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Über
ein Überangebot an deutschen Crossover Bands kann man sich
zur Zeit nicht beschweren und so freut man sich natürlich,
wenn mal wieder eine junge Band nach oben kommt. So auch der Berliner
Sechser Bazzooka, die mit ihrer EP "Nationalhymne" bei
dem neuen Label Firestarter (Die Happy, u.a.) starteten. Wir sprachen
in Köln mit Sänger Patrice und Drummer Marlon...
Bumbanet: Es gibt verschiedene Angaben über
euer Gründungsdatum. Was stimmt?
Bazzooka: Unser offizieller Gründungstermin
ist der 1. April 2000, aber wir kannten uns schon vorher jahrelang
und wir haben auch schon alle vorher Musik gemacht. Es gibt in Berlin
einen großen Pool von Bands und einige von uns haben auch
schon in anderen Bands zusammen gespielt. Der 1. April gilt als
unser Gründungsdatum, weil wir da zum ersten Mal in der vollständigen
Besetzung zusammengespielt haben.
Bumbanet: Habt ihr bestimmte Einflüsse?
Patrice: Das ist schwierig zu sagen. Ich und Brix
kommen aus dem HipHop Bereich...
Marlon: Ich komme auf jeden Fall aus der Metal Ecke.
Patrice: Und die Musik, die man jetzt von uns hört,
ist der kleinste gemeinsame Nenner von allen Bandmitgliedern. Es
für uns auch unmöglich wenn wir im Bus unterwegs sind,
eine Platte länger als drei Minuten zu hören, weil sofort
jemand anfängt zu mosern. Jeder von uns hat einen anderen Musikstil.
Bumbanet: Nach 18 Monaten habt ihr dann schon
eine Plattenfirma gefunden...
Patrice: Ja, das ging ziemlich schnell. Jetzt sind
wir bei Firestarter, aber das waren schon glückliche Umstände.
Wir haben in Berlin im Pfefferberg bei Whirlpool gespielt, da sind
immer 10 Bands für 10 Mark. Dort hat uns unser heutiger Booker
gesehen, Carlos Fleischmann von CoCo Tours. Der hat gesagt, lass
und draufhauen, fahrt mal mit Goldfinger. Und so sind wir dann sechs
Wochen nach unserer Gründung mit Goldfinger auf Deutschland
Tour gewesen. Dabei wurden wir in München von unserem jetztigen
A&R entdeckt. So haben wir dann den Draht zu Firestarter bekommen.
Für uns war es auch wichtig, jemanden zu finden, der uns die
Freiheiten gibt, unsere Musik zu machen. Wir machen im Endeffekt
alles selbst, wir lassen uns da nicht reinreden. Deshalb ist Firestarter
für uns auch das perfekte Label, die haben einerseits Independent
Touch wie ein Indie Label, andererseits aber auch die Power eines
Majors, nämlich der BMG.
Marlon: Die Möglichkeiten und Finanzen sind
da einfach unglaublich. Und trotzdem redet uns keiner rein. Die
sind ja auch quasi noch genauso jung wie wir.
Bumbanet: Eure erste EP Nationalhymne
ist jetzt draussen. Was liefert ihr uns da?
Marlon: Es sind zwei ältere Songs auf der EP,
die wir schon am Anfang gemacht haben. Und es sind zwei neue Songs
darauf, darunter auch der Namensgeber der EP. Nationalhymne
wird auch auf dem Lords of the boards Sampler erscheinen.
Patrice: Nach der Tour produzieren wir direkt an
unserer LP weiter, hier in Köln. Wir hatten 25 Songs, davon
kommen 12 auf die LP, und dann nochmal vier Titel für die EP
auszuwählen, ist natürlich sehr schwierig. Auf der LP
wird es nicht nur auf die Fresse gehen, da sind auch zwei ruhige
Songs dabei. Es geht also durch die ganze Sparte. Die EP kann unsere
Bandbreite so noch nicht wiedergeben.
Bumbanet: Wieso habt ihr diesen Songtitel Nationalhymne
ausgewählt?
Patrice: Manche Leute kriegen das ja in den falschen
Hals und denken an Rechts, damit hat das aber gar nichts zu tun.
Man kann den Titel verschieden interpretieren. National deshalb,
weil wir eine deutsche Band sind, deutsche Texte machen. Unsere
Texte kommen aus unserer Umgebung, also hauptsächlich Berlin.
Natürlich überschneiden sich manche Sachen auch weltweit,
Scheisse gibt es überall. Auf der anderen Seite steht Hymne
für mich, als etwas ehrliches. Und eine Hymne bringt die Sache
auf den Punkt, so sollte es zumindestens sein.
Marlon: Nicht zuletzt sollte es auch einfach eine
Hymne sein, eine Boarder Hymne. Eine Hymne zum und beim Board fahren.
Und ich hoffe es wird auch eine Hymne.
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