Zu
Agnostic Front muss man nichts mehr sagen, seit 20 Jahren steht
die Band für Den Hardcore. Wir trafen Drummer Jimmie Colletti
auf Tour im Sommer 2001 und unterhielten uns über das kommende
Album "Dead Yuppies"...
Bumbanet: Was habt ihr in den letzten Monaten so gemacht?
Agnostic Front: Die letzten paar Monate haben wir im Studio verbracht
und an unserem neuen Album gearbeitet. Es wird im Oktober rauskommen
und "Dead Yuppies" heissen!
Bumbanet: Mit welchen vorherigen Agnostic Front Alben kann man
es vergleichen? Oder habt ihr diesmal eine völlig neue Richtung
eingeschlagen?
AF: Jedes unserer Alben ist sehr eigenständig und fängt
auf eine gewisse Art die Zeit ein. Es spiegelt unseren Zustand wieder
und so klingt das neue Album auch nach verschiedenen Emotionen.
Es ist politisch, wütend, froh und verbindet alles miteinander.
Es ist auch härter als "Somethings Gotta Give" und ein bißchen
dunkler. Hm, ich weiss auch nicht, du musst es dir anhören,
weil es einfach schwer ist, "Dead Yuppies" zu beschreiben! Die Frage,
wonach es klingt ist immer schwer zu beantworten, weil wir nie nach
jemand anderem klingen. Deswegen kann ich das auch nicht sagen,
wir klingen auf dem neuen Album so und so. Es klingt nach nichts,
genau genommen. Man kann es mit keiner anderen Band vergleichen.
Andere sagen, dass deren Musik nach dem und dem klingt, aber ich
mache so etwas nicht, weil wir niemanden kopieren.
Bumbanet: Haben sich denn auch noch andere Künstler an dem
Werk beteiligt?
AF: Nein, wir haben alles alleine gemacht. Keine Guest Vocals, nur
ein paar Jungs, Freunde von uns, die die Backing Vocals übernommen
haben. Ansonsten waren nur wir vier am Start.
Bumbanet: Habt ihr euch bei dem neuen Album auf ein bestimmtes
Thema konzentriert?
AF: Also ein bestimmtes Thema gibt es nicht. Uns war es bei "Dead
Yuppies" aber sehr wichtig, reale Stories zu erzählen und ich
finde diese kommen auch letztendlich sehr gut rüber!
Bumbanet: Ihr habt ja mittlerweile auch einen neuen Bassisten...
AF: Ja, Mike ist in die Band gekommen und er macht sich wirklich
sehr gut. Wir sind rundum zufrieden mit ihm und es macht eine Menge
Spass ihn in der Band zu haben. Er war auch bei den Aufnahmen zum
neuen Album dabei und er hat auch schon einige Liveshows mit uns
gespielt.
Bumbanet: Trotz diverser Line-Up Wechsel existiert Agnostic Front
ja schon sehr lange. Habt ihr jemals ernsthaft darüber nachgedacht,
euch aufzulösen?
AF: Ja wir sind schon eine Ewigkeit zusammen. Ich weiss selbst nicht
genau seit wann wir zusammen als AF Musik machen. Hm, ich glaube
uns gibts jetzt seit ungefähr 20 Jahren. Aber nein, wir haben
nie darüber nachgedacht uns aufzulösen. Es gab und gibt
keinen Grund dafür. Es macht noch genauso viel Spass wie am
Anfang und es gibt keine Anzeichen für Langeweile.
Bumbanet: Ihr seit ja für viele die Verkörperung des
Oldschool Hardcores.. was bedeutet Hardcore für dich persönlich?
AF: Für mich bedeutet Hardcore eine härtere Version des
Punks, die sich im Untergrund befindet. Als Hardcore anfing sich
zu etablieren, war es einfach nur eine härtere und teils schnellere
Version des Punkrocks. Es war Streetlife und der Hardcore wurde
dort geboren, wo Punkbands auf einmal neue Wege gehen wollten und
kommerziell wurden.
Bumbanet: Wo liegen deiner Meinung nach die Veränderungen,
die die Hardcore Szene in den letzten Jahren durchgemacht hat?
AF: Ja, eine Menge hat sich innerhalb der Szene verändert,
aber manchmal ist es immer noch dasselbe. Man sieht teilweise immer
noch die gleichen Gesichter wie vor vielen Jahren. Das ist komisch,
weil man denkt, dass sich die Szene komplett verändert hat,
aber meiner Meinung nach ist sie immer noch sehr beständig.
Zumindest an den richtigen Orten.