• Rubriken

  • Schlagwörter

    Beatsteaks Björk Blumentopf Busta Rhymes Deichkind Eminem Fettes Brot Foo Fighters Gentleman Jack Johnson Jan Delay K.I.Z. Kanye West Kool Savas Korn Mando Diao Princess Superstar Rihanna Snoop Dogg Wu-Tang Clan
  • Meta

  • Main Concept – Hier und Jetzt

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Buback – VÖ: 13. November 2015

    Um es gleich einmal vorwegzuschicken, ich war nie ein großer Fan von David P., zumindest als MC. Ob sich von dem Arzt dasselbe sagen ließe, gölte es herauszufinden. Mich würden nur ein paar U-Bahn-Stationen und eine telefonische Anmeldung davon trennen, da dies aber nicht vorrangig auf meiner To-do-liste steht mangels Gebrechen, konzentriere ich mich auf den MC. Und der rappt ja sehr gern von seiner doppelten Berufung; allerdings lässt er den Mediziner inhaltlich auf “Hier und Jetzt” ziemlich außen vor; dabei täten mehr Patella-Reime wohl. Aber schön, dass er uns erzählt, dass er so ein “Zufriedener Mann” ist. Vielleicht ist es genau das, was mich an dem Charakter David Papo so stört, denn um es mit “Therapy?” zu sagen: “Happy people have no stories”.

    Und so betrachte ich David P. eher als Conférencier. Denn dick ist die Platte hauptsächlich bei den Feature-Tracks.
    Nimmt man beispielsweise das überdicke “Ideologen & Idealisten”, ist Davids Part im Vergleich zu Aphroe und Retrogott der Schwächste – das ist jedoch zugegeben sehr subjektiv.
    Aber eben diese Gründe sind wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass in meiner persönlichen Track-Auswahl des Albums die Nummern laufen, in denen Featuregäste am Start sind.
    Es tut älteren Semestern wie mir gut, Glams Beats zu hören, denn sein Fundament als Beatbastler ist aus den Neunzgern. Die Beats sind einfach nur dick und wuchtig oder schlurfen jazzig entspannt hintendrein wie “Ich selbst” oder die Zwei-Griechen-Kollabo “Eins & Eins” mit Wasi, einer von mehreren Legenden auf der Platte. Es gibt der Legenden viele auf dieser Platte, Aphroe und Wasi nannte ich schon. Das Ganze wird abgerundet durch Samy, Eizi Eiß, Denyo, Spax, Immo, René oder den vollständig versammelten Topf. Vor allem Samy und Denyo ruhen sich nicht auf ihrem Legendenstatus aus, sondern loten neue Styles aus.

    Und diese ganzen alten Bekannten oder old flavour shit zu hören, ist nahezu heilsam angesichts Trap und ähnlichen Ausgeburten mittelmäßig gefüllter Köpfe im heutigen HipHop. Des alten Flavours und der alten Bekannten wegen- es sei nochmal erwähnt- laufen bei mir auch eher die Tracks ab Nummer 10 galore. Hier gilt es noch “Change” mit “Get open” zu erwähnen, souverän dahinrollender 90s-Flavour mit der New Yorker Crew.

    Außerdem zu erwähnen ist “Zack Boom Toppinger”, eines lokalen Phänomens wegen. Es scheint vor gar nicht allzu langer Zeit im südbayerischen Raum Usus geworden zu sein, so manchem Wort die zwei Silben “-inger” nachzustellen, in meinem Privathirn und anderen Kreisen gedeihte diese lustige Einbayerischung von Namen und Begriffen scheinbar zur selben Zeit wie bei den “VierZuEins”-Jungs Rekless und Minute, auf die ich die Idee zu diesem Track zurück führe.
    Und diese sprachliche Bereicherung jetzt auf Vinyl und CD gepresst zu wissen, erfreut mein Gemüt.

    Um mit einem Fazit zu schließen: Glam, Explicit, David P. und ihre Gäste erfinden das Rad namens HipHop nicht neu und ziehen auch keine neuen Speichen ein. Sie veredeln auch nichts, aber die vorhandenen Strukturen machen sie durch einfache Reparaturen gegen alle äußeren Bedingungen wie Witterung und schlechte Straßen resistent. Einfach nur robust.

    Wertung: ★★★★☆







    Weitere Artikel:







    Keine Kommentare »

    Keine Kommentare vorhanden.

    Kommentar schreiben

    Connect with Facebook