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Bumbanet:
Ihr seit ja eine Band, die eine sehr positive und spaßige
Attitüde verkörpert. War diese Art von Lebens-bzw. Bandeinstellung
schon seit Beginn der Band existent oder hat sich diese Einstellung
erst mit der Zeit entwickelt?
GCF: Hm, also ich glaube das kommt alles ganz von allein aus uns
heraus. Wir sind von Natur aus alles sehr sehr positiv denkende
und fröhliche Menschen, denen es schon immer wichtig gewesen
ist, diese positive Lebenseinstellung auch durch Musik an die Fans
weiterzugeben. Verbring ein paar Stunden mit uns und schon wirst
du das Grinsen auf deinem Gesicht nicht mehr los werden. Wir haben
eben auch einfach Glück, dass Good Clean Fun aus Menschen besteht,
die ohne sich zu verstellen und ohne jegliche Art von Drogen, Spass
haben können. Das ist so ziemlich mit das Wichtigste für
uns.
Bumbanet: Was bedeutet Straight Edge für euch?
Mike: Also ich bin jetzt 27 und straight sein hat für mich
eine andere Bedeutung als damals, als ich noch jünger war.
Damals war es so ein Ding, mit dessen Hilfe ich gegen andere sein
konnte, gegen all die Leute die tranken und Drogen nahmen. Ich konnte
auf der anderen Seite stehen und war stolz, dass ich anders war.
Mittlerweile ist diese ganze Einstellung ein so fester Teil von
mir und dem was ich bin, das das straight sein für mich gar
nicht mehr so präsent ist. Ich bin´s und werd es auch immer
sein. Ich bemerke es halt kaum noch. Ich wache nicht auf und denke:
Wow, ich bin straight edge! Ich bin nicht straight, weil ich nicht
rauche oder trinke und ich rauche oder trinke nicht, weil ich straight
bin.
Also ich bin schon mein ganzes Leben straight. Ich habe in meinem
ganzen Leben noch keinen einzigen Schluck Alkohol zu mir genommen,
nie. Auch nicht geraucht, oder irgendetwas anderes. Ich wuchs in
einem Haus auf in dem es keinen Alkohol oder Zigaretten gab. Meine
Eltern haben nie getrunken und ich eben auch nicht. Als meine Freunde
anfingen zu trinken dachte ich, dass ist dumm und machte nicht mit
bei den Saufereien. Bis ich 15 war, wusste ich auch gar nicht, dass
es so eine Lebenseinstellung wie straight edge gibt. Als ich dann
davon erfuhr dachte ich nur: Hey, das macht eine Menge Sinn! Mittlerweile
bin ich nun schon fast 30 und ich glaube nicht, dass ich eines Tages
anfangen werde auf einmal Alkohol zu trinken. Es ist einfach nicht
wichtig für mich. Ich denke über so etwas gar nicht nach.
Ich fühle mich so wohl, wie ich bin und möchte um keinen
Preis in der Welt anders sein.
Bumbanet: Seit ihr mit der momentanen Hardcore Szene denn zufrieden?
GCF: Ja, es ist eigentlich alles soweit ganz okay. Das Schlimmste
wäre, wenn die Szene kommerziell werden würde. Darüber
haben wir letztens noch diskuttiert. Die einen behaupten dann zwar
immer, dass die Message an mehr Leute übertragen werden würde,
aber daran glaube ich nicht. Nehmen wir zum Beispiel mal Rage Against
The Maschine, bei denen hat die Message am Ende auch nicht mehr
Leute erreicht, als am Anfang. Ich glaube daran, dass es so eine
Art magische Nummer gibt. Sagen wir mal, es gibt ungefähr 15,000
Hardcore-Kids auf der Welt und alles was über 15,000 geht,
erhält keine vernünftige Message mehr. Sobald Geld ins
Spiel kommt, verändert sich die Szene natürlich auch wieder.
Ich meine durch solch große Labels wie zum Beispiel Victory
Records hat sich schon eine Menge verändert. Wenn man als Hardcore
Band irgendwann mal richtig Geld verdient, verändert sich einfach
zu viel und die Dinge verlieren ihren Ursprung. Ich denke, dass
man ganz andere Entscheidungen trifft, wenn man in einer Band ist,
die viel Geld verdient. Es ist je nichts Schlimmes daran, ich meine,
ich persönlich mag auch tausende von Bands, die mit ihrer Musik
einen Haufen Kohle machen. Bei Hardcore oder Punk sollte man aber
beachten, dass diese Musik in den 80er Jahren ihren Usprung hatte,
und das damals kein Cent im Spiel war. Es ging um Community und
um die Musik, so sollte es auch sein.
Bumbanet: Eine lustige Geschichte, die euch mal während
einer Tour passiert ist!
GCF: Puh, da ist schon eine Menge passiert...moment, da müssen
wir erst mal überlegen...aja, genau...das ist eine eher bizarre
Story und zwar haben wir einmal in Östereich gespielt und auf
einmal waren die Saiten von den Gitarren und Bässen kaputt.
Letztendlich haben wir erfahren, dass der Kerl, der für den
Sound zuständig war, die ganzen Saiten mit einem Messer kaputt
geschnitten hat und keiner weiß warum. Das ist uns bis heute
ein Rätsel...
Bumbanet: Und wie ging´s weiter?
GCF: Ein Roadie von uns hat in Windeseile alles wieder halbwegs
repariert und...also zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja noch gar
nicht, dass der Soundmann für die Sache verantwortlich gewesen
sein soll. Nach der Show gingen wir raus und ein junge kam an und
erzählte uns, dass er gesehen hatte, wie der Kerl hinterm Mischpult
die Saiten zerstört haben sollte. Wir fragten ihn, warum er
ihn nicht aufgehalten hat und er meinte: Na, weil er ein Messer
hatte. Oh, und wo ist er jetzt? Schon gegangen. Naja, das war wirklich
eine komische Geschichte.
Bumbanet: Was hört ihr in eurer Freizeit so für Musik?
GCF: Ich mag Bands aus den 80ern wie Depeche Mode, The Cure oder
die Misfits. Dann natürlich auch den ganzen Hardcore Kram.
Bumbanet: Depeche Mode sind ja auch gerade auf Tour, hast du
dir ein Konzert von ihnen anschauen können?
GCF: Nein, leider nicht, das ist so ärgerlich. Sie spielen
in jeder Stadt, in der wir auch sind, nur immer erst einen Tag später
oder einen Tag zuvor. Und ich hab auch nie einen freien Tag zwischendurch,
so dass ich mal zu einem Gig hingehen könnte.
Bumbanet: Was habt ihr nach der Tour vor?
GCF: Wir werden warscheinlich erst mal Pause machen. Wir sind jetzt
seit dem 11.Januar 2000 auf Tour und ich glaube wir haben alle eine
kleine Pause verdient. Vielleicht wirst du uns auch schon im nächsten
Sommer wieder sehen und denken, hey, das war aber keine lange Pause,
aber für uns sind 2, 3 Monate genug.
Bumbanet: Okay, vielen Dank, das wars.
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