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Eine
Hardcore Band die auch Punkrocker mögen? Es gibt sie: Good
Clean Fun...
Bumbanet: Ihr spielt heute abend ja mit mehreren Bands, wie
Lack oder Caliban. Kennt ihr euch untereinander schon?
Good Clean Fun: Ja, wir haben uns kurz getroffen und ein bißchen
Small Talk gehalten. Mit Caliban haben wir auch schon mal eine Show
gespielt, besser gesagt ein Festival, und zwar Ieper, dieses Jahr
in Belgien.
Bumbanet: Wie läuft denn eure Tour hier in Europa bisher?
GCF: Gut! Wir sind sehr zufrieden. In Europa sind wir mittlerweile
etwas mehr als zwei Monate unterwegs und insgesamt sind wir schon
zwei Jahre auf Tour. In Europa sind unsere Erwartungen bisher schon
voll und ganz erfüllt worden. Wir können uns nicht beklagen.
Bumbanet: In Köln wart ihr auch schon oft, oder?
GCF: Ja, wir sind heute zum vierten Mal hier. Wenn wir in Deutschland
sind, ist Köln unsere Lieblingsstadt. Wir lieben Köln!
Bumbanet: Wirklich?
GCF: Ja, du denn nicht? Ich meine, wir waren auch schon in irgendwelchen
deutschen Kleinstädten, wo es wirklich nichts gab, von daher
kann man schon ganz froh sein, wenn man in Köln lebt, glaub
ich. Oder warst du schon mal ein paar Tage in Chemnitz? Auch nicht
gerade der Renner da...naja, aber in Köln lebt es sich bestimmt
ganz gut.
GCF: Mike, erzähl uns doch mal was über dein Label
"Phyte Records", auf dem Good Clean Fun ja auch sind.
Mike: Phyte Records habe ich vor ungefähr sechs Jahren gegründet.
Damals stellte die ganze Sache mehr oder weniger ein Hobby von mir
dar. Ich hatte ein Label und veröffentlichte die Musik von
Freunden. Das war ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Noch bevor
ich dann zu Good Clean Fun kam, brachte ich eine der ersten 7inches
von ihnen raus. So enstand dann auch der engere Kontakt zu den anderen
Jungs und ich wurde ein Mitglied der Band. Mit Phyte Records läuft
es ganz gut: ich veröffentliche alle unsere CD´s in den USA
und auch noch welche von Freunden. Hier in Europa ist Reflection
Records für unsere Releases verantwortlich.
Bumbanet: Euer neues Album ist ja auch auf Vinyl bei Defiance
Records draussen. Wie kam es denn dazu?
GCF: Ja, stimmt. Wir sind ziemlich gut mit Hoffi von Defiance befreundet
und wollten die neue Platte auch unbedingt auf Vinyl draussen haben.
Da Reflection es sich nicht leisten konnte bzw. eigentlich auch
nur verantwortlich für CD-Releases ist, hat Hoffi uns ein Angebot
gemacht.
Bumbanet: Bei eurem neuen Album gab´s ja auch ein paar Diskussionen
bezüglich des Covers...NWA!
GCF: Hey, du bist erst die fünfte Person hier in Europa, die
gecheckt hat, das das neue Cover eine Anlehnung an NWA sein soll.
In den USA haben die Kids sich die Platte geschnappt, das Cover
gesehen und gedacht: Hey, das ist cool..im NWA-Stil, während
die Leute in Europa NWA gar nicht so gut kennen und das Cover wohl
auch nicht gleich in Verbindung mit der Band setzen. Wir haben diese
Art von Cover gewählt, weil wir ja sozusagen eine Aufgabe als
Band haben. Und die ist: andere Bands ein bißchen auf die
Schippe zu nehmen. Wir wollten einfach ein Tribut an die HipHop-Szene
zollen. Es ist schon amüsant, weil bei unserem letzten Album
hatten wir ja vier verschiedene Cover und die Leute hier dachten
sich bestimmt: Wie kommt diese Band von ganzen vier geilen Covern
zu einem einzigen schlechten? Hm, wir finden´s cool und wenn man
weiss, dass es eine Anspielung auf NWA sein soll, erst recht.
Bumbanet: Warum habt ihr damals eigentlich vier verschiedene
Cover rausgebracht?
GCF: Oh, das war eine verrückte Sache und zwar wollten wir
erstmal ein Cover, dass auf die Band Promise Ring anspielt, weil
wir uns über die ganzen Emo-Kids lustig machen wollten. Das
Cover gefiel uns ziemlich gut, nur wollten wir dann auch ein normales
richtiges Hardcore-Cover für die Platte haben. Also gab´s das
dann auch. Wir hatten weitere Ideen...also folgten Blackmetal und
Streetpunk-Cover.
Bumbanet: Welches Cover hat sich denn am meisten verkauft?
GCF: Oh, ich glaube die haben sich alle gleich gut verkauft. Zuerst
kam ja das Promise Ring Cover raus. Das werden wohl die meisten
haben. Aber viele haben sich auch dann auf Shows die restlichen
gekauft.
Bumbanet: Ein Song namens Next Year in Jerusalem hat ja einen
eher untypischen, ernsten Hintergrund...
GCF: Oh ja, der Song ist wirklich nicht gerade typisch für
die Musik, die wir sonst machen. Next Jear in Jerusalem ist nach
unserer Israel-Tour entstanden uns basiert auf den Erfahrungen,
die wir in diesem Land gemacht haben. Teilweise haben wir da auch
keine so schönen Dinge mitbekommen. Die Israelis behandeln
die Palästinenser unserer Meinung nach wie den letzten Dreck
und...naja, natürlich kann man nicht alle unter einen Kamm
scheren, aber das ist unsere Sichtweise und gleicht den Erfahrungen,
die wir in diesem Land gemacht haben. Es gab sogar israelisch Kids
die nach Shows zu uns kamen, von ihrem Leben erzählten und
wirklich der Meinung waren, dass es letztendlich besser wäre,
wenn ihr Land gar nicht existieren würde.
Bumbanet: Wie sieht´s eigentlich mit eurem langjährigen
Drummer-Problem aus?
GCF: Uh, gelöst ist das nicht. Du hast schon Recht, wir hatten
nie einen Drummer der für längere Zeit in unserer Band
war. Letztes Jahr sah´s mal ganz gut aus, aber dann entschieden
wir uns, weiter zu touren und wenn so eine Entscheidung gefallen
ist, wird es meistens schwer. Denn entweder haben die Drummer dann
Jobs oder Beziehungen oder müssen nochmal in die Schule und
und und. Dann hieß es meistens: Sorry Jungs, aber macht es
euch was aus, wenn ihr ohne mich auf Tour gehen müsst?!? Unsere
Antwort war dann meistens: Nein, Mann, du wirst sicher schnell ersetzt
sein! Nein, Quatsch, aber wir können niemanden zwingen mit
uns ein paar Tausend Kilometer weit wegzufliegen und dann Shows
zu spielen. Bisher sind wir immer ganz gut ausgekommen, mit dem,
was wir hatten.
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