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Schon
mit ihrem Debüt-Album "Bizarre Ride II The Pharcyde" erreichten
sie in den USA Goldstatus und bald erspielten sie sich auf Touren
mit A Tribe Called Quest und mit De La Soul international Respect.
Mit dem Nachfolger "Labcabincalifornia" wurde dann ein weiterer
Meilenstein gesetzt. Umso überraschender kam dann die Trennung
der Band durch den Ausstieg von Fatlip und Slimkid. Imani und Brown
machten aber zusammen weiter und lieferten mit "Plain Rap" das aktuelle
Album ab, zum ersten Mal auf Four Music. Wir trafen die beiden Rapper
in Wien zum Interview, bei dem sie uns auch erzählten, dass
sie alles andere als reich sind, sondern sich zur Zeit mit jeder
Show ihr tägliches Überleben finanzieren müssen.
Bumbanet: Was inspiriert euch eure Lyrics zu schreiben und gibt
es bestimmte Orte, an denen ihr das macht?
Pharcyde: Das ist total unterschiedlich, es geht eigentlich immer
darum, wie du dich gerade fühlst. Egal wo, ich probiere es
einfach aus, manchmal klappt es dann, manchmal nicht. Ich hatte
auch schon Songs, die ich direkt im Studio geschrieben habe, und
es gibt auch Songs, an denen ich vier Monate gearbeitet habe. Es
gibt da so viele verschiedene Wege. Einige Songs habe ich geschrieben,
während ich ein bisschen Shit zu mir genommen habe. Ich denke
immer wenn du für dich bist, in der richtigen Stimmung, und
nicht zu sehr durch andere Sachen abgelenkt bist, dann ist das die
richtige Zeit zum Schreiben. Zum Beispiel wenn ich auf Tour alleine
in meinem Hotelzimmer bin.
Bumbanet: Die meisten Leute kennen euch nur als Rapper, aber
nicht als Person. Wie lebt ihr in Californien, wie sieht es aus
mit Familie?
Pharcyde: Wir sind 29 und 30 Jahre alt. Ich habe eine Tochter und
zwei Söhne, die gehen alle zur Schule. Ich will da aber nicht
viel drüber erzählen, weil das nur Basics sind. Manchmal
wollen die Leute Sachen wissen, die sie nicht wissen müssen.
Das ist mein Privatleben und nicht meine Musik. Ich mag es nicht
in Interviews zu persönlich zu werden. Wir reden über
Musik und nicht über das, was ich mit meinen Kindern mache.
Manchmal schreibe ich das in meinen Texten, wenn ich will, da drücke
ich das dann aus. Wenn ich nach Hause gehe will ich auch in mein
Zuhause gehen, in mein Privatleben, deshalb will ich das nicht in
andere Sachen reinbringen. Mein Haus ist mein Schloss.
Bumbanet: Euer neues Album "Plain Rap" kam über ein neues
Label, Four Music, und das sitzt in Europa. Wieso dieser Schritt?
Pharcyde: Es ist ein Label, aber es war nicht als Label gedacht.
Das war eigentlich nur als Absatzmöglichkeit gedacht, nicht
als Label wo du als Künstler gesignt wirst. Jetzt hat es sich
geändert und es ist wie es ist.
Bumbanet:
Wie läuft denn die Arbeit mit Four Music?
Pharcyde: Hauptsächlich lizensieren Four Music die Songs.
Sie haben den ganzen Pharcyde Katalog gekauft, also den alten und
den neuen Stuff. Four Music lizensiert die Musik, sie haben das
neue Album bekommen, aber das war es auch. Sie geben uns eigentlich
nur Vorschläge, was man machen könnte. So haben wir auch
ein Video zum Song "Frontline" gedreht, das war deren Idee. Da haben
wir dann nur unsere eigenen Gedanken noch eingefügt. Four Music
hat so bekommen, was sie wollten, und das ist es.
Bumbanet: Habt ihr auf Tour eigentlich auch Zeit mal die Städte
abzuchecken?
Pharcyde: Im Moment sind wir ja nicht in großen Städten
unterwegs. Wir bekommen eigentlich nur die ganzen Kleinstädte
zu sehen, wo du in drei Stunden die ganze Stadt sehen kannst. Das
machen wir dann auch und hängen ein bisschen ab, soviel Zeit
haben wir. In den großen Städten müssen wir immer
Interviews führen und rennen von einem Date zum anderen. Deshalb
sehen wir in großen Städten eben nur die Umgebung vom
Hotel.
Bumbanet: Macht ihr eigentlich auch Freestyles? Und was hört
ihr für Musik?
Pharcyde: Jede Musik. Du musst in unserem Van sein, da kannst du
alles hören. Von den Funkadelics, Tribe bis zu Fish Bone. Wenn
wir in einer Stadt sind und einer mit seiner CD kommt dann hören
wir uns das auch an. Wir hören uns alles an. Freestyle machen
wir auch, aber das ist nicht unbedingt unser Element. Es geht uns
mehr um den Vibe. Wenn jemand ankommt und mich zum Freestyle auffordert,
kann es sein, dass ich sage, ich fühle mich nicht danach. Ich
meine wir haben 2001.
Bumbanet: Was ist für die Zukunft bei euch geplant?
Pharcyde: Ein bisschen Geld zu machen und guten Stuff abzuliefern.
Wir arbeiten auch mit The Souls Of Mischief an einer Platte, das
wollte wir schon immer machen. Dann kommz auch irgendwann eine Pharcyde
EP.
Bumbanet:
Ihr habt immer gute Videoclips! Woher stammen die Ideen?
Pharcyde: Die Ideen kommen von den Regisseuren. Alles was du sagst,
ist, wie du im Video aussehen willst. Wir können zum Beispiel
sagen, dass wir keine hässlichen Girls in unserem Video haben
wollen, aber die Ideen sind hauptsächlich nicht von uns.
Bumbanet: Was wäre, wenn ihr mal einen Grammy bekommen
würdet? Würde euch das interessieren?
Pharcyde: Wir machen Musik weil wir Musik mögen. Es wäre
cool, mal einen Grammy oder sowas zu bekommen, aber das ist kein
Maß für meinen Erfolg. Natürlich wollen wir aber,
dass möglichst viele Leute unsere Musik hören. Also warum
sollte ich keinen Grammy haben wollen! Es ist wie in der Army zu
sein und ein "purple heart" zu bekommen. Du willst nicht zum Krieg
gehen, aber es ist immer gut ein "purple heart" zu haben.
Bumbanet: Interessiert euch das Internet?
Pharcyde: Ja, das ist okay. Ich benutze es, verschicke Emails und
mache alles mögliche. Wenn du das Internet nicht benutzt, wird
es dich benutzen. Irgendjemand da draussen hat sowieso Informationen
über dich, also warum sollte ich kein Teil des Net sein. Ich
kenne unsere Site und denke das ist cool. Wir machen das zwar nicht
selber, aber ich kenne den Typen, der das gemacht hat. Ich stehe
immer im Kontakt mit ihm, er ist cool.
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