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  • Kraftklub – In Schwarz

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Vertigo Berlin (Universal Music) – VÖ: 12. September 2014

    Ein Freund von mir- aus Respekt vor seiner Privatsphäre sei er hier nicht näher benannt und es sei nicht gesagt, dass es sich um meinen Mitbewohner handelt- der kann sich herrlich in Rage reden über Bands, die er als Pseudohippsterphänomen oder Yuppie-After-Work-“wir-sind-jetzt-auch-hip”-Bands bezeichnet. Als da wären zum Beispiel Deichkind oder eben auch Kraftklub. Bei Deichkind geb ich ihm recht, das ist “Susanne Blech” für Krawall- Yuppies und extasyverwrackte Bauarbeiter gleichermaßen, aber bei Kraftklub gingen/ gehen wir nicht konform.
    Er hat sich erbeten, die neue “Kraftklub” erst anhören zu dürfen, bevor ich ihn zitieren würde. Das mache ich ja zum Glück nicht, die Anonymität bleibt somit gewahrt.

    Ich habe irgendwo gelesen, dass “die Chemnitzer für ihre neue Platte den Proberaum der ‘Hives’ leergeräumt” hätten. Was will uns der Herr mit diesem Bild sagen und wer waren überhaupt die Hives? Stimmt, das war eine dieser schwedischen “The”- Bands der Nuller-Jahre. Nur was bedeutet der Satz? Nachdem ich auf dem Schlauch stand, fragte ich jenen musik- und sprachaffinen Freund, wie er dies interpretiere. Auch er meinte, dass dieses Bild besagen müsse, “In Schwarz” klinge nach den ‘Hives’. Ohne, dass ich mir die Hives jetzt wieder en détail ins Gedächtnis rufe- zumal die mir schon damals nicht besonders zusagten- begebe ich mich auf die detektivische Suche nach der Antwort: ich stelle fest, dass Kraftklub schon gleich mit “Unsere Fans” rasanter in Runde 1 gehen, als alles, was ich von den Hives im Gedächtnis habe. Vor allem ist “In Schwarz” auch fein geschliffen und rund produziert, wie es bei den Schweden nie der Fall war, die eher roh daherkamen. Und es gibt einiges an Synthesizer. Die Wikipedia-Seite untermauert das zusätzlich: sie führt bei der Besetzung bei Kraftklub ein Keyboard als Instrument auf und bei den Schweden nicht.
    Hätte ich bei Ebenzitiertem mal weitergelesen, hätte ich festgestellt, dass Kraftklub die “auf elf gedrehten Amps besser stehen als jedes Polohemd und jeder Hosenträger”. Damit kann man jetzt mehr anfangen, klingt wohl doch nicht nach Hives. Und stimmt auch.
    Denn Kraftklub haben Humor, und was für Indiebands verdammt selten ist, sie haben Libido, Druck, dicke Eier und sagen es sogar zuweilen laut!

    “Für immer” hat beispielsweise diese schöne Textzeile “Nie mehr verstecken, keine Frau mehr im Haus, nie mehr Pornoseiten löschen aus dem Browserverlauf.”

    Der Song ist ohnehin eine wahnsinnige Gute-Laune-Hymne für Singles.

    Gute Laune zieht sich fast durch die ganze Platte, gute Texte, die einen zustimmend und amüsiert nicken lassen. Die Schweden (und damit belasse ich es bei den nervigen Querweisen) wirk(t)en schon immer so, als wären sie ein einziges Statement, denen kein Lachen auskommt. “Kraftklub” bedeutet Pogo, Spaß. Also etwas, was die Schweden… Okay, ich höre schon auf.

    Im Vergleich zur ersten Platte ist “In Schwarz” schneller, mit nicht mehr so ganz eingängigen Melodien, keine Songs für Liam, ein gutes Sich-Emanzipieren-von-der-Erwartungshaltung! Ein gutes rasantes Gute-Laune-Ding, und (um den Kreis zu schließen und dem eben geschmähten Rezensenten doch noch im Positiven zu zitieren, der auch jenes absolute Brett erwähnte), “Schöner Tag” heisst ein noch erwähnenswerter Song, Casper keift dort nach der Hook vom Feisten und es wäre ein großartiger Schlußpunkt, muss aber auch nicht.
    Ich könnte jetzt noch einige Songs lobend hervorheben, muss ich aber auch nicht.
    Gute-Laune-Platte, punktum!

    Wertung: ★★★★½







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