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  • Editors – The weight of your love

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Pias (rough trade) – VÖ: 28. Juni 2013

    „Sag mal, können die nicht mal irgendwie so ein bißchen in Richtung Mittelmaß rutschen, so’n bißchen?“ „Nee, können die nicht, zumindest nicht mit dem Sänger!“
    Die Liederwiedergabe war, ohne dass ich es wusste, auf zufällige Wiedergabe eingestellt und es ging mit „Nothing“ los. Und mit den Streichern am Anfang will man den „Editors“ noch alles Negativ-Konnotierte an den Kopf schmeißen, wozu eine Musikjournaille fähig ist: „Ihr befindlichkeitsheischenden Pathosspacken!“, will man Ihnen entgegen geifern, man will ihnen sagen, dass sie doch für den nächsten Bruckheimer-/ Bay- Film auf die musikalische Untermalung des großen Finales spechten. Das alles will man ihnen in den siebzehn Sekunden an den Kopf werfen, bis Tom Smith anhebt zu singen. Und plötzlich wird man so klein, so scheißklein, denn dieser Mann wurde geboren um zu singen.
    Aber auch, wenn Herr Smith die eigentliche Klangfarbe und somit Qualität der Band ausmacht, wären die Editors nix ohne gute Songs.

    Viele der Songs lassen sich getrost als Best-of dessen verstehen und anhören, was in den Achtzigern im Bereich des Wave und düsteren Pops hervorgebracht wurde bis hin zu U2 in ihrer großen Zeit von 1987-1991, zum Beispiel “Sugar” oder “Honesty”.
    Die “Editors” machen es nicht großartig anders als Bands vor dreißig Jahren, nur besser, runder, komplexer. Sowohl die Instrumentierung ist vielfältiger als ehedem, und die Stimme vermag es auch, souverän zwei bis drei Oktaven nach oben zu gehen.
    “The weight…” ist wesentlich weniger elektronisch als der inzwischen vier Jahre alte Vorgänger “In This Light and on This Evening”.

    Diese Platte hat in ihrer Vielseitigkeit das Zeug dazu, ein Klassiker zu werden: ob nun die ruhig dahingallopierende countryeske “Phone book”, das schon erwähnte “Nothing”, die glasklare Ballade “What is this thing called love”, die sich keines Vergleichs schämen muss mit allen großen Balladen der letzten vierzig Jahre.
    “A ton of love” ist irgendwie gutes “U2″, “Bird of prey” einfach nur gut,
    “Hyena” auch, eigentlich jede Nummer auf der Platte.

    Warum die Achtziger musikalisch rauf- und runterorgeln, wenn man alles Gute dieses Jahrzehnt destilliert in einer Platte findet.

    Wertung: ★★★★★







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