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Bumbanet:
Hattet ihr beim Aufnehmen ein spezielles Konzept, was unbedingt
auf das Album drauf muss?
ABS: Natürlich sollte jedes Album etwas Besonderes rüberbringen.
Das haben wir versucht, indem wir uns bemüht haben, das Album
abwechslungsreich zu machen. Und wir wollten zeigen, was man mit
HipHop alles machen kann. Einerseits kann man Persönlichkeit
rüberbringen, andererseits Spass und Partylaune. Natürlich
sollte man auch Leute zum Denken anspornen. Das ist jetzt unser
erstes Album, und da sind Lieder drauf, die schon zwei bis drei
Jahre alt sind, deshalb wollten wir auch unsere Entwicklung preisgeben.
Bumbanet: Wie seid ihr eigentlich zu eurem Label Uprock gekommen?
ABS: Der Bruder von unserem DJ ist der Timmer von Ohne Gleichen
(Bumbanet TV Moderator), der ist ein Freund von uns und damals haben
wir dem ein Tape mitgegeben. Timmer war damals schon bei Uprock
gesignt, bzw. stand in Kontakt zu denen, und so haben wir die Leute
dann kennengelernt. Die haben uns zu Auftritten und bei Promotion
geholfen, und so kam es dann, dass Uprock Records um uns herum gegründet
wurde. Wir wollten uns von keinem Label abziehen lassen, wir wollten
unser eigenes Ding machen, und mittlerweile sind wir halt zur Hälfte
bei BMG, Full Scale nennt sich das, eine Kooperation zwischen den
beiden. Eigentlich ist das also mehr auf einer persönlichen
Ebene passiert.
Bumbanet: Was haltet ihr denn generell davon, dass jetzt fast
alle HipHop Labels mit den Majors zusammenarbeiten?
ABS: Man sieht, dass die Industrie jetzt dem ganzen Ding zusagt,
dass die erkannt haben, da geht was, da kann man was rausschlagen.
Im Endeffekt sind das Firmen, egal ob die mit dir befreundet sind
oder nicht, die versuchen bei ihrer Bilanz ein großes Plus
zu erreichen. Das kann man nur von der ökonomischen Sicht sehen.
Natürlich hat das sehr viele Vorteile für Sachen, die
real sind, weil die Öffentlichkeit nur so mitbekommt, dass
es uns gibt, und Oli P nicht der einzige ist. Die Leute sehen so,
dass wir, der Underground, die Kreierer der ganzen Geschichte sind.
Bumbanet: Aber du siehst da keine Gefahr einer zu großen
Abhängigkeit?
ABS: Deshalb kollaborieren wir ja nur und sind nicht komplett zur
BMG gegangen. So haben wir unsere Roots behalten. Uprock sind unsere
Ansprechpartner und BMG ist ein sehr zuvorkommendes Label, BMG Köln
zumindest, die respektieren uns und lassen uns machen. So ist das
ein gutes Zusammenspiel.
Bumbanet: Thema Internet, wo bleibt eure Homepage?
ABS: Seit einem halben Jahr sind Stefan und ich auch online. Klar
gucke ich mir die Sachen an, gehe auf HipHop Seiten, das ist halt
ein sehr überragendes Medium. Man sollte das in jeder Hinsicht
nutzen. Eine Homepage von gibt es noch nicht weil wir uns noch gar
nicht darum bemüht haben. Und wenn ich mir die HipHop Homepages
angucke, was da in den Gästebüchern für Scheisse
steht, habe ich da im Moment auch kein Interesse dran.
Bumbanet: ABS - Anti Blockier System - wie seid ihr eigentlich
auf euren Namen gekommen?
ABS: Das ist ganz einfach. Wir fungieren als System und wenn ich
ganz ehrlich sein soll... Der Stefan und ich sind 1995 durch Essen
gelaufen, haben einen Bus gesehen, hinten stand ABS, und da haben
wir uns gedacht, boah, ist das ein geiler Name, den nehmen wir.
Bumbanet: Was denkst du denn allgemein über das Wachstum
von HipHop?
ABS: Klar sind da Gefahren dabei, Ausverkauf, Leute die auf den
Zug aufspringen, aber was soll man dagegen tun. Wir können
im Endeffekt unser Ding durchziehen und hoffen, dass die Leute das
hören, verstehen und respektieren.
Bumbanet: Was ist dir denn neben HipHop am Wichtigsten?
ABS: Meine Familie steht an erster Stelle. Das sollte bei jedem
an erster Stelle stehen. HipHop ist im Endeffekt nicht die Erfüllung
des Lebens. Es ist eine Musikrichtung, eine Lebensart und Kultur.
Aber man sollte seinen eigenen Background nicht vergessen. Meine
Freundin ist mir sehr wichtig und auch meine intellektuelle Zukunft
ist sehr wichtig, sprich Studium, Job. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass ich mit 40 Jahren noch auf der Bühne stehe.
Bumbanet: Deine Zukunft kann also auch abseits von HipHop liegen?
ABS: Rap werde ich immer machen. Und das meine ich wirklich ernst.
Ich werde auch mit 40 Jahren mal beim Henning im Studio reinspazieren.
Wer weiß, wo uns die Wege hinführen, ich kann über
die Zukunft nicht viel sagen. Ich versuche jetzt mein Bestes, arbeite
hart und werde in 20 Jahren sehen wo ich bin.
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