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  • Black Sabbath – 13

    Von Frank Findeiss


    Label/Vertrieb: Universal Music/Vertigo
    VÖ: 07.06.2013

    Wie immer, wenn der Versuch unternommen werden soll, eine namhafte Band aus der vermeintlich drohenden Versenkung ins Bewusstsein der breiten Masse zurückzurufen, ist dies ein Fall für Rick Rubin als Produzenten. Ganz abgesehen davon, dass es sich bei dem bezeichnenden Titel „13“ des neuen Black Sabbath-Albums um das erste Studiowerk seit 18 Jahren handelt (zum Vergleich: selbst Guns ‘n‘ roses waren hier zuletzt schneller), ist es zugleich auch das erste komplett neu eingespielte Gesamtwerk der wegweisenden Band mit Ozzy Osbourne als Sänger seit 1978, was zum einen hohe Erwartungen als zum anderen auch bei Fans in erster Linie die Neugier weckt, wie der solange unterbrochene Weg wohl weitergeht. Einziger Wermutstropfen bei der ganzen Angelegenheit ist – wie immer bei alten Hasen dieses Metiers –, dass die Urformation nicht ganz komplett aus der alten Gruft wieder aufsteigt, weder bei den Aufnahmen, noch bei der nun folgenden Tournee, dafür hat Rick Rubin aber mit dem „Rage against the machine“-Drummer Brad Wilk ein bisschen frischen Wind mitgebracht, da es mit Bill Ward interne Probleme, vermutlich vertraglicher Art gab. Immerhin scheiterte schon ein seinerzeit für 1997/98 bereits geplantes gemeinsames Studioalbum mit Ozzy an den Folgen eines Herzinfarktes des Drummers Bill Ward, so dass es bei lediglich zwei neuen Bonus-Studiotracks auf dem damaligen Live-Album „Reunion“ blieb. Nichtsdestotrotz: „Der Kampf geht weiter“ und sie trotzen dem Krebs, den Herzleiden, dem immer wieder kolportierten Parkinson-Tremor, Alkohol- und Drogenexzessen und lassen es sich auch nicht nehmen, hier und da mal vom fahrenden Quad zu springen, was allerdings für Fans immer wieder zur Geduldsprobe werden kann, ob nicht irgendwelche Termine abgesagt werden. Momentan sieht es eher nach dem Gegenteil aus. Das bereits sehr schnell ausverkaufte einzige Deutschland-Konzert am 30.11.2013 in Dortmund wurde bereits durch ein Zusatzkonzert am 04.12.2013 in Frankfurt/M. ergänzt.

    Doch was erwartet nun den Fan, wenn er sich auf das neue Machwerk einlässt. Nun, das Rad wird nicht neu erfunden und vermutlich würde dies auch als abtrünnig verstanden werden. Wer will von einer Band, die quasi Namensgeber für eine Musikrichtung ist und die sich in dieser Formation zuletzt 1978 im Studio gemeinsam (bis auf die genannte Ausnahme) sah, erwarten, dass sie 35 Jahre überspringt und sich ein neues Antlitz überstülpt. Im Gegenteil, lediglich der aufgepeppte bzw. in seiner Prägnanz technisch hervorgehobene typische Sound und das Fehlen des Kratzens der Plattennadel (obwohl: auf Vinyl ist die Scheibe auch erhältlich, also Puristen: „Packt den Plattenspieler wieder aus!“), machen deutlich, dass es sich um eine aktuelle Aufnahme des neuen Jahrtausends handeln muss, da der Grundcharakter der Songs ansonsten in den Gründertagen der Band verhaftet zu sein scheint, was aber durchaus seine Berechtigung und mehr als Charme hat. Dies ist nicht zuletzt dem intendierten Gepräge von Rick Rubin zu verdanken, der die Band beim Songwriting dazu verdammte, sich mit den eigenen Wurzeln zu beschäftigen und somit dafür sorgte, dass die Songs auch bühnentauglich blieben und nicht mit irgendwelchem (zusätzlichen) technischen Schnickschnack untermalt werden müssen. So begegnet uns also ein allgegenwärtig wummernder, fast dröhnender Bass, ein leicht schleppendes, sehr bluesiges, teilweise swingendes Schlagzeug, eine hauptsächlich mit Powerchords begleitende, bei Soloausflügen aber auch leicht jaulende Gitarre und eine doch sehr frische, sich im Laufe der Solo-Jahre herauskristallisierte typische Gesangsstimme von Ozzy, insgesamt eben heavy. Aber schwermütig ist nicht nur die Musik, dies zeigt sich immer wieder in den Titeln der Songs. „The end oft the Beginning“, „God is dead?“, „Loner“, „Zeitgeist“, „Age of reason“, „Live forever“, „Damaged soul“ und „Dear father“ mögen vielleicht nicht genuin misanthropisch anmuten, verbreiten zumindest aber keine ausgelassene Feierstimmung. Die absatzstärksten Märkte der Musikindustrie konnten dennoch schon bis auf Platz 1 gestürmt werden, jetzt sind die Hallen und Stadien dran. Wer von diesen wahrlich nicht radiotauglichen, eher elegischen Songs nicht genug bekommen kann, möge sich eine der weiteren Veröffentlichungsversionen zulegen, in denen man in den Genuss von bis zu vier weiteren Stücken mit den Titeln „Methademic“, „Peace of mind“, „Pariah“ bzw. „Naivité in black“ kommen kann.

    Wertung: ★★★★☆







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