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  • The Prodigy – The day is my enemy

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Vertigo Berlin (Universal Music) – VÖ: 27. März 2015

    “Und wenn Du mich küsst, schreibt Noel wieder Songs für Liam”, schmetterten dereinst Kraftklub; und meinten natürlich nicht Liam Howlett von The Prodigy, sondern die lustigen Britpopper mit dem viel zu großen Ego. Aber genau deshalb hat der Eingangssatz eine gewisse Daseinsberechtigung, denn irgendwie sind beide Musiker, es sind beide Engländer und beide sind die wichtigsten ‘Liams’ der Musik der Neunziger-Jahre, und beide haben ein ähnlich großes Ego.

    Und dennoch könnte die Wichtigkeit ihrer Bands nicht unterschiedlicher sein; denn wo ‘The Prodigy’ mitgeholfen hat, die Menschen aus einem Korsett an musikalischen Strukturen und vorgefertigten Mustern zu befreien, haben ‘Oasis’ nur schöne Musik gemacht.

    Noch ein Unterschied: Dieser Liam hier, der Howlett, also nicht der Gallagher, würde sich eher ein Bein abhacken als zuzulassen, dass jemand seine Musik für ihn schriebe. Der andere lässt halt seinen Bruder Noel. Irgendwie ist das doch mal ziemlich mal wenn überhaupt nur so mittelgeil von diesem Gallagher, wenn man berücksichtigt, welche Arroganz dieser Liam G. an den Tag legt.
    Diese Gedanken seien jedoch in der Bereich einer Fußnote verbannt, denn hier geht es um Liam H., und der schreibt, arrangiert und produziert bekanntlich alles selbt; er hat zwar Keith und Maxim mal wieder dabei (im Gegensatz zum eher mürben ‘Always Outnumbered, Never Outgunned’), und die dürfen auch gern ans Mikrophon, aber Regisseur von dem Ganzen ist und bleibt L.H.

    Aber apropos Ego: Ich las vor einigen Tagen ein Interview von ‘Thump’ mit ‘The prodigy’ und da tauchte unter anderem folgende Frage und Antwort auf: “Wie lange meint ihr, macht euch das noch Spaß?”
    Liam: “So lange, bis uns jemand die Krone vom Kopf reißt, an unserer Stelle weitermacht und uns spüren lässt, dass wir aufgeben sollten.”

    Und so gern man auch seinen Hochmut in Fetzen reißen möchte, ‘The prodigy’ haben ein Alleinstellungsmerkmal. Keith und Maxim spitten munter drauflos in ihrem schönen englischen Schnack. ‘Ibiza’ erinnert hierbei an ganz alte Zeiten, ‘Invisible sun’ wirkt sogar wie ein leicht aufgetunter 80er-Cosmic bzw. House-Track.

    Fussnote: da mir die Spielarten elektronischer Musik relativ fremd sind, mag dem einen oder anderen diese Einordnung gern sauer aufstoßen, aber ein besseres Analysewerkzeug besitze ich nicht.

    Und ohne, dass ich auf einzelne andere Tracks eingehen möchte, möchte ich feststellen, dass Liam H. & Co. es erneut schaffen, genau das Gefühl zu triggern, dass ich als Neunzger-kid mit dieser Zeit verbinde. Ich kann also gar nix Anderes sagen als Daumen hoch, das ist in diesem Kontext zwanghaft.

    Wertung: ★★★½☆







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