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  • Tame Impala – Currents

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Caroline (Universal Music) – VÖ: 17. Juli 2015

    Eine Spiegel-Umfrage kam vor ein paar Jahren einmal zu dem Ergebnis, dass den Studierenden in unseren Tagen alles, was mit Solidarität, moralischen Werten und- somit auch- Politik zu tun hat, am Arsch vorbei geht. Es geht Ihnen darum, Karriere zu machen und Geld zu verdienen, alles Andere hat sich dem zu fügen. Auch emotional wird im Verhaltenen gelebt, sich einmal Gefühlen hinzugeben, sich einmal fallen zu lassen mit der Gefahr, auch mal auf die Schnauze zu fallen, Fehlanzeige. Es geht um junge Leute, die, sofern sie überhaupt Dinge sagen wie “ich liebe Dich” oder “Du bist ein Freund, ich bin immer für Dich da”, das Ganze insgeheim mit einer Fußnote versehen, die da lautet ‘sofern es Arbeitspensum oder räumliche Nähe zulassen’; es gilt “Kalkül vor Leben!”

    Ich rede von jungen Leuten, die nach dem Studium im jungen Berufsleben in Lounges sitzen und wissen, dass man nach dem zweiten Cocktail um 22:30 Uhr spätestens heimzugehen hat, morgen ist viel zu tun im Büro und um 7:30 Uhr ist es noch ruhig, da kann man viel abarbeiten.
    “Superkacke-ekelig” ist das Wort, welches mir in den Sinn kommt, und ich hab Max Goldt mit diesem Wort im Ohr. Warum ich diese vermeintlich beziehungslose ellenlange Einleitung schreibe?

    Weil genau bei diesen Menschen “Currents” läuft. Natürlich nur über Spotify, denn das Leute wirklich einmal vor grauer Urzeit Geld für bestimmte Musik ausgegeben haben sollen, davon weiß man nur aus Legenden; und natürlich belächelt man diese Leute, denn so etwas ist betriebswirtschaftlich ja völliger Humbug, Geld dezidiert für Musik auszugeben, um sie dann materiell zu haben.

    Überhaupt stellt mich diese ganze Electropop-Nummer vor Fragen. Würden solche Platten wie dies hier, MGMT oder Ähnliches von Männern jernseits der 60 verbrochen, bei denen die Libido keine große Rolle spielt und die sich ihre Erquickungen durch gutes Essen oder Maniküre verschaffen, würde ich es verstehen. Aber wie emotional eingefroren muss jemand sein, der eine solche Platte mit knapp dreißig macht? Ist dieser Kevin Parker impotent oder nur einfach extrem leidenschaftslos?
    Und wer hört den Quatsch? Eine arbeitsbienenakademische Generation, die sowohl ihr Sozial- als auch Sexualleben klinisch steril führt.

    Ein letztes Wort noch “Currents” betreffend: “”MGMT” hatte wenigstens teilweise noch Melodien, das hier ist einfach nur unanhörbare Businessloungekacke.

    Wertung: ☆☆☆☆☆












    1 Kommentar »
    1. carlos schreibt:

      eine hervorragende auseinandersetzung mit diesem machwerk eines impotenten lifestyle-optimierers. wissenschaftlich belegt und mit leidenschaft geschrieben. weiter so! und die schlechte musil denen, die sie verdienen (ü-60)!

      18. Aug. 2015 | #

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