Bumbanet:
Wie alt warst du denn als du in die Hardcore Szene kamst?
AF: Ich war 15 und seitdem ist sie eine Familie für mich. Die
Szene bedeutet für mich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!
Bumbanet: Wie stehst du zu dem Straight-Edge Movement, welches
sich ja vor allem in den letzten Jahren sehr stark entwickelt und
durchgesetzt hat?
AF: Ich weiss nicht so recht, aber wirklich sympathisch ist es mir
nicht. Man macht mittlerweile viel zu große Unterschiede und
ständig heisst es: Straight-edge oder nicht oder Hardcore oder
nicht oder Straight-Edge oder Hardcore. Das ist alles Quatsch, wie
ich finde. Keiner von uns ist Sxe und wir haben auch sonst nichts
damit zu tun! Unsere Intention mit Agnostic Front war es einfach
nur gegen alle Regeln zu sein. Ich kenne einige Leute, die, weil
sie eine zeitlang mal Sxe waren und dann nicht mehr, zusammengeschlagen
worden sind, nur weil sie aufeinmal wieder tranken. Das geht zu
weit. Straight-Edge Leute müssen immer irgendwelche Statements
abgeben, hab ich das Gefühl. Das Straight-Edge Movement hat
eine völlig neue Mentalität in die Hardcore-Szene gebracht,
welches teils negative und teils positive Konsequenzen hatte. Es
ist halt immer auch eine Sache des Respekts. Insgesamt hab ich aber
auch das Gefühl, dass die Szene wieder etwas mehr zusammengewachsen
ist, dass die Oi!, Punk, Sxe- Leute wieder mehr Zusammenhalt suchen
und die Szene wieder wächst.
Bumbanet: Du wohnst ja in New York, wie sieht´s denn da zur Zeit
mit der Hardcore-Szene aus?
AF: Die Hardcore Szene hat wieder mehr mit der Punk Szene zu tun!
Die Leute finden wieder zusammen! Ich würde sagen in New York
tut sich wieder etwas und man kann die gegenwärtige Situation
als relativ positiv betrachten!
Bumbanet: Kommen wir mal auf eure Tour zu sprechen! Wie läuft´s
denn bisher?
AF: Oh, die Tour macht unheimlich viel Spass, wie immer! Nur eine
blöde Sache ist uns passiert und zwar wurde unser gesamtes
Gepäck am Flughafen in Griechenland falsch, bzw. gar nicht
eingecheckt und jetzt stehen wir ohne Koffer da. Ziemlich ätzend,
aber wir sind eher Jungs, die das mit Humor nehmen. Es ist super
ärgerlich, aber es gibt schlimmeres. Ansonsten eine coole Tour
bisher. Wir spielen hauptsächlich in kleinen Clubs und genießen
eine Atmosphäre der Zusammengehörigkeit!
Bumbanet: Was hälst du vom Internet?
AF: Ich persönlich mag das Internet überhaupt nicht! Es
bringt die Welt einfach viel zu nah zusammen! Okay, lass mich das
mal erklären.. zum Beispiel war Deutschland immer ganz anders
als die USA und mittlerweile gibt es gar keinen so großen
Unterschied mehr zwischen den beiden Ländern! Ich mag es, wenn
Länder sehr unterschiedlich sind, weil das macht es ja gerade
aus, aber irgendwie hab ich den Eindruck, als wenn alle einer amerikanischen
Kultur hinterher rennen, die es schon längst nicht mehr gibt!
Ich hasse auch Napster! Man steckt all seine Arbeit und vor allem
so viel Geld in die Musik und dann setzt sich jemand an den Computer
und zack lädt er sich den Song runter. Wir verbringen Monate
im Studio und dann wird das Material gestohlen!
Bumbanet: Letzte Frage! Dein Lieblingsfilm?
AF: Oh, das ändert sich laufend! Zur Zeit ist glaube ich Dogma
mein Lieblingsfilm!
Bumbanet: Noch etwas, das du loswerden möchtest?
AF: Ja, ich habe eine zweite Band namens "Loved and Hated" und wir
haben grade eine neue EP draussen, die sich alle unbedingt mal anhören
sollten! In "Loved and Hated" spiele ich diesmal aber keine Drums,
sondern singe! Macht mir sehr viel Spass! Die EP ist bei Kingfisher
Records erhältlich! Holt sie euch und dann noch viel Spass
bei unseren Shows! Und achja, im November werden wir wieder hier
sein, um beim Unity Fest zu spielen, also, falls ihr uns diesmal
verpasst habt, wir werden bald wieder zurück sein! Danke für
das Interview!