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Köln, Mediapark, der erste Juni im neuen Jahrtausend. Vielleicht
nicht der passenste Ort um sich mit einer Underground HipHop Crew
zu treffen, direkt in Kölns grösstem Kino Cinedom und
direkt neben VIVA. Aber "zum Glück" ist im neuen
Jahrtausend nichts mehr wie früher und unserem Interview mit
Manifesto (vertreten durch Lou Brown, Pablow und Rico Diablo) und
der BSE-Crew (vertreten durch Reddi und Bülent) stand nichts
im Wege. Also nehmt euch die Zeit und taucht in die Geschichte der
Bonner ein und erfahrt alles über deren erste EP "Affentheater"
und den HipHop Underground...
Bumbanet: Könnt ihr euch zu Beginn vorstellen!
Rico: Ich bin Rico Diablo, 20 Jahre alt uns stamme aus Brasilien.
Mit 12 Jahren bin ich nach Deutschland gezogen.
Lou: Ich bin Lou Brown, auch 20 Jahre alt und ich komme aus Pakistan.
Pablow: Pablow, 22 Jahre alt und aus Angola.
Bumbanet: Wie ging es bei euch los?
Lou: Uns gibt es schon seit 7 Jahren. Pablow kannte am Anfang den
Rico und ich habe die beiden dann kennengelernt.
Bumbanet: Welche Bedeutung steckt hinter eurem Namen "Manifesto"?
Rico: Wir haben diesen Namen schon vor langer Zeit ausgesucht und
es sollte ein Name werden, mit dem wir uns identifizieren können.
Manifest ist die Grundsatzerklärung und Kundgebung, und als
MC's wollen wir sagen was uns bewegt oder stört.
Bumbanet: Ihr seid zusammen drei MC's, inwiefern ergänzt
oder unterscheidet ihr euch?
Lou: Wir kommen alle aus verschiedenen Nationen, deshalb hat der
Rico brasilianisches Temperament, Paul afrikanisches und ich bin
aus Pakistan. Das ist also auf jeden Fall verschieden bei uns.
Rico: Wir sind glaube gegenseitig eine gute Ergänzung, wir
versuchen also nicht wie Salz und Pfeffer zu sein.
Pablow: Auch unsere Stimmen unterscheiden sich. Ich habe eine Bass
Stimme und das hört man auch sofort auf der Platte. Dazu kommen
dann eine mittlere und eine höhere Stimme, das ergänzt
sich gut.
Bumbanet: Wer ist denn bei euch für die Produktion zuständig?
Reddi: Ja, das bin ich. Ich bin 31 Jahre alt und arbeite jetzt
seit drei Jahren mit Manifesto zusammen. Wichtig ist für mich,
dass wir den kulturellen Background der Jungs durch die Beats nach
vorne bringen. Ihre Kultur soll nicht nur in den Texten und den
Styles hervorgehoben werden. Also bisher macht es sehr viel Spass
mit den Jungs und ich denke sie heben sich auch etwas von dem ab,
was momentan im deutschen HipHop abgeht. Manifesto will nicht nur
Battle Sachen machen, wir haben ein paar Partytracks und viele Sachen
aus dem Leben.
Pablow: Deshalb heissen wir auch Manifesto, weil es nicht etwas
einseitiges ist, wir haben neben Battle auch viele tiefere Lyrics.
Wir versuchen viele Facetten zu beleuchten.
Bumbanet: Nehmt ihr denn auch selber Einfluss auf die Beats?
Rico: Wir haben nicht immer die Zeit aber manchmal feilen wir schon
alle gemeinsam im Studio am Beat, besonders dann wenn wir schon
einen Text haben. Reddi hat natürlich seine Freiheiten, aber
wir bringen auch Ideen ein. Bei vier Leuten ist es da aber manchmal
schwierig zu einer Übereinkunft zukommen, aber das macht nichts,
das hat auch etwas mit Demokratie zu tun.
Lou: Zum Thema DJ's. Wir haben noch keinen festen DJ, aber jemanden
mit dem wir Auftritte machen. Auf "Affentheater" sind aber keine
Cuts drauf. Wir haben vorher schlechte Erfahrungen mit DJ's gesammelt,
die sind immer zu spät gekommen und die Sache auch nicht ernst
genommen. Es geht um Teamarbeit, es kann nicht jeder nur seinen
Egotrip durchziehen. Im Moment haben wir mehrere Angebote und wir
werden auf jeden Fall in Zukunft jemanden finden.
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