• Rubriken

  • Schlagwörter

    Björk Blumentopf Busta Rhymes Deichkind Eminem Fettes Brot Foo Fighters Gentleman Jack Johnson Jan Delay K.I.Z. Kanye West Keane Kool Savas Korn Mando Diao Princess Superstar Rihanna Snoop Dogg Wu-Tang Clan
  • Meta

  • Alligatoah – Musik ist keine Lösung

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Trailerpark (Groove Attack) – VÖ: 27. November 2015

    Letztens sah ich ein Foto, welches “Run the world” von Beyoncé mit seinen 6 Komponisten und vier Produzenten verglich mit Queens “Bohemian Rhapsody”.

    Besonders pikant: in diesem Track der Ollen von Jay Z wiederholt sich mehr oder minder eine Textzeile leicht abgewandelt, während Bohemian Rhapsody einen Komponisten (und einen Produzenten) hat und schillert wie ein ganzer Kosmos an Musik.

    Nicht, dass ich Alligatoahs Schaffen mit Queens Schaffen vergleichen wollte- Blasphemie liegt mir nicht besonders- aber um das eben Genannte mit den Produzenten weiterzuspinnen, Alligatoah ist nicht nur alleiniger Schreiber, Produzent und Vokalist, sondern auch alleiniger Instrumentalist, wenn man denn seine Instrumente als solche gelten lässt. Ganz alleine ist er aber dennoch nicht: er hat seinen lakonischen Sarkasmus, und für “Das bedeutet Krieg” hat er sich als Sparringspartner Morlockk Dilemma eingeladen, entstanden ist ein mehr als tighter Track mit zwei glänzenden MCs.
    Einziger Gast am Mic? -Das verwundert umso mehr, da “Mama kannst Du” so klingt, als wären es drei MCs, so perfekt schafft es Alligatoah, uns glauben zu lassen, als hätte er tausend Gäste im Studio. Apropos Gäste, im Song “Denk an die Kinder” parodiert er die gesamte deutsche Gesangselite und die, die es gern wären, wie Westernhagen und das böse X-Wort, und Helge Schneider. Richtig deutlich wird dies aber erst im Video , in welchem er die Herren auch optisch parodiert.
    Ansonsten ist wirklich alles ein Ein-Mann-Betrieb: Alligatoah ist das, was wir alle gern wären, und eigentlich muss der ja viel koksen, denn wie kann man denn sonst bitte rappen, singen, alles produzieren und persiflieren.
    Lediglich die Cuts sind von DJ Zett; denn wie steht es geschrieben: “nur der schlechte Produzent cuttet selbst!” Und von einem schlechten Produzenten sind wir Meilen entfernt.
    Dem HipHop- Puristen dürfte er dadurch nur immer suspekter werden, denn seine Musik ist ein Hybrid aus Rap, Pop-Gesang, Rockgitarren und nicht nur gesampleten Instrumenten.
    Aber genau das laste ich den Headz hierzulande immer an, diesen szeneimmanente Inzest- den schon Eißfeldt anno dazumal kritisierte.
    Mir ist das egal, ich will und werde die neue Alligatoah feiern! Im Moment scheint es noch so, als bliebe die Platte noch ein wenig hinter “Triebwerke” zurück, aber vielleicht kommt ihre entgültige Entfaltung ja mit der Zeit; denn das war bei “Triebwerke” war das ähnlich.

    Wertung: ★★★★½












    Keine Kommentare »

    Keine Kommentare vorhanden.

    Kommentar schreiben

    Connect with Facebook