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  • Monaco F. – “1″ & “2″

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Mein journalistisches Ethos gebietet, bei Freunden und Bekannten erst recht besonders kritisch bei deren Outputs zu sein.
    In diesem Falle kam aber noch erschwerend hinzu, dass die Kunde davon, dass sich Doppel D aufgelöst hatten, von denen Monaco F. a.k.a. der Fränzn ein Teil war, mich nachhaltig verstimmte.
    Als er mir offenbarte, was seine Pläne und seine Herangehensweise für die Solonummern wäre, war ich skeptisch.
    Dann kam die “1″, und das Video zu “der von Doppel D” belehrte mich eines Besseren: Was für ein Banger, mit aller Prominenz der bayerischen HipHop-Szene und einem Beat, der einfährt ins Gebälk, dass man sich schüttelt; der größte Verdienst jedoch: Kuhglocken zu samplen, ohne dass es affig klingt.

    Ansonsten schlug die “1″ bei mir eher weniger ein, zu sperrig schienen zunächst die anderen Tracks. Fränzn hätte es sich einfach machen können und die Doppel-D-Fans einfach mitnehmen, Beats und Reime à la “D” machen.

    Stattdessen gibt es in großen Teilen Musik, die bei HipHopHeadz anfänglich Stirnrunzeln verursachen dürfte, denn konsensfähig und einladend ist anders.

    Fränzn setzt sich zwischen die Stühle, aber hat beide Stühle fest im Griff; ein Stuhl heisst HipHop, der andere ist der der bayerischen Liedermacher und Gstanzlsänger der letzten 30 Jahre.

    Auf der “2″ wird im selben Fahrwasser navigiert. Den Mut gilt es zu bewundern, denn zwischen den Stühlen geht schnell mal der Arsch auf Grundeis. Doch beide EPs gären, reifen und arbeiten sich ins Langzeitgedächtnis vor.

    Beispielsweise “Power to the Bauer”, eine Nummer, die unter anderem “Funky cold medina” sampelt und dem Landwirt huldigt; wobei der Landwirt als solches in der Mehrheit leider auf andere Musik steht und dies nicht unbedingt zu schätzen weiß; aber selbst da traue ich unseren Landwirten Einiges zu- und wer weiss, vielleicht hüpfen die Bauernstuben Altbayerns, von Kiefersfelden bis Weiden und Neuburg bis Grafenau schon in ein paar Jahren genau zu diesem Track nach ein paar Goaßn-Maßn.
    Live bei Auftritten ist die Nummer jetzt schon ein Zugpferd, weil Sprunggarant.

    Aber nicht nur für Landwirtanbiederung ist hier gesorgt, vielmehr sind sowohl die “1″ als auch die “2″ äußerst abwechslungsreich.
    “Ikarus” mit ruhigeren jazzigeren Tönen und persönlichen Zeilen ist auch eine runde Sache, “Wahrheit” mit Münchens Blueslegende Willy Michl in der Hook lässt uns alle Pause machen und in uns gehen. “Los dir Zeit” ist Fränzn als Botschaft wichtig, so wichtig, dass er es uns vorsingt.
    “Party People!” ist eine Nummer mit einem Beat, der immer wieder Hi-Hat und Snare mit um die 160 BpM einstreut. Das mag speziell Jüngeren gefallen, für mich ist es fast so anstrengend wie auf einem italienischen Markt.

    Das soll aber nicht das wesentliche Bild verdrängen, nämlich, dass sich Monaco F. langfristig eine feste Stellung in der bayerischen Kulturlandschaft erobern wird, wenn wir in Bayern nicht ganz blöd sind. Und noch viel wichtiger, er baut Brücken. Um einmal ein Prognose zu wagen, “Bierallergie” und “Power to the bauer”, eventuell auch “Feieromd” sollten sich in spätestens ein paar Jahren zum Klassikerstatus gemausert haben.

    Wertung: ★★★★½







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