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Bumbanet:
Weil Ihr gerade R&B angesprochen habt: Ich habe vor Kurzem ein
Statement vom Sänger der Fun Lovin’ Criminals gelesen, in dem
sich darüber ausließ, dass das was momentan als R&B
verkauft wird, im Endeffekt mit dem Ursprungsgedanken, wie ihn Barry
White umgesetzt hat, nicht mehr viel zu tun hat. Wie seht Ihr das?
Jamie: Das ist absolut richtig. Der R&B der momentan in den
Charts ist, ist eigentlich nur ein gehypter Crossover mit Hip-Hop.
Da werden ein paar Beats gemacht und eine einfache Melodie drübergesungen.
Chris: Dabei sind es gerade die Melodien und die Stimmen, die R&B
zu dem machen, was es ist.
Jamie: Es ist eigentich Pop-R&B. Es klingt nett, es ist ok,
aber wir bevorzugen da schon die alten Sachen.
Bumbanet: Chris, als ich die Platte gehört habe, musste
ich bei Deiner Stimmer öfters mal an Mike Patton denken. Hat
er Dich beeinflusst?
Chris: Jaja, dass habe ich schon ein paar mal gehört, aber
als Einfluss würde ich ihn nicht sehen. Ich mag Faith No More,
sie waren eine großartige Band, aber ich war niemals ernsthaft
daran interessiert, wie er zu klingen. Da waren es schon eher Phil
von Pantera oder Scott (?) von Living Colour. Was er gemacht hat
war wirklich gut, aber ich habe mich jetzt nie mit einer FNM-Platte
hingesetzt und habe gesagt: "Wow, dass ist etwas, das ich auch
machen will!"
Bumbanet: Aus der New Yorker Szene entstanden ja schon viele
Bands wie Type O Negative, Sick Of It All oder Biohazard um jetzt
nur ein paar zu nennen, aber in der letzten Zeit ist es etwas ruhig
geworden und die Westküste setzt eher die Trends. Was ist los?
Jamie: Die Szene in New York ist stark und groß. Deshalb
wird sich das nun wieder verändern. Viele neue Bands bekommen
gerade Deals angeboten. Wir sind einfach nur die Ersten gewesen.
Ich denke, dass das immer zyklisch verläuft. Es kommt mal eine
ganze Reihe Bands aus New York an die Öffentlichkeit, dann
wieder aus L.A.. Es geht immer hin und her zwischen den beiden Städten
und im Moment ist New York richtig heiss! In diesem Wechselspiel
gab es da nur mal einen üblen Ausrutscher namens "Seattle"!
(Gelächter)
Rob: Ok, so schlimm war’s nicht. Alice In Chains oder Soundgarden
waren schon gute Bands, aber Pearl Jam, naja, ich würde es
überleben, wenn es sie nicht geben würde. (Wieder Gelächter)
Jamie: Mir ist das alles zu depressiv. Ich mag Musik, die Power
hat und positive Energie ausstrahlt. Dieses Depri-Zeug Zeug mag
ich nicht so. Wenn man Musik hört, dann möchte man mitgerissen
werden, sich gut fühlen, glücklich sein und nicht niedergeschlagen
und destruktiv werden.
Bumbanet: Aber die Deftones sind ja wohl auch nicht gerade die
Sommer-Sonne-Sonnenschein-Band.
Rob: Sie sind depressiv auf eine coole, eher spirituelle Art. Es
ist ein ganz besonderer, tiefgehender Vibe. Das ist viel eher Poesie.
Bumbanet: Würdet Ihr Euch als eine typische Band der New
Yorker Szene beschreiben?
Jamie: Ich würde nicht sagen typisch. Klar, wir sind definitiv
von unserer Umgebung beeinflusst, aber es gibt momentan keinen typischen
Sound oder eine Band, die "nach New York" klingt. Ich
meine Bands wie Biohazard, Anthrax, Type O oder Life Of Agony haben
auch alle ihren eigenen Sound. Das gleiche gilt auch für die
neuen Bands. Viele unserer Freunde, die gerade gesignt werden, haben
alle ihren eigenen Sound. Eine grobe Richtung gibt es vielleicht
schon, aber es klingt alles unterschiedlich. Genau wie die Stadt:
Es ist nun mal eine Mixtur aus vielen verschiedenen Einflüssen.
Mike: Das ist für mich das Wichtige. Es sind nicht ein paar
Bands, die sich gegenseitig klonen, ihren Sound kopieren und sich
die Ideen klauen. Ich denke die Tatsache, dass die Szene so vielseitig
ist, ist auch der Grund dafür, dass dort im Moment solch ein
Boom herrscht.
Jamie: Es kommen nun eine Menge neue Bands und wir haben mit unserem
Start das Ganze wieder ins Rollen gebracht. Wir sind die ersten
die es geschafft haben, einen großen Schritt weiterzukommen
und das hilft den Anderen wiederum. Viele von den Bands die wir
treffen, sagen zu uns, dass wir eine Ermutigung für sie sind,
weiterzumachen, da sie unserem Beispiel folgen wollen. Aber es ist
doch immer so. Korn haben Limp Bizkit geholfen, die gaben dann Staind
Starthilfe. Wir hoffen, dass wir das für jemand anderes tun
können oder auch dass uns wieder jemand anderes hilft.
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