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Interview: Mad Caddies News

Bumbanet: Gut, könnt ihr mir was über eure Bandgeschichte erzählen? Es gab ja im Laufe der Jahre relativ viele Line-Up Changes!

Mad Caddies: Ja, wir haben irgendwie immer unsere Drummer verloren. 1995 haben wir als eine Art Highschool Band angefangen und sind hier und da aufgetreten, auf Parties usw. Die Musik war für uns einfach nur ein Spaßding und in unseren Texten machten wir uns über die Leute an unserer Highschool lustig! Irgendwann spielten wir dann auf einmal immer mehr Shows, überall in der Gegend unserer Heimatstadt Santa Barbara! Wir waren Support von Bands wie Dancehall Crashers oder AFI. Und bis zu dem Zeitpunkt waren wir noch fünf Mann in der Band und hatten also auch noch keine Trompeten in unserer Musik. Dann kam Ed hinzu, der auch heute noch für die Mad Caddies Trompete spielt. Der einzige Trompeter, der immer noch dabei ist! Und bezüglich der Line-Up Wechsel kann man sagen, dass wir damit zwar immer wieder konfrontiert wurden, aber der wahre Kern unserer Band immer noch besteht. Weder Mark, Ed, Keith oder ich werden die Band je verlassen! Diesen Monat erst hat uns unser Gitarrist Carter verlassen, aber naja, wir haben Ersatz gefunden uns es geht weiter. Für mich persönlich ist es schon sehr schwer, weil ich ungefähr 10 Jahre lang zusammen mit Carter Musik gemacht habe.

Bumbanet: Warum habt ihr euren ursprünglichen Bandnamen geändert?

Sascha: Ja richtig, früher hießen wir "The Ivy League" und um dir die Wahrheit zu sagen, ich mag diesen Namen eigentlich auch viel lieber, aber das Ding war: als wir gesignt wurden, mussten wir unseren Namen ändern, weil es leider schon eine Band gab, die so hieß. Wir hatten nicht viel Zeit, uns einen neuen Namen zu überlegen, nur vier Tage, weil das Label unsere CD rausbringen wollte. Ein Kumpel von uns kam an und meinte, wir seien wie Caddies, weil wir bei unseren ersten paar Shows in Santa Barbara nie bezahlt wurden und dabei aber so viele Leute zusammentrommelten, die auf die Konzerte kamen. Es hieß immer nur: "Hey Jungs, wollt ihr die und die Show spielen?", wir bekamen täglich irgendwelche Angebote, aber nie Geld dafür. Ein Freund meinte also, wir seien wie Caddies, weil wir die Headliner Bands promoteten und die Leute zu den Shows brachten, aber kein bißchen dafür kassierten. Wir dachten uns, dass der Name Caddies ganz cool ist und deswegen halt Caddies. Mad Caddies.

Bumbanet: Aus wie vielen Mitgliedern besteht die Band zur Zeit?

Sascha: Aus sechs Leuten. Auf dieser Tour sind wir aber sieben. Chris von Lagwagon spielt statt Carter Gitarre und nach dieser Tour werde ich das übernehmen.

Bumbanet: Kommt ihr denn gut miteinander klar?

Mad Caddies: Ja, zwar gibt es hin und wieder ein paar Streitereien, aber das ist ja auch normal und es sind wirklich nie richtig ernste Dinge, über die wir uns streiten. Wir kennen uns mittlerweile auch so gut, dass wir genau wissen, wann mal jemand eine Auszeit braucht. Wir wissen einfach, wie wir untereinander mit uns umgehen müssen und können deswegen auch jeder Menge Konflikte auch ganz einfach aus dem Weg gehen. Wir hängen viel zusammen rum und wissen gleichzeitig, wann wir Distanz brauchen. Überraschenderweise hängen wir aber auch viel zusammen rum, wenn wir nicht auf Tour oder so sind. Santa Barbara ist eine ziemlich kleine Stadt und wir sind alle sehr gute Freunde, auch vor den Mad Caddies hatten wir alle regelmäßig miteinander zu tun.

Bumbanet: Wie würdet ihr die momentane Ska-Punk-Szene in den USA beschreiben?

Mad Caddies: Es gibt keine. Die Ska-Punk-Szene ist komplett tot. Es gibt zwar immer noch Bands wie zum Beispiel Less Than Jake, die sehr viele Gigs haben, aber der Rest der Bands, ist ziemlich in Richtung Emo gegangen. Vor vier Jahren war die Szene sehr sehr gut, aber inzwischen ist sie regelrecht ausgestorben. Leider! Emo ist zur Zeit einfach so modern in den USA und die Kids, die früher in Skabands gespielt haben, machen jetzt Emo! Sowas passiert aber glaube ich jeder Szene einmal und ich finde es auch gar nicht so schlimm, weil sich solche Popularitätswellen sehr schnell auch wieder regenerieren. Es gibt während so einer Emowelle eben richtig gute Emobands, oder nur solche, die andere kopieren und deswegen haben die Leute auch sehr schnell wieder genug davon. So kommt und geht jede Szene und ich wette, dass die ganze Sache mit dem Emocore auch wieder an Popularität verlieren wird. In vier Jahren werden nur noch die wahren Emobands in der Szene sein und der ganze restliche Schrott existiert nicht mehr. Das gleiche passiert ja auch im Nu Metal. Bands wie Limp Bizkit sind sehr angesagt und andere Bands, die Nu Metal machen, weil´s zur Zeit beliebt ist, werden in ein paar Jahren gar nicht mehr auf dem Markt sein.
Wir werden immer automatisch in die Ska-Punk-Schublade geschmissen. Da ist generell nichts falsches dran, aber ich wäre gern auf dem Level einer Band wie Fishbone. Die werden einfach nur als Band beschrieben, ohne irgendwelche Worte davor. Mad Caddies werden nie aufhören, Punk oder Ska zu spielen, wir versuchen einfach nur unser eigenes Ding zu machen und unseren eigenen Dreh in unsere Musik zu bringen.

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Autor:
Nora Wünsch
Photos:
Fatwreck

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