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  • The Charles – Rhythm & Fiction

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Die Geschichte dieser Münchner Band ist die Geschichte eines ekelhaft gutaussehenden jungen mindestens dreisprachigen Sängers, der auch solo Musik macht und wahrscheinlich aus all diesen Gründen vom Jugendsender PULS des Bayerischen Rundfunks eingeladen wurde, eine Roadshow mit ihnen zu bestreiten.
    Es ist die Geschichte eines Bassisten, der genial Saxophon spielt und eine Jazzschule besucht. Es ist die Geschichte eines Schlagzeugers, der klassisch rock’n'roll in einer Kneipe arbeitet und Bücher vom Charles liest; und es ist die Geschichte eines begnadeten Gitarristen, den in London ein Taxifahrer vor dem Vorspielen an der rennomierten ICMP aus Sympathie durch das Viertel der Rockstars fuhr und den großen Led-Zeppelin-Fan an Jimmy Pages Haus vorbeifuhr.
    Das wäre an sich nur mäßig spannend, wenn nicht Jimmy himself vor der Haustüre gestanden wäre und dieser junge Gitarrist “wayne’s-world”-mäßig zu nichts Anderem fähig war als auf die Knie zu sinken und sein Led-Zeppelin-Tattoo unterhalb des Schlüsselblatts zu entblößen. Der Taxifahrer übernahm zunächst das Reden und Jimmy Page spielte einen Akkord auf der Gitarre des Fans.
    Unnötig zu erwähnen, dass das Vorspielen mit so viel Inspiration nur noch Formsache war.

    Blutjung sind alle vier, zwischen 19 und 21. Als sie die Platte live vorstellten, war davon jedoch nicht viel zu merken. Nicht jedoch, weil sie unglaublich abgewichst gewesen wären, sondern vielmehr, weil sie in ihrer Musik ruhten und auf angenehme Weise von der Stimmigkeit ihres Bandgefüges und ihrem Können wissen. Und das merkt man “Rhythm & Fiction” auch an.

    Die Band oszilliert zwischen Led Zeppelin, Rocky horror picture show, Deep Purple und Indie-Bands dieses Jahrtausends, der Refrain von “Gasoline” klingt zum Beispiel nach besseren Kaiser Chiefs. “Gloria” wirbelt sogar ein wenig den Kyuss-Wüstenstaub auf.
    Alles in allem klingt die Platte verdammt reif; einem jeden Ausflug in Soli oder sonstige Eskapaden wird Raum gelassen, ohne dass es ausfranst, beispielsweise in “Sierra Nevada”, nur dieses wiederkehrend skandierte “Te quiero, te amo” nervt.
    Man verzeihe mir diese persönliche Entgleisung, aber spanisches oder italienisches Liebesgesülze hat im Rock’n'roll so wenig zu suchen wie Helene Fischer im HipHop.
    Dies sei aber auch der einzige Wermutstropfen.

    Ansonsten aber eine gute Platte, für eine Band mit Mitgliedern um die zwanzig Jahre pervers gut!

    Wertung: ★★★★☆












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