat man sie totgeglaubt, schon
sind sie zurück, zuerst mit der Single "Down like me", und
dann mit ihrem dritten Album "3", das seit Ende Juni in den Läden
steht. Und kaum vier Monate später reisen sie schon wieder
durch Deutschland und bringen die Clubs zum beben, denn seit ihrem
Beginn vor 8 Jahren haben Thumb kein Atom ihrer Power verloren.
Geil geil geil, das muss man einfach sagen, das Konzert in Stuttgart
war einfach der Hammer, die Menge ging ab, die Band war gut drauf,
alles hat gestimmt, nur mein Aufnahmegerät war im Arsch und
nun darf ich das Interview mit Claus Grabke eben aus meinem Gehirn
wieder runterschreiben. Macht nichts, ich hoffe ich kann mich erinnern,
und wer die Chance bekommt Thumb live zu sehen, sollte dies sofort
und auf jeden Fall tun, sie sind live einfach kaum zu übertreffen.
Also fangen wir gleich einmal damit an, mit allen Gerüchte
aufzuräumen: Thumb hat sich nie aufgelöst! Alles war lediglich
eine "Kreativ-Krise", denn die Bandchemie hat nicht mehr richtig
gestimmt. Erst als der alte Gitarrist die Band verlassen hatte und
der neue Axel an seine Stelle trat hat alles wieder gepasst. Es
war ein richtiger kreativer Schub den es da gab, erst hat man alle
Lieder, die man für das dritte Album geschrieben hatte, weggeschmissen
und ganz neu angefangen, dann die Platte rausgebracht, und schon
ist man wieder auf Tour. Aber keine Angst, auf den Konzerten werden
immer noch hauptsächlich alte Lieder gespielt.
Mit dem dritten Album wollte man vor allem eins zeigen: Wir sind
wieder da! Und das ist wirklich gut gelungen. Musikalisch ist es
eher an das 2te Album angelehnt, und es rockt wie nichts. Eins ist
auf jeden Fall sicher: diesmal wird es nicht wie bei den letzten
beiden Alben eine Bonusversion geben, das heisst man kann sich die
Platte auch ruhig jetzt schon kaufen ohne erst ein halbes Jahr auf
die nächste zu warten. Das war damals nur so ein Ding der Plattenfirma.
Doch
die Vorbereitungen für die vierte Platte sind schon am laufen.
Oft sitzt Claus im Tourbus und schreibt schon wieder Texte für
neue Lieder. Diesmal kann er sich auch wieder vorstellen politischere
Texte zu schreiben, allerdings nicht mehr so direkt wie bei fascism
sucks, eher etwas unterschwellig. Denn ein bisschen versucht er
als "alter Hase" seine Lebenserfahrung auch an seine Fans weiterzugeben.
"Ich finde, das Politischste was es gibt, ist was in mir drin vorgeht,
und darüber schreibe ich Lieder". So handeln Songs wie "sell
myself" von Werten, die wichtig und unverkäuflich sind, er
will, dass man beim Plattenkauf nicht nur den sowieso schon reichen
Bands das Geld in den Arsch schiebt, sondern sich vielleicht zweimal
überlegt welche Scheibe man kauft, und ausserdem plädiert
er dafür, den Hass den man von anderen erhält nicht in
Gewalt, sondern kreativ umzusetzen. Das hilft beim Liederschreiben:
"Thank you for hating me!"
Doch als Nächstes steht für Claus erst einmal eine neue
Platte von den Alternative Allstars an. Und eine Tour mit Thumb
durch England als Vorband für Machine Head. "Mal schauen wie
das wird, die werden uns wahrscheinlich alle ausbuhen, aber das
wird sicher witzig." Weitere Auslandstouren wird es aber demnächst
erst mal nicht geben, denn das lohnt sich einfach nicht, und sie
haben auch nicht wirklich Bock auf eine Welttour. "Dafür sind
wir zu alt, für ein paar Teenager wäre das sicher der
Traum, doch uns bedeutet das nicht viel." Ausserdem gibt es da noch
einen anderen Grund: die Familie!
Denn Claus nutzt jeden freien Tag auf der Tour um nachhausezufahren
und seine Frau und seinen Sohn zu besuchen. Dieser ist mit seinen
13 Jahren auch schon ganz aktiv in den Fußstapfen des Papas
unterwegs, skatet viel und rockt mit seiner Band, den "Chippunks",
die Proberäume. Claus versucht so viel Zeit wie möglich
mit seinem Sohn zu verbringen. Doch da gibt es auch noch eine andere
Sache, die er wohl nie aufgeben wird: "Die Skateboards sind immer
im Tourbus!"
Zu den Vorbands gibt es noch so viel zu sagen: Wirklich geil waren
Bazzooka aus Berlin. Scheisse waren Thorn Eleven. Ganz egal, das
Konzert war einfach Medizin, es wird wohl für immer eines der
unvergesslichen Konzerte bleiben.