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Shutdown Interview News

Kaum eine Band kennst sich so gut in der Hardcore Szene von New York aus wie Shutdown. Kein Wunder, wo sie auch schon 1994 mit ihrem Debüt gestartet sind, Mark Scondotto (vocals), Steve DellaCroce (guitar), Dion DeNardo (bass) und Jimmy McCormack (drums) waren damals noch im zarten Alter von 15. Auf ihrer letzten Deutschlandtour unterhielten wir uns mit Frontman Mark Scondotto.

Bumbanet: Was habt ihr in letzter Zeit so gemacht ?

Shutdown: Wir waren sehr beschäftigt! In den letzten zwei Monaten sind wir durch Japan, Australien und Neuseeland getourt, wir waren zwischendurch einen Tag zu Hause in New York und sind dann letzte Woche nach Europa geflogen. Bis zum 5. Juni sind wir jetzt noch hier und werden ab dem 22. Juni
wieder in Europa sein, um auf Festivals zu spielen. In Deutschland spielen wir With Full Force. Das ist eine tolle Möglichkeit für uns, weil das ein großes Festival ist. Ich frage mich, ob das nicht ein bißchen komisch für uns wird, mit den ganzen Absperrungen und so.. das sind wir nicht gewohnt. Aber wir spielen ja auch ganz normale Clubshows. Tja, wir sind zur Zeit also eine ganze Menge unterwegs, ich war kaum zu Hause!

Bumbanet: Wie seid ihr denn bisher in den ganzen Ländern mit eurer Musik angekommen, man kennt euch ja noch nicht allzu gut!

Shutdown: Japan war fantastisch! Die japanischen Hardcore Kids sind ganz schon krass drauf und flippen bei den Konzerten total aus, auf der anderen Seite sind sie aber auch supernett und sehr höflich und zurückhaltend. Sie müssen für ein ganz normales Hardcore Konzert 40 Dollar zahlen, das ist wirklich krank, aber soviel verlangen die Veranstalter dort für die Gigs von solcher Musik. Sick Of It All hat zum Beispiel 60 Dollar gekostet und selbst das ist für die Japaner nicht wirklich viel! Die Tatsache, dass die Kids soviel Eintritt zahlen müssen, scheint ihnen gar nichts auszumachen, sie unterstützen die Band, kaufen CD´s und T-Shirts und drehen durch, wenn man auf der Bühne steht, obwohl sie noch nicht mal Englisch sprechen! Dennoch verstehen sie die Musik und man kann auf einem ganz anderen Level eine Verbindung mit ihnen aufbauen.Das ist einfach Wahnsinn, vor allem wenn man überlegt, dass Japan so weit von New York entfernt ist. In Australien haben wir sieben Shows gespielt. Wir wussten nicht so richtig, was uns da erwartet. Vier von den Konzerten waren dann aber komplett ausverkauft, was uns natürlich gefreut hat. Die australischen Kids kriegen nicht so viel Hardcore Shows mit, denn es touren kaum Bands dort "unten", höchstens Sick Of It All oder Good Riddance. Die anderen drei Konzerte waren
dann auch noch sehr gut besucht. In Neuseeland war dann alles etwas kleiner, d.h. so ca. 50 Mann pro Show. Es war aber trotzdem sehr cool. Die Kids in Neuseeland können auch kaum auf Konzerte gehen, weil dort nur richtig große Bands auftreten. Naja und jetzt sind wir hier in Europa. Bisher haben wir nur in Deutschland gespielt. Manche Shows waren gut, andere nicht so.

Bumbanet: Wie gefällt´s euch denn bisher so in Deutschland ?

Shutdown: Gut! Ich mag besonders das Essen! Die Leute sind auch nett. Uns ist aufgefallen, dass es eine ganze Menge straight-edge Leute gibt. Wir waren ja auch schon letzten Dezember hier auf der Unity Tour, da ist uns das nicht so aufgefallen, aber jetzt, wo wir in kleineren Clubs spielen, scheinen sehr viele Harcore Kids straight-edge oder sogar vegan zu sein! Bezüglich der besten Konzerte steht Deutschland definitiv weit oben auf unserer Liste!

Bumbanet: Was tut sich denn zur Zeit so in der Hardcore Szene deiner Heimat New York?

Shutdown: Das momentane Problem des NYHC ist, dass es tausend Bands gibt, aber keine Clubs, in denen sie auftreten können! Das ist wirklich eine Schande, denn in New York und Umgebung wimmelt es nur so von guten Hardcore Bands, aber es gibt einfach keinen Ort an dem sie live spielen können, weil der Bürgermeister von New York so gut wie alle Hardcore Clubs geschlossen hat! Das ist verrückt! Ich kann jetzt zwar den Zug in die Stadt nehmen ohne auf dem Weg ausgeraubt und zusammengeschlagen zu werden, aber ich kann mir auch keine Hardcore Konzerte mehr ansehen, was ich gemacht habe seit ich 11 Jahre alt war. Jeden Sonntag Nachmittag ging man ins CBGB und sah sich alle Bands an, die man sehen wollte! Man traf alle seine Freunde aus dem Umkreis, aus New Jersey, Conneticut usw.! Jetzt kann man das nicht mehr und das ist wirklich traurig. Hinzu kommt, dass die ursprünglichen Hardcore Kids, die
sich ganz der Musik gewidmet haben, jetzt aus der Szene rausgehen und auf einmal Emo hören oder Hip Hop! Das ist ja auch okay, wenn Bands wie Madball oder Sick Of It All, die schon immer Hardcore waren, nicht drunter leiden würden, dass sich die Kids auf einmal nur noch einer Musikrichtung verschreiben. Die Tatsache, dass die Kids in Amerika sich immer nur auf eine Art der Musik beschränken ist schrecklich, vor allem wenn es dann heisst: "Ach..Hardcore, das war nur so eine Phase!" Das macht mich echt wütend! Hardcore ist mein Leben und solche Menschen wissen gar nicht, wie sehr sie dadurch die Szene zerstören, der sie einmal alles geopfert haben!

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Autor:
Nora Wünsch
Photos:
Victory Records

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