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  • Biffy Clyro – Ellipsis

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Warner Music – VÖ: 8. Juli 2016

    Also das Cover-Artwork ist der Knaller und das meine ich grundsätzlich ironiefrei. Jetzt wird es etwas hämisch: Embryonalstellung hat ja immer was Ursprüngliches, Verletzliches, Nacktheit auch.
    Also mögen sensible Frauen daraus schließen, dass die drei Jungs auch mal weinen und lieb zu Kindern und Tierbabies sind, was bei diesen Damen für noch glasigere Augen auf Konzerten sorgen dürfte; aber ich lass jetzt das Polemisieren (auch wenn die drei Herren Fans des schändlichen Fußballvereins der Stadt Glasgow sind) und widme mich der Platte.

    Um es vorwegzunehmen: entgegen anderer Pressestimmen ist “Ellipsis” insbesondere gemessen an der eigenen Historie keine Superplatte, sondern in Teilen ganz nett, aber nun denn, Stück für Stück:
    Der Opener “Wolves of Winter” ist das bessere schroffere “Kings and Queens”, welches dereinst von den Mannen Leto und Co. dargeboten wurde.
    “Friends and enemies” hat schöne pseudoafrikanische Stimmsamples à la ‘König der Löwen’. Verzeihung, einen Fußtritt für die Polemik, denn die Nummer ist an sich sehr stark.
    Bei “Animal style” verhält es sich ähnlich; nur macht sich hier das Gefühl breit, dass man alles schon einmal gehört hat, die ProgRock-Refrains kennt man, von Biffy und anderen, die Strophen sind ein Stück weit mehr im Punk zu Hause, aber auch nicht wirklich.
    “Re-arrange” hat mit der gleichnamigen Limp-Bizkit-Nummer gemeinsam, dass beide das Tempo aus den jeweiligen Platten rausnehmen. Doch mit Verlaub: die Limp-Bizkit-Nummer ist interessanter.

    So generell sind für “nur” 11 Songs ein paar zu viele Ausfälle auf der Platte, und zwar von beiden Seiten beleuchtet: es fehlt erstens an Härte der frühen Tage und an epischen Passagen wie das unglaublich spannende Intro von “Puzzle”.
    Dafür gibt es diese schrofferen abgehackten Passagen, für die aber für eine Akzentuierung eine andere Stimme vonnöten wäre als die von Simon Neil. Wobei, auf “Wolves of winter” lässt er kurz mal den Wolf raus, in “On a bang” auch, und es steht ihm.
    Zweitens fehlen die Hymnen wie “picture a knife fight” und die ruhigen Nummern sind entweder ein Abklatsch des Erfolgrezepts “Machines”, “God and Satan” oder klingen in Ansätzen gar nach englischen Boygroups. “Flammable”, das sehr spannend losgeht, ergießt sich auch in einen Refrain, den man sich visuell untermalt mit einer Kinder-Choreographie vorstellt, und zwar irgendwas mit offenen Händen.
    “Small wishes” ist belanglose amerikanische Countrymusik, “Howl” ist zu bieder abgemischt, als Schlagzeuger würde ich mir verarscht vorkommen. “People” zu guter Letzt geht in dem Genre, welches man schnöderweise als “Ballade” bezeichnet, auch auf Nummer sicher. Das haben sich die drei Schotten wohl bei U2 abgeschaut, wobei die Iren dies besser machen; die irische Seeluft ist wohl reicher an Inspiration.
    Man verzeihe mir den Spott, aber “Ellipsis” ist teilweise schon sehr unverhohlen nach dem schnöden Mammon schielend, oder als Schnellschuss, als wären sie vertraglich genau jetzt verpflichtet gewesen, einen Longplayer auf den Markt zu ballern.
    Und dennoch, eine Platte von Biffy Clyro für den Sommer ist immer noch besser als 98 Prozent aller anderen Releases.
    Aber was sagt das jetzt über unsere Musiklandschaft aus? Nicht viel Gutes, nehme ich an.

    Wertung: ★★★½☆







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