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  • Thrice – Palms

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Epitaph – VÖ: 14. September 2018

    Post-Hardcore Post-Punk Post-Emo Post- New Wave Post- Rock Post Post post…

    Spätestens, als der gemeine Musikjournalismus sich gegenseitig im Erfinden neuer Genre-Namen übertroffen hat, ist der ein Stück weit zu elitär geworden und hat sich selbst verraten. Denn selbst viele Musikinteressierte stolperten über diese Einordnungen. Aber irgendwo in New York, in London, in Paris oder Berlin oder wo auch immer schrubbt sich irgendein Musikjournalist einen von der Palme oder eine Musikjournalistin das weibliche Pendant aufgrund der Tatsache, dass die Geschichtsbücher ihm oder ihr diesen Begriff zuschreiben.

    Wahrscheinlich sind Thrice Post-Emo Post-Hardcore- Post-New-Wave, vor allem aber sind sie eine Band mit Ideen und einen sehr ausgewogenen Verhältnis von Instrumenten und spannender Melodieführung. Sie spannen dabei den Bogen von Synthie-Pop-Anklängen (die auch Depeche Mode zufriedenstellen dürften) über breite langsame verzerrte Rockakkorde bis hin zu ruhigen Nummern, die man ehemals Balladen genannt hätte. Dass das Ganze niemals beliebig wird, dafür sorgen diese immer leicht vorhandenen Disharmonien, die wirken wie der Pfeffer auf dem Hustenbonbon. Bei “The Dark” sind sie sich nicht zu schade, das Ganze gegen Ende mit einem Chor zu würzen, nachdem das Schlagzeug aber vormals durch das ganze Foyer des Klanghotels gewütet hat.
    Aber über allem thront die teils kratzig-brüchige, aber immer präsente charismatische Stimme von Dustin Kensrue. Mit seiner Stimme holt der Nummern wie “Everything belongs” ab, die eigentlich irgendwo zwischen Schnulzenbarden und New-Wave-Bands zu finden wären. Kensrue holt sich die Melodie ab wie seine Bandkollegen dem Sound immer etwas verleihen, was das Ganze aus dem Einerlei rausholt.
    Wäre der Sound nicht, könnte “My Soul” locker als eine Nummer von Coldplay durchgehen.

    Aber “Thrice” bleiben ihren Wurzeln treu, “Hold up the light” beispielsweise ist eine Nummer mit schreiendem Ausbruch in der Hook und wütenden Gitarren.

    Résumée: Thrice gehören zu einer der konstantesten, einfallsreichsten und wichtigsten Bands der Gegenwart. Man glaubt ihnen, dass es ihrem ureigenem Verständnis entspricht, sich nicht in Genregrenzen einsperren zu lassen. Und wer kann dies heut schon von sich sagen.
    Dass ein halber Stern zur vollen Wertung fehlt, hat lediglich damit zu tun, dass sich der Rezensent unsicher ist, wie intensiv sich diese Platte auf Dauer in den synaptischen Windungen festsetzen wird. Zuversichtlich isser aber, der Rezensent, dass die “Palms” bleiben, lang und intensiv.

    Wertung: ★★★★½







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