|
Anfang
Februar 2001 lud ABS, die 1995 gegründete Ruhrpott Crew, zu
ihrer Release Party des neuen und ersten Albums "Kinderspiel - leichter
getan als gesagt" im Bochumer Riff ein. Dem folgten nicht nur über
500 Fans, sondern auch jede Menge prominente Gäste aus ganz
Deutschland, und wir. Bei unserer Ankunft in dem eingeschneiten
Club steckten ABS noch beim Soundcheck. Danach versuchten wir dann
ein einigermaßen ruhiges Plätzchen für ein Interview
mit Rapper Ercan zu finden, letztendlich musste der Catering Raum
als Alternative herhalten. Ein Video Interview mit ABS DJ Salicious
gibt es bei Bumbanet TV.
Bumbanet: Los geht's, und wie immer die erste Frage, wie hat
alles angefangen bei euch?
ABS: ABS in der heutigen Formation gibt es mittlerweile seit 1997.
Vorher war jeder für sich selbst aktiv, ABS selbst mit Fringsen
und mir gibt es schon ein paar Jährchen länger. Wir sind
eben schon seit Ewigkeiten gut befreundet, daran liegt das. Früher
waren wir zusammen im Handball Verein, und dann sind wir auch gemeinsam
zu unseren ersten HipHop Konzerten gefahren. Das erste Konzert von
uns war übrigens ein Too Strong Konzert. Irgendwann ist der
Stefan (Fringsen) dann mehr zum B-Boying übergegangen und hat
eine Zeit lang nur getanzt. Rap selber hat uns zwar schon interessiert,
aber ich hab damals auch gemalt. Irgendwann hat sich das aber selektiert
und wir sind hundertprozentig zum Rappen gekommen. 1997 haben wir
uns dann wie gesagt mit Discopolo zusammengetan und einige Monate
später kam unser DJ dazu, DJ Salicious.
Bumbanet: Du hast ja gerade über deine Sachen früher
erzählt, malst du heute immer noch?
ABS: Mittlerweile fehlt mir leider die Zeit dazu, weil ich auch
noch studiere. Ab und zu male ich natürlich noch, aber das
kommt sehr selten vor. Wenn gutes Wetter ist gehe ich mal zu einer
Hall Of Fame und male ein Bild, oder hier und da mal in Zimmern
von Freunden. Das Rappen steht, was die HipHop Geschichte angeht,
bei mir aber im Vordergrund. Sachen wie mein Studium, was ich hundertprozentig
durchziehe, sind mir natürlich aber auch wichtig. Ich studiere
Wirtschaftswissenschaften. Der Stefan tanzt zwar zwischendurch auch
mal noch hier und da, aber die ganze Rap Geschichte nimmt uns die
Zeit. Man sollte das machen, was man seiner Meinung nach am Besten
kann.
Bumbanet: Was waren denn die Sachen, die euch musikalisch beeinflusst
haben, irgendein bestimmtes Album?
ABS: Ich weiß nicht so recht. Seit dem ich denken kann habe
ich immer schwarze Musik gehört, alleine schon durch meine
Schwestern, die immer Mixtapes von irgendwelchen Disco DJ's bekommen
haben. Ich bin mit Sachen wie Stevie Wonder, Michael Jackson, Lionel
Richie und solcher Musik aufgewachsen. Später kam dann diese
ganze HipHop Geschichte, Public Enemy, De la soul. Damals hab ich
als 10jähriger auch immer Yo MTV Raps geguckt. Henning ist
eher multi-musikalisch. Der hat vorher auch schon produzententechnisch
andere Sachen gemacht.
Bumbanet: Also beeinflusst euch nicht nur HipHop?
ABS: Absolut nicht, immer noch nicht. Mich inspirieren zwar einige
HipHop Sachen, aber auch viele andere Sachen. Die erste Boyz II
Men hat mich komplett umgehauen, oder R.Kelly. Das ist nicht jedermanns
Fall, aber das was der Kerl macht ist genial. Das sind die Roots,
Rap ist nicht von heute auf Morgen entstanden. Ohne die anderen
Musikrichtungen würde es keinen Rap geben. Hör dir die
ganzen Samples an, die Reggae Sachen, die Soul Sachen, die R'n'B
Sachen, Lionel Richie, James Brown, das sind Sachen, die mich inspirieren.
Mich persönlich inspirieren auch einige Türkische Sachen,
weil ich aus der Türkei komme. Ich brauche solche Musik einfach,
um auch für mich selbst Ruhe zu finden, ich kann mir nicht
immer HipHop anhören. Mit der Zeit macht mich das ein bißchen
verrückt.
|