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  • Callejon – Hartgeld im Club

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Century Media Records (Sony Music) – VÖ: 4. Januar 2019

    “Callejon covern KIZ” meinte ich in der Info-Mail des Promoters gelesen zu haben und ich kann die nächsten Minuten gar nicht mehr wirklich komplett rekonstruieren, aber auf einmal war die komplette Platte auf meinem Telefon.
    Ich kannte “Callejon” bis dato nur aus den Texten der eben schon erwähnten Kannibalen in Zivil. Bestimmt hatte ich die Band schon einmal angehört, bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass der tempomäßig hoch geschraubte Hardcore von Bands wie Hatebreed und eben auch Callejon nicht meine Baustelle sei….

    …zumindest bis zu dieser Platte. Ich will nicht verhehlen, dass ich mir als Kind der 90er schon gewünscht hätte, dass bei den Beats jeder zweite Schlag wegfällt, mithin somit ein langsamerer und punktierter Beat gefahren würde, ein wenig mehr wie im Crossover, aber dann würden die Jungs höchstwahrscheinlich ihre Identität verraten.
    Außerdem muss jemand in Zeiten, in denen man poppigen Elektro-Indie mögen kann und sich dennoch einer linken Subkultur zurechnen darf, das Schmirgelpapier herausholen, diesen glänzenden Lack abschmirgeln und die Substanz freilegen, die massiv ist.

    Und Callejon schmirgeln unfassbar gut.
    Sie covern sich mit Leidenschaft und technischer Präzision und Perfektion durch die jüngere deutsche HipHop-Szene, ohne die ursprünglichen Tracks bis zur Unkenntlichkeit durch den Fleischwolf zu drehen.
    So konnte zum Beispiel jemand, den ich spontan und ohne seine Kenntnis zum Versuchskaninchen gemacht hatte (danke an Johannes Jansen an der Stelle), “Schlechtes Vorbild” von Siggi in der Callejon-Version sofort erkennen und mitrappen.
    Callejon bearbeiten neben Sido auch SXTN, Marteria, Casper, Bonez MC & RAF Camora, Alligatoah, Baba Haft mit Marten zum Zweiten und dieses One-Hit-Wonder von Bausa.
    Und selbst “Bros” von diesem äußerst überflüssigen “Rin” bekommt durch die Bearbeitung mit harten Gitarren plötzlich Substanz.
    Die letzten zwei Tracks sind dann Eigengewächse und setzen nochmal einen drauf. Für den Titeltrack wurden mit Antifuchs und Pilz zwei der MC(ine)s eingeladen, die derzeit hierzulande die dicksten Eier(stöcke) haben.

    Und auf einem Track mit Ice-T zu sein und einen persönlichen Bodycount-Moment zu haben wie bei “Porn from Spain 3” dürfte selbst Nico, Maxim und Tarek noch ehrfürchtig werden lassen, es weht ein Hauch der Neunziger, hoch die Faust für Rodney King, es ist Judgement Night.

    Wertung: ★★★★½







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