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Interview: Thumb News

Nach langer Pause sind Thumb wieder zurück, mit ihrem dritten Album. Bei ihrem Auftritt im Rahmen der Osterrocknacht in der Düsseldorfer Philippshalle trafen wir auf die Band, wobei Sänger Claus Grabke bei unserem Interview noch nicht anwesend war. Dabei waren aber der neue Gitarrist Axel Pralat, Drummer Jan-Hendrik Meyer und DJ "Lupe" Jens Gößling...

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Bumbanet: Fast vier Jahre sind jetzt seit eurem letzten Album "Exposure" vergangen, was ist in dieser Zeit alles passiert`?

Steffen: Einiges. Wir haben das Album promotet, Livekonzerte gespielt und dann kam im Sommer die Warped Tour. Eigentlich wollten wir danach Songs schreiben, haben uns in den Proberaum gesetzt, aber haben nicht wirklich etwas auf die Beine gestellt. So haben wir irgendwann immer weniger geprobt und Claus hat sich um seine zweite Band, die Alternative Allstars gekümmert. Deshalb haben wir uns alle umorientiert und etwas anderes gemacht. Ich habe anderthalb Jahre bei den H-Blockx gespielt, Lupe hat einen Tattoo-Laden aufgemacht und Hendrik hat Grafik/Internet Geschichten gemacht. Dann haben wir uns aber wieder getroffen und wollten Gas geben, als uns Axel Hilgenstöhler, unser Gitarrist verlassen hatte. Der ist nach Köln gezogen und da hatten wir das zeitlich nicht mehr auf die Reihe bekommen. Deshalb sind wir nochmal in ein kleines Loch gefallen, haben aber ziemlich schnell einen Neuen gefunden, Axel Pralat, und der hat Frische in die Band gebracht. Wir haben dann 20-30 alte Songs weggeschmissen und ziemlich schnell neue geschrieben.

Bumbanet: Gab es denn einen bestimmten Auslöser nach so langer Zeit wieder anzufangen?

Steffen: Es waren ja zweieinhalb Jahre wo wir kein Konzert mehr hatten und es war aber nie eine richtige Pause dazwischen. Wir haben zwischendurch immer was gemacht, mal mehr, mal weniger. Das Problem war nur, dass nie wirklich etwas dabei rum kam. Als wir unsere Zukunft dann planen und Gas geben wollten ist Axel ausgestiegen. Und durch den Neuen ist es dann wieder richtig losgegangen und wir haben den Studiotermin festgemacht. Man muss ja auch immer ein Ziel vor Augen haben.

Hendrik: Nach der Warped Tour 1998 hat uns einfach die Energie gefehlt. Wir hatten die Songs danach so oft gespielt, dass wir das Bedürfnis nach einer kleinen Pause hatten. Daraus ist dann eine etwas größere Pause geworden. Trotzdem lag uns allen noch so viel an der Band, dass wir weitermachen wollten. Nach außen hin sieht es natürlich schon so aus, als wären wir die ganze Zeit nicht dagewesen, aber wir waren immer da und haben viele Songs geschrieben, die in der Tonne gelandet sind. Mit Axel kamen dann neue Ideen und ein sehr eigener Gitarren-Stil. Und dann kam's halt.

Bumbanet: Ihr habt euch also in den Jahren nicht auseinandergelebt?

Hendrik: Ja, man hat sich nur in anderen Bereichen ausprobiert. Fünf Jahre lang haben wir im Prinzip nur Musik gemacht, aber wir haben eben auch andere Interessen, und die haben wir ausgelebt. Denn wir wollten auch keine scheiss dritte Platte machen. Songs waren da, aber das war nicht das was wir machen wollten. Nun hat sich alles wieder entspannt und wir haben frische Energie getankt.

Bumbanet: Von eurem Debüt zu "Exposure" war es musikalisch ein großer Sprung, ist das diesmal zu "3" genau so?

Steffen: Vom Gitarren-Stil hat es sich etwas verändert, eben durch den neuen Gitarristen. Insgesamt würde ich sagen, dass das Album eine Weiterentwicklung ist, wir sind auf jeden Fall nicht stehen geblieben.

Hendrik: Ich glaube es ist ein bißchen vielschichtiger geworden. Wir hatten "Exposure" innerhalb von drei Monaten geschrieben, und das hört man der Platte auch an. "Exposure" ist immer noch eine Meßlatte, die wir jetzt hatten. Die Songs sollten mindestens so gut wie auf "Exposure" werden. Es gibt meiner Meinung auf der neuen Platte keinen Song der die ganze Platte repräsentiert. Teilweise sind die Songs etwas melodiöser, teilweise wieder mehr auf die 12.

Bumbanet: War denn diese Weiterentwicklung beabsichtigt?

Hendrik: Wir haben nicht gesagt, wir wollen uns jetzt weiterentwickeln. Wir haben uns einfach schon deshalb weiterentwickelt, weil wir einen neuen Gitarristen haben. Diese Situation hatten wir auch noch nie, dass ein neues Bandmitglied dazu kommt. Wir gehen da nicht mit einem Plan dran, wir wollen einfach Songs schreiben, die uns gefallen, und hinter denen wir auch noch nach vielen Konzerten stehen können. Live ist eine gewisse Energie da, und wenn man hinter den Songs nicht hundertprozentig steht, dann funktioniert das nicht. Vor der WDR-Rocknacht hatten wir deshalb auch unsere ersten drei Gigs mit Axel. So hat man dann auch schon mal gesehen, wie die neuen Songs ankommen. Das war super, wir haben in sehr kleinen Clubs gespielt, und ich für meinen Teil bin von Nichts ausgegangen. Drei Jahre sind nämlich schon eine lange Zeit und da wussten wir nicht, ob die Leute da draussen uns vielleicht schon vergessen haben. Die Leute kannten die Texte noch und sind abgegangen. Man hatte schon das Gefühl, dass die Leute warten.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
Thumb, Bumbanet

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