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Madball News

1989 ging es los mit der New York Hardcore Band Madball, damals noch als Nebenprojekt von Agnostic Front. Kurz darauf folgte die "Ball of Destruction" Single, und damit begannen auch die zahlreichen Live-Gigs der Band. Im Jahre 2000 folgte dann das letzte Album von Madball, "Hold it down". Die Auflösung der Band war damit besiegelt. Trotzdem ging es nochmal auf Europa Tour und wir besuchten die Band in Koblenz bei ihrem Konzert im April 2001. Unsere beiden Reporterinnen unterhielten sich mit Sänger Freddy Cricien.

Bumbanet: Wie sind deine Kindheitserinnerungen in Bezug auf die Band deines Bruders, Agnostic Front?

Madball: Es ist zwar lange her, aber ich erinnere mich doch an einiges: Die Szene in N.Y war damals sehr klein, jeder kannte jeden und es war eine verrückte Zeit. Die Underground-Madball-Szene war noch sehr unterentwickelt. Damals lebte ich nicht mit meinen Eltern, sondern mit meinen Bruder zusammen. Wir hatten dieses verrückte Apartment in dem wir eine total coole Zeit verbracht haben. Im Nachhinein sind meine Erinnerrungen an diese Phase meines Lebens äußerst gut.

Bumbanet: Wie würdest du die aktuelle Hardcore Szene in N.Y. City beschreiben? Welche Richtung hat die Entwicklung genommen?

Madball: Es hat sich in all den Jahren vieles geändert, unter anderem die Musik und der Stil. Die Szene ist stärker und größer geworden, natürlich gibt es ab und zu diese Eintagsfliegen, die dann schnell verschwinden und solche Bands, welche die Szene in Richtung Drogen und etc. bringen wollen, aber im Großen und Ganzen ist die Szene ganz gut. Es gibt eine Menge Bands aus verschiedenen Teilen New Yorks, die richtig abgehen.

Bumbanet: Gibt es irgendetwas, was du nicht tolerierst? Oder irgendwelche Grenzen, die du für dich gezogen hast, wie z.B. Gewalt?


Madball: Eine gute Frage. Du musst in der Hardcore-Madball-Szene einen gewissen Respekt erzeugen. Ich verurteile keine schlechten Dinge, die in der Hardcore-Madball-Szene halt manchmal geschehen. Du musst mit solchen Dingen umgehen können und wissen wie.

Bumbanet: Erkennst du Unterschiede zwischen deinem deutschen und amerikanischen Publikum?


Madball: Von der kulturellen Seite sicher. Ich meine jedes Land hat eine andere Sprache und andere Menschen. Im Großen und Ganzen aber ist es doch überall das Gleiche, wenn die Musik losgeht und die Leute mitgehen.

Bumbanet: Bist du ein politisch-eingestellter Mensch?

Madball: Nein, überhaupt nicht.

Bumbanet: Was sind die wichtigsten Themen, die du in deiner Musik ausdrücken möchtest?

Madball: Eigentlich möchte ich Geschichten erzählen über persönliche Erfahrungen, Familie und Freunde.
Die Musik bringt mich dazu, über meine Straßenerfahrung zu schreiben, und das muss nicht im negativen Sinne sein.

Bumbanet: Wie ist es mit Backfire zu touren?

Madball: Ich hasse sie.... Ne war nur ein Scherz. Backfire ist eine meiner Lieblingsbands. Nicht nur aus Europa sondern überhaupt.

Bumbanet: Ist schon etwas komisches auf der Tour passiert, eine Geschichte die du uns erzählen willst?

Madball: Wir sind gerade erst 10 Tage auf Tour, ich denke es wird da schon noch einiges Lustiges passieren. Wir haben viel Spaß im Bus, da wir alle auch privat befreundet sind. Alles in allem haben wir eine gute Zeit zusammen.

Bumbanet: Habt ihr noch andere Jobs neben der Musik?

Madball: Einige von uns sind Verbrecher.... Ne, war nur Spaß. Von der Musik allein können wir unsere Rechnungen nicht bezahlen, deshalb arbeiten wir manchmal auf dem Bau, oder als Sicherheitskräfte.

Bumbanet: Wie willst du dich in 10 Jahren sehen?

Madball: Hoffentlich reich. Eigentlich wünsche ich mir, dass meine Familie und Freunde glücklich sind. Das ist das Wichtigste, aber ein paar Millionen Dollar wären auch ganz gut.

Bumbanet: Welche Bands haben dich am meisten inspiriert?

Madball: Ich höre eine Menge verschiedener Musik, deshalb kann ich nicht genau sagen, welche Musikrichtung mich am meisten inspiriert hat. Im Hardcore war es definitiv die Band meines Bruders, Agnostic Front.

Bumbanet: Dein Lieblingsessen?


Madball: Mein Lieblingsessen ist Schweinesteak mit Reis und Bohnen.

Bumbanet: Dein Lieblingsfilm?

Madball: Der Pate.

Bumbanet: Wie findest du das Internet?

Madball: Es ist cool, man muss eben mit der Zeit mitgehen. Ich bin nicht viel im Netz, aber ich halte das ganze für einen großen Fortschritt.

Bumbanet: Vielen Dank für das Interview!


Madball: Ich danke euch, hat Spaß gemacht!

 

Autor:
Solange Durand & Nora Wünsch
Photos:
Bumbanet, Epitaph

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