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Bumbanet:
Wir sehen denn deine HipHop Connections in der Türkei aus?
Bektas: Ich habe die ganzen Leute - vor allem Istanbuler - bei
meiner Arbeit da kennengelernt. Allerdings habe ich nicht unbedingt
regen Kontakt, wir schreiben uns nicht alle drei Wochen. Die Leute
versuchen da das Gleiche wie wir hier zu machen, allerdings sind
die Bedingungen und Umstände dort ganz anders. Mit Nefret habe
ich jetzt aktuell zusammengearbeitet, das Album kam jetzt raus.
Das was ich aus der Türkei höre ist musikalisch schon
einen Schritt weiter als hier, nur sprachlich ist das noch sehr
weit zurück. In der Türkei fehlt noch die jahrelange Entwicklung.
Bumbanet: Du hast jetzt ein paar dicke Features bei Mystikal
und RZA, wie war das für dich, wo du gerade erst vor Kurzem
dein erstes eigenes Releases hattest?
Bektas: Das war natürlich eine grosse Freude, auch wenn ich
beim RZA Projekt nur zufällig dabei bin, weil ein paar Künstler
ausgefallen sind. 1995 habe ich noch während der Schule bei
einem CD-Laden gearbeitet und war der grösste Fan von Wu-Tang.
Jetzt mit diesen Leuten arbeiten zu können ist natürlich
ein Traum, ich habe mich auch wie ein Kind gefreut. Das habe ich
mir natürlich nicht anmerken lassen. Mittlerweile ist es natürlich
auch einfacher mit Amis zu arbeiten, aber trotzdem ist es eine grosse
Überraschung. Das Gleiche gilt auch für Mystikal. Das
sind einfach Menschen, die in einer anderen Dimension spielen. Wenn
dir diese Leute so viel Respekt zollen, dass sie dich auf ihre Platte
packen, ist das ein grosser Energieschub.
Bumbanet: Wir war denn die Zusammenarbeit?
Bektas: Es war halt einfach ein professionelles Arbeitsverhältnis.
RZA wäre bestimmt anders gewesen, wenn er mit zehn Homies dagewesen
wäre. Es war aber trotzdem nicht fabrikmässig oder so.
Wir haben einen Beat bekommen und haben darauf getextet. RZA meinte,
wenn ihr diesen Beat nicht gut findet, hier ist eine CD mit zwanzig
Beats, sucht euch einfach einen aus. Das ist eigentlich Respekt
genug. Die Atmosphäre war schon sehr entspannt, sehr chillig.
Bumbanet: Zurück zu deinem Album, für was steht der
Titel "Alis im Wunderland"?
Bektas: "Alis im Wunderland" stand für mich für Türken
in Deutschland. Nach einer Zeit haben sich für mich aber auch
andere Inhalte ergeben, weil eigentlich jeder ein Ali sein könnte,
nicht nur ein Türke. Jetzt steht Ali für mich für
Menschen die in Großstädten oder Industrieländern
nicht klarkommen oder die sich als Aussenseiter fühlen. "Alis
im Wunderland" hat aber auch mit Sprache zu tun, aber ich will da
jetzt nichts Falsches sagen, ich muss mir das erst nochmal angucken.
Generell kann sich jeder was anderes unter dem Titel vorstellen,
es kann auch sowas wie eine Story sein. Man kann sich seinen eigenen
Inhalt dazubasteln.
Bumbanet: Wird es bestimmte Features geben?
Bektas: Es wird ein grosses Feature geben mit Berliner Künstlern,
quasi eine Berliner Landkarte. Ansonsten wird es auch noch ein paar
Features mit Berlinern geben, Jan Butzner und Sascha Blum. Die Beats
sind größtenteils von DJ Smolface und DJ Ses, es haben
aber auch noch andere Leute Beats für das Album gemacht.
Bumbanet: Mit wem arbeitest du denn live?
Bektas: Live ist DJ Smolface dabei. Zur Zeit haben wir aber nicht
so ein grosses Programm wenn wir auftreten, wir improvisieren mehr.
Wenn das Album fertig ist wird es aber auch eine krasse Show geben.
Nicht so wie bei Michael Jackson mit Reinfliegen in einer Rakete,
aber ein bisschen wie im Theater. Keine Show mit Showeffekten, aber
eine ehrliche Show.
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