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Bumbanet:
Wie sieht´s mit neuem Material von Boysetsfire aus? Werdet ihr davon
heute Abend was spielen?
Boysetsfire: Ja, wir werden einen neuen Song bei der heutigen Show
spielen. Hmmm.. ich überlege gerade, ob wir den auch in Köln
bei der Deconstruction Tour gepielt haben..nein, haben wir nicht.
Das Lied heisst "addiction article" und wird auf dem neuen Album
erscheinen. Wir wissen allerdings noch überhaupt nicht, wann
das rauskommen wird. Wenn wir nach Hause kommen, werden wir anfangen,
ein paar neue Songs aufzunehmen.
Bumbanet: Also habt ihr die meisten Stücke schon geschrieben?
Boysetsfire: Ja. Die Songs sind zwar noch nicht ganz fertig, aber
größtenteils. Vollkommen fertig ist eben erst der eine,
den wir heute Abend dann auch spielen werden.
Bumbanet: Eure Lyrics klingen für mich sehr besonders und
poetisch. Also meiner Meinung nach sind das wirklich die besten
Texte, die ich je gelesen habe. Woher nimmst du die Ideen?
Boysetsfire: Oh, vielen Dank. Siehst du, ich werde schon rot..mann!
Naja, das kommt ganz drauf an. Die Inspirationen kommen eigentlich
von überall her. Von Freunden, meinen eigenen persönlichen
Erfahrungen, vom Fernsehen, der Zeitung, einfach von überall
her. Alles was mich umgibt hat einen gewissen Einfluß auf
mich. Vieles kommt aus persönlichen Erfahrungen, die ich mit
anderen Leuten gemacht habe. Desweiteren ist es wichtig für
mich, einen politischen Song den Leuten näher zu bringen und
ihn persönlicher zu gestalten. Ich will keinen Song schreiben,
der davon handelt, wie schlecht irgendwas ist, sondern ich versuche
das Thema so zu gestalten, dass es nachvollzogen werden kann und
einen persönlichen, individuellen Charakter bekommt.
Bumbanet: Worum geht´s in dem Song "My Life In The Knife Trade"?
Boysetsfire: Das Witzige an dem Song ist, dass wir den eigentlich
für unsere erste Demo geschrieben haben. Dann haben wir ihn
aber doch nicht mit auf die Demo genommen, weil er ein paar Parts
hatte, die irgendwie nicht hineinpassten. Diese Teile des Songs
sind allerdings auch nicht auf After The Eulogy. Wir kippten my
life in the knife trade damals also und dachten uns nur: naja, was
solls! Irgendwann, einige Zeit später meinte ich dann zu den
anderen Jungs: hey,was haltet ihr davon, wenn wir versuchen my knife
zurück zum Leben zu erwecken? Die fanden auch, dass wir´s versuchen
sollten, also haben wir noch ein bisschen dran rumgebastelt und
haben es auf after the eulogy gebracht. Das Lied ist also schon
sieben Jahre alt. Es dreht sich um grundsätzliche Dinge. Zum
Beispiel die Tatsache, dass man in der Szene, in der wir sind, sehr
schnell Freunde wechselt. Es scheint, als ob man gestern mit dieser
Gruppe von Leuten zusammen rumhängt und heute mit einer völlig
anderen Gruppe von Leuten. Und die anderen hassen dich auf einmal,
wegen einer komischen Sache, die auf einer Party passiert ist, auf
der jemand betrunken war.. und lauter so unrelevantes Zeug, dass
Freundschaften zerstört ohne die Fassade bröckeln zu lassen.
Es scheint also so, als ob man seine Freunde jeden Tag einfach tauscht!
Bumbanet: Ist es der Band wichtig, dass mit der Musik eine bestimmte
Message an die Fans gebracht wird?
Boysetsfire: Das kommt wirklich immer auf den Song an. Wir haben
eigentlich jede Menge Messages, die wir an unsere Fans weitergeben
wollen. Aber es gibt kein allgemeines Thema, das wir behandeln.
Ganz im Gegenteil, wir versuchen von so einem Gesamtthema wegzubleiben.
Das wäre zu langweilig. Hmm, also je nach Song kann man sagen,
dass es sich um positive Kräfte dreht, die man der Musik entnehmen
kann.
Bumbanet: Sind die Reaktionen der Leute hier in Europa denn
anders als die in den USA?
Boysetsfire: Nein, nicht wirklich. Überall eigentlich so ziemlich
dasselbe. Egal, ob man in den USA von Staat zu Staat oder in Europa
von Land zu Land tourt, die Kids sehen überall gleich aus...nur
haben sie immer einen anderen Akzent. Naja, das wars auch schon.
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