• Rubriken

  • Schlagwörter

    Beatsteaks Björk Blumentopf Busta Rhymes Deichkind Eminem Fettes Brot Foo Fighters Gentleman Jack Johnson Jan Delay K.I.Z. Kanye West Kool Savas Korn Mando Diao Princess Superstar Rihanna Snoop Dogg Wu-Tang Clan
  • Meta

  • AnnenMayKantereit – Alles nix Konkretes

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Vertigo/Universal – VÖ: 18. März 2016

    Versteht mich nicht falsch, aber als diese Band die Szenerie genannt ‘deutsche Musikszene’ betrat, entflammte auch ich ein Stück weit: was für eine Stimme, ein musikalischer Enkel von Tom Waits, und was für einer. Leider merkte ich aber auch sofort postwendend, dass der Funke zumeist nicht wirklich übersprang.
    Denn Henning May schreibt immer diese zu gleichen Teilen viel- und nichtssagenden Liebestexte, in denen er uns immer das “Ob” und “Daß” erklärt, aber nicht das “Warum”.
    Ja, warum bleibt Herr May dann bitte auf dem Niveau eines wage liebeskranken Teenies oder altbauwohnungverliebten Bourgeois aus dem “3. Stock”, der seine sämtlichen Sehnsuchts- und Liebesanfälle nur anreißt, kurz andeutet, aber nichts Greifbares liefert, wo sie herrühren bzw. was sie groß macht, die Nostalgie oder die Sehnsucht.

    Die Spitze der Ratlosigkeit ist “Oft gefragt”: ist es eine Ode an die alleinerziehende Mutter oder die große Liebe?
    Der Infotext des Promoters gibt Aufschluss: es geht um die Beziehung des Vaters. Dieses Wissen vorausgesetzt ist der Song eine sehr schöne Liebeserklärung.

    Klar müssen Texte nicht immer konkret sein, kryptisch reicht. Aber Texte in der Muttersprache sollten einen nicht so im Regen stehen lassen wie die Frauen oder generell zwischenmenschlichen Beziehungen es scheinbar reihenweise mit Herrn May machen.
    Es täte wohl, gäbe es mehr Informationen in den Songs selber und nicht in zur Veröffentlichung mitgelieferten Informationen. Klar ist eine solche Ansicht höchst subjektiv, aber ich würde mehr Querverbindungen bevorzugen.

    Was die Musik betrifft, alle der Herren sind bestimmt verdammt gute Musiker.
    Dennoch, für Pop fehlt zumeist Pathos und Melodie, für Rock die Zuspitzung; für den Blues ist die Songstruktur zu geradlinig, lediglich in “Bitte bleib” lassen die Herren mal ein bisschen das raus, was sie kitzelt.
    Die einzige rockige Zuspitzung, bei der man denkt, jetzt hauen sie uns das Ding endlich um die Ohren, verpufft schnell wieder; “Neues Zimmer” ist vorbei, bevor es sich entwickelt.

    Absurderweise bringen AMK ihr eigenes Problem mit “21,22,23″ selbst ziemlich treffend auf den Punkt, leider.

    Aber die Herren gehen auch einmal auf die 30 zu, und auf diese Zeit freue ich mich. Denn bei so viel Potential erwartet man mehr.

    Wertung: ★★★☆☆












    Keine Kommentare »

    Keine Kommentare vorhanden.

    Kommentar schreiben

    Connect with Facebook