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Auf
der Tattoo The Planet Earth waren Slayer fast der einzige Lichtblick.
Und mit ihren fast 20 Jahren Bandgeschichte klingen sie auch live
immer noch so frisch wie am Anfang, nicht nur auf dem aktuellen
Album "God hates us all". Wir sprachen mit Slayer Sänger
Tom Araya...
Bumbanet: Euer neues Album ist draussen, wieso hat es den Titel
"God hates us all"?
Slayer: Wir wollten einfach einen Titel, der cool ist. Keiner von
uns hatte eine Idee, und dann gab es halt die Phrase "God hates
us all", die auch der Chorus von einem der Songs ist. Da gibt es
keine grosse Story. Kerry King hatte diese Idee und wir fanden sie
auch alle gut, weil sie besser als unsere Ideen davor war.
Bumbanet: Und ihr habt auch keine geheime Bedeutung dahinter
versteckt?
Slayer: Oh, nein. Wir fanden das einfach cool "God hates us all",
nichts anderes. Aber ich bin sicher, dass die Leute etwas fühlen,
wenn sie den Titel hören. Vor allem die, die an Gott glauben,
für die wäre das dann kein besonders guter Tag. Aber eine
spezielle Bedeutung gibt es nicht.
Bumbanet: Hattet ihr denn ein Konzept für das neue Album?
Slayer: Nicht wirklich, es geht mehr um ein grosses Thema, den
Inhalt, also den Inhalt der Texte. Es geht um viel Zorn und Hass.
Aber ich glaube nicht, dass es eine Bestimmung gab, alle Texte über
Hass zu schreiben, das ist mehr beim Schreiben so gekommen. King
hat sich beim Schreiben auf eine Idee konzentriert, deshalb handeln
auch viele Songs vom gleichen Thema.
Bumbanet: Was würdest du denn als neu am neuen Album beschreiben?
Slayer: Das neue Album ist etwas aggressiver von den Vocals her.
Es ist mehr auf einem Punklevel. Die Vocals sind schon anders als
auf "Diabolus In Musica". Es ist auch so, dass sich die Vocals bei
uns fortwährend verändern und entwickeln, wie gemacht
sind und wie sie präsentiert werden. Der grösste Teil
der Musik von uns ist immer noch der gleiche, aber ein paar Elemente
versuchen wir zu erneuern, um alles wieder frischer klingen zu lassen.
Und gerade die Vocals stehen bei uns unter konstanter Entwicklung.
Die neuen Songs bringen mich - so wie sie geschrieben sind - auch
dazu in einer bestimmten Art zu singen: sehr zornig und pissed off.
Bumbanet: Das neue Album habt ihr im Warehouse, dem Studio von
Bryan Adams aufgenommen. Wieso dort?
Slayer: Wir haben das Studio bestimmt nicht wegen Bryan Adams gewählt.
Unser Produzent Matt Hyde hat dort schon vorher mit anderen Bands
gearbeitet. Deshalb kennt er sich mit der Technik dort auch gut
aus und alle kennen ihn da. Es gibt dort auch ein grosses Studio,
das alles enthält, was wir brauchen, und es gab auch sehr viele
professionelle Tools. So konnten wir uns ganz auf das Album konzentrieren.
Drei verdammte Monate haben wir da verbracht, so lange brauchen
wir normalerweise nicht um ein Album aufzunehmen. Sonst machen wir
das in ungefähr fünf bis sechs Wochen, maximal acht Wochen.
Wir haben noch nie drei Monate gebraucht.
Bumbanet: Ihr hattet Kerzen im Studio, Totenköpfe und Porno
Bilder an den Wänden...
Slayer: Einfach nur deswegen, um uns wohl zu fühlen (Und Tom
lacht verdammt laut).
Bumbanet: Hatte das einen Einfluss auf die Aufnahmen?
Slayer: Das war kein Einfluss, das war nur aus Langeweile. Wir
haben Magazines angeschaut, gute Bilder gefunden, und die dann an
die Wand gepinnt. So war das eigentlich mit allen Sachen, die wir
am Ende im Studio hatten. Es war einfach göttlich, da dann
zu spielen.. Kerry hat auch angefangen zu zeichnen, und so haben
dann auch die anderen damit angefangen. Nach einer Session hatten
sie dann Zeichnungen von verschiedenen Gesichtern, womit sie das
komplette Studio eingedeckt haben, das ist kein Scherz, das waren
echt riesige Papierblätter, und die waren dann überall.
Irgendwann haben wir dann auch auf die Teller gezeichnet. Wir haben
das alles nur gemacht, um beschäftigt zu bleiben, um nicht
verrückt zu werden. Wenn einem langweilig ist, macht man einfach
dumme Sachen, nur damit die Zeit umgeht. Ich habe mich so aber auch
wohler im Studio gefühlt, wie bei mir zu Hause. Da macht man
auch was man machen will. Und die Leute im Studio hatten auch nichts
dagegen.
Bumbanet: Welche Musik hörst du dir denn an?
Slayer: Alles, da kann ich nichts spezielles sagen. Ich höre
z.B. auch etwas HipHop, aber ich bin kein Fan davon. Paar Sachen
kann ich mir da anhören, die mir dann auch gefallen, aber insgesamt
ist das nicht mein Ding. Also ich höre aber auf jeden Fall
nicht nur Metal, Hardcore oder Speedmetal. Ich habe da eine grosse
Bandbreite. Früher war ich ein grosser Fan von Black Sabbath,
das glaube ich zumindest, weil ich es sehr schwer fand mit ihnen
zu sprechen. Ich war da richtig schüchtern. Ansonsten gibt
es natürlich noch Bands, die einen grossen Einfluss auf mich
hatten, wie Led Zeppelin oder Jim Morrison. Die Musik der Beatles
mag ich auch gerne.
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