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  • Element of crime – Lieblingsfarben und Tiere

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Vertigo Berlin (Universal Music) – VÖ: 26.9.2014

    Wenn man hierzulande nicht beispielsweise Marcel Reich-Ranicki, Peter Scholl-Latour, (und damit nicht der Eindruck entsteht, ich würde Doppelnamen aus eigenem Interesse bevorzugen) Hildegard Knef, Harald Juhnke, Helmut Schmidt war respektive ist, muss man Einiges tun, um der Unantastbarkeit nahe zu kommen. Ich führe über die Liste der Anwartschaften an die Unantastbarkeit kein Buch, aber Sven Regener dürfte da ganz weit vorn stehen, für mich persönlich noch vor Franz Beckenbauer. Denn er hat uns zum einen als Autor drei Bücher geliefert, die auch auf Leinwänden und Theaterbühnen Einiges hermachen; weit wichtiger jedoch, älter und einmaliger ist “Element of crime (EoC)”, vor allem, weil ihre Musik hohen Wiedererkennungswert hat. Sie sind- zugegeben weit aus dem Fenster gelehnt- die einzigen legitimen Erben der Knef.
    Aber genau deshalb liegt die Messlatte hoch, sehr hoch. Mein ureigenes Problem mit “Element of Crime” (und genau das macht mich eventuell zu einem eher schlechten Rezensenten für die Materie), war schon seit ich sie kenne, dass mir zumeist einfach die innere Ruhe fehlte, Alben von ihnen ganz durchzuhören. Denn zumeist sind sie zu schwer oder sperrig, der Botenstoff Melodie ist grundsätzlich in der Minderzahl der Songs so stark, dass er sie mir vermitteln könnte. Auch bei dieser Platte fehlt mir auch noch nach vier/ fünf Durchläufen bei den meisten Songs der Botenstoff.

    Man kann die Platte ruhigen Gewissens als Hintergrundmusik laufen lassen- was für eine jede Musik eigentlich kein großes Kompliment ist- nur bei einzelnen Songs möchte man demjenigen, der dem Lautstärkeknopf am nächsten sitzt “Mach mal lauter!” zurufen: das Titellied ist so ein Fall, das Arrangement und die Stimmung bei “Schwert, Schild und Fahrrad”, die Gitarre bei “Immer so weiter” oder “Wenn der Wolf schläft müssen alle Schafe ruhen”. Als ich den letztgenannten Songtitel im mütterlichen Haus vor mich hin brabbelte, kam nach kurzem Nachdenken nur ein “Das ergibt doch gar keinen Sinn.” Und wie so oft haben Mütter recht und ich endlich mal meine Mutter zitiert.
    Aber beim Wolf-Schafe-Lied stimmt auf jeden Fall die Stimmung und Bonmots müssen auch nicht immer einen Sinn ergeben.

    Was jedoch die ganze Platte betrifft, ist “Routine” das Schlagwort, dass ich von jemand anderem übernehme, der sich auch schon schriftlich zu den Lieblingsfarben und Tieren äußerte. Und ich bin glücklich, dass ich mit meiner Sichtweise nicht allein dastehe.

    Das Bemerkenswerte ist jedoch, dass Regener mit seinen Texten immer noch ein Alleinstellungsmerkmal hat, selbst wenn er alles mit Routine abspult. Aber irgendwie erschließt sich die Magie nicht so wie ehedem. Besonders offensichtlich wird dies bei “Rette mich (vor mir selber)”, einem Song, der vom Versmaß und der Rhythmik einem Schema folgt, für das EoC seit Jahren einen eigenen Begriff haben müssten, weil dieser Song so oder so ähnlich auf jeder Platte zu finden sein könnte.

    “Lieblingsfarben und Tiere” ist zumindest für Element of crime, gemessen an ihrer Historie, eine sehr durchschnittliche Angelegenheit.
    Und weil es passt, jetzt ein journalistisches Routine- Stilmittel:

    “Lieblingsfarben machen noch lang keine Lieblingsplatte.”

    In diesem Sinne Wertung: ★★★☆☆







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