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  • Dicht & ergreifend – Dampf der Giganten

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Zipfe Adam Records – VÖ: 22. Mai 2015

    Mein Problem ist, dass ich diese Platte fantastisch finde, aber nicht verobjektivieren kann, wie diese Platte nach allgemeinen HipHop-Maßstäben zu bewerten ist. Aber eigentlich braucht es das aber auch gar nicht, weil die Platte außerhalb von Altbayern und- gewagte These- sogar außerhalb von Niederbayern gar nicht funktioniert.

    Die “Dichtis” gehen jedoch zumindest einmal mit dem Anspruch an die Sache heran, aus ‘Überbayern’ zu sein. Und zumindest der Oberbayer fühlt sich nicht außen vor gelassen, so gibt es einige wörtliche oder inhaltliche Polt- oder Hans-Söllner-Referenzen. Für den Oberbayern in seiner Arroganz sind de “Woidla”- also eine Schnittmenge von Niederbayer und Oberpfälzer- eh ein und dasselbe, also hab ich keinen Zweifel, dass die Oberpfälzer grundsätzlich auch drauf flashen.

    Auf wen sich der subtil-zärtliche Regensburger-Diss von ‘Monika’ bezieht, man weiß es nicht. “Christl & Monika” ist übrigens einer der witzigsten Hörspiel-Skits seit Jahren.

    Aber auch sonst hat es die Platte in sich. Wer befürchtet hat, dass nach den drei vorab erschienenen großartigen Nummern “Zipfeschwinga”, “Imma no” und dem sehr komödiantisch- ‘söllnerischen’ “Meier & Wimmer” auf Albumlänge ein paar Luftnummern dabei sind, wird eines Besseren belehrt.

    Dass das Album mit Hingabe aufgenommen werden konnte, dafür ist auch eine beispiellose Crowdfunding-Kampagne über Startnext verantwortlich. Bayerns Raplandschaft wollte scheinbar neue Aushängeschilder und hat sie bekommen, denn “Dampf der Giganten” ist eine Ansage: direkt auf die Zwölf, ohne banal zu sein, und intelligent, ohne verkopft zu sein.

    “Schuusabbrratt” und “Schnupfa & Dringa” sind zwei Bänger, die sich locker messen können mit allen internationalen Produktionen.
    ‘Da Spliff’ ist die immer gern gehörte Reminiszenz an den DJ.
    “Dampf der Giganten” ist vielseitig: das Intro ist instrumental und traditionell, beklemmend, die Tuba als grundsätzliches Leitmotiv der Dichtis erfüllt ihren Dienst; “Jagdszenen aus Niederbayern”, welches bestimmt vom gleichnamigen Theaterstück inspiriert wurde, schlägt auch in diese Kerbe der Beklemmung.

    Ob es eine wohlgesetzte absichtliche Falschnachricht ist, wenn ‘Puls’ die beiden Dichtis als ‘Wahlberliner’ bezeichnet oder gar die Wahrheit, ist müßig zu erläutern, denn NOCH treffen sie die bayerische Seele ins Mark.
    ‘Noch’ deshalb, weil es spannend wird, ob diese bayerische Seele über die Jahre in der Diaspora aus ihnen herausgespült werden könnte.
    Es bedürfte seitenlanger Ausführungen, alle wohlformulierten Erkenntnisse und Punchlines auf der Platte über die bayerische Seele hier zu präsentieren und eventuell auch noch zu erklären.

    Aber die Platte wirkt für sich, und sie wirkt lang und intensiv.
    Oiso heat’s as Eich oo und gfreit’s Eich!

    Wertung: ★★★★★







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