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  • Deichkind – Niveau Weshalb Warum?

    Von Wolf Langen

    Sultan Günther Music (Universal Music) – VÖ. 30.1.2015

    Und alle nur so: Yeah!
    Deichkind, ist das Kunst oder kann das zum Ballermann?
    Geboren aus dem Geist der Hamburger HipHop-Schule der 1990er Jahre hat Deichkind eine der größten Metamorphosen in der jüngeren deutschen Bandgeschichte hingelegt. Aus dem ehemals selbst-ironischen Abiturienten-Polo mit ‘nicht nur Drinks im Kofferraum’ wurde über die Jahre auf der Hebebühne mit viel Geduld, Spucke und Side-Chain-Kompression ein Schwarzlicht-befeuerter Todesstern der Unterhaltungsindustrie geschraubt. Schwer zu glauben, schwer aufzuhalten und ‘leider geil’. Am 30.1.2015 veröffentlichen die verbliebenen drei Deichkinder Porky, Kryptic Joe und Ferris, erstmals auf eigenem Label ‘Sultan Günther’, ihre neue Langspielplatte “Niveau Weshalb Warum”.
    Nein, ‘wie SPD-Jazz und Gymnasiasten-Funk’ wollten Deichkind schon im Jahr 2000 nicht klingen und das ist bis heute gelungen. Die Sub-Bässe, Sägezahn-Synthie-Staccati und Jumpstyle-Kickdrums bei Deichkind 15 Jahre später rufen eher Bilder eines ADHS-geplagten unehelichen Sohns von H.P. Baxxter und Jean Michel Jarre auf Crystal Meth hervor; definitiv ohne Parteibuch oder Schulabschluss.
    Und vielleicht verdienen wir gerade genau ‘So ne Musik’ – Deichkind liefern mit der ihnen eigenen Mischung aus Atzen-Disko und psychedelischer Meta-System-Kritik den Soundtrack zum Untergang des Abendlandes. Die Abrechnung der Generation-Y mit sich selbst: Egal ob Facebook (Like Mich am Arsch), Heuschrecken-Kapitalismus (Denken Sie Groß) oder Markenfetischismus (Powered By Emotion) – Deichkind benennen die apokalyptischen Reiter der Zeitgeschichte; ohne dabei Moral-Säure zu verspritzen, ohne Anspruch auf eine gültige Antwort, und fast immer mit einer catchy Hookline, an der auch Armin van Buuren noch ein paar Techno-Gulden verdient hätte.
    Vielleicht ist gerade das der größte Stunt von Deichkind 2015 – die Grand Daddys der Millenials, die die Karriere-Leiter “rauf, rauf und wieder runter” (Bitte ziehen Sie Durch) und jetzt wieder rauf erklommen haben. Typen wie Du und ich, die zwischen dem Wissen, was eigentlich richtig und dem anderen, was dann doch leider geil ist- genau wie wir- ständig oszillieren und sich, wie alle echten Künstler, dazu entschieden haben, weder sich selbst noch sonst irgendetwas all zu ernst zu nehmen und statt dessen in ihrer Werkstatt zurückgezogen am Deichkind-Schwarzlicht-Boliden zu schrauben. “Hauptsache nichts mit Menschen”.

    Wertung: ★★★½☆












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