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Interview: NJ Bloodline News

Seit 1992 besteht die in New York gegründete Hardcore Band New Jersey Bloodline jetzt. Danach folgten nicht nur ein Split, sondern auch viele Gigs, aber kaum Releases. Nun kommt endlich das erste Album in den Staaten auf Too Damn Hype Records und hirzulande bei Kingfisher/Century Media Records. Gemastert wurde die Platte von Alan Douche von West West Side Productions (Hatebreed, Snapcase). Während ihrer Europa Tournee trafen in in Koblenz Sänger Wreak Havoc...

Bumbanet: Euch gibt´s ja schon seit 1992. Jetzt, 9 Jahre später kommt euer erstes Album raus. Was ist in der ganzen Zwischenzeit passiert?

NJ Bloodline: Wir waren immer eine Band, die sich sehr verbunden fühlen wollte, sowohl untereinander, als auch mit der Musik. Wir betrachteten NJ Bloodline immer als eine Band, der es ernst war, Musik zu machen und in den vegangenen neun Jahren wurden wir oft mit Wechseln unseres Line-Ups konfrontiert. Unser eigentliche Gitarrist hatte große Probleme mit Drogen, so auch der original Drummer und Bassist. Es schien, als ob die Bandmitglieder kamen und sofort wieder verschwanden. Der zweite Gittarist Mario war bis vor kurzem noch in der Band, stieg dann aber auch vor ca. zwei Jahren aus. Wie du siehst, bestand NJ Bloodline immer nur für eine sehr geringe Zeit aus festen Mitgliedern und jedes Mal, wenn jemand ging und ein anderer in die Band eintrat, brauchte es Zeit, eine Freundschaft und eine musikalische Festigkeit zu entwickeln. Unsere Einstellung, dass wir sowohl das Miteinanderauskommen der einzelnen Bandmitgliedern, als auch die Tatsache, dass wir von jedem erwarten die Musik sehr ernst zu nehmen, brachte oft Veränderungen mit sich. Ich bin jemand, der alles auf den Tisch bringt und um die Band auf einem niveauvollen und qualitativ wertvollem Level zu halten muss man die Dinge sehr langsam angehen. Wir haben uns immer sehr darum bemüht und haben uns von nichts hetzen lassen.

Bumbanet: Ihr habt euch Anfang ´95 aufgelöst, fandet aber kurze Zeit später, Ende ´95, wieder zusammen...

NJ Bloodline: Ja, damals gab´s in der Band noch Joey, Ray und Mario. Wir entschieden uns NJ Bloodline aufzulösen. Die Musik war nicht mehr gut, die Energie war nicht mehr da und NJ Bloodline fehlte einfach das gewisse Etwas. Eine Weile später trafen Joey und Ray dann Frank und waren sichtlich von ihm begeistert. Ich traf ihn dann auch und musste zugeben, dass der Junge einfach perfekt zu NJ BL passte und nach 5 Minuten war alles entschieden: ich rief Mario an und die Band war wieder da. Dann gab´s aber ein Problem mit Mario und Ray, sie waren zwar befreundet, aber sie konnten einfach nicht in einer Band sein. Ian spielte damals noch in einer Death Metal Band, die ihn grad rausgeworfen hatten, weil er mehr Oldschool ist, und da wir einen Double Bass Drummer suchten, nahmen wir ihn in die Band auf. NJ Bloodline gab´s also für neun Monate nicht und dann brauchte es ca. 13 Monate, um mit Ian zu üben und dann haben wir nach all der Zeit unsere erste Show gespielt. Mein Haar war bis zu diesem Zeitpunkt sehr lang und ich rasierte mir es kurz vor dem Konzert ab, als Zeichen eines Neubeginns sozusagen. Naja, jetzt sind die Haare schon wieder so lang.

Bumbanet: Nochmal zurück zum neuen Album "Faceless", was gibt´s darüber zu berichten?

NJ Bloodline: Dieses Album hat verschiedene Ausrichtungen, sowohl in der Konstruktion, als in der Message, die wir an die Fans weitergeben wollen. Im musikalischen Aspekt haben wir sowohl neue Stücke, die wir kürzlich erst geschrieben haben, als auch alte Sachen, die schon auf den Demos von 1993 und ´95 waren, auf die LP gepackt. Auch irgendwelche Songs, die wir in der Zeit zwischendurch geschrieben haben und die es nie auf die Demos geschafft haben, sind auf "Faceless" vorhanden. Das ganze ist also wie eine Art Geschichte und Rückblick über NJ Bloodline. Es hat auch ein übergreifendes Thema, nämlich das Musik letztendlich ein Produkt der Industriegesellschaft ist. Etwas, auf dem Preis steht, und das verkauft wird.

Bumbanet: Welche Songs der alten Demos sind denn auf "Faceless" vertreten ?

NJ Bloodline: "Sonnest Life" von der ´93 Demo, und "Fist" und "Be Afraid" von der ´97er Demo.

Bumbanet: Worum geht es in den Songtexten von NJ Bloodline ?

NJ Bloodline: Sie handeln von allem, was mir auf die Nerven geht und das mich wütend macht. Auch etwas, das mich zum weinen, schreien oder lachen bringt! Es geht um verschieden Emotionen, die sich in mir aufbauen. Ich war mal Lehrer für Englisch als zweite Fremdsprache. Ich habe das Gefühl, dass ich sehr gut mit Sprache umgehen kann. Ich habe auch schon immer Gedichte geschrieben! Es gibt auch ein paar Songs, die von der HC-Szene handeln und davon, dass es Kids gibt, die die Musik nur für die Szene spielen, ohne wirklich zu wissen, wo ihre eigentlichen Wurzeln sind. Man hat das Gefühl, dass viele Musiker nicht mehr all ihe Fähigkeiten ausschöpfen, während sich früher sehr viel mehr Bands, wie zum Beispiel die Cro-Mags völlig verausgabt haben. Ich bin jemand, der gegen großes Publikum ist, gegen die Labels und gegen die ganzen Kritiker, die scheinbar so viel zu sagen haben, aber deren Gesichter man nie zu sehen bekommt.

Bumbanet: Seit ihr eigentlich das erste Mal in Deutschland ?

NJ Bloodline: Für mich ist es nicht das erste Mal. Ich war schon mal als Tourist hier. Für mich ist es das erste Mal. Ich find´s cool, aber irgendwie ist es auch ungewohnt und komisch hier.Von Auftritten in den USA kann man etwas bestimmtes erwarten. Hier ist es definitiv anders.

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Autor:
Nora Wünsch
Photos:
NJ Bloodline

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